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22.07.2017
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Aus dem kirchensite.de-Archiv
Die Weisheit spricht: Nehmt meine Zucht an und nicht Silber, und Kenntnis, vor erlesnem Gold.

Bibelarbeit im Juli

"All meine Worte sind recht"

Die Weisheit Salomos (Spr 8)

Einführung

"Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht, vergiss sie nicht, weich nicht ab von meinen Worten! Lass nicht von ihr, und sie wird dich behüten, liebe sie, und sie wird dich beschützen. Anfang der Weisheit ist: Erwirb Weisheit, erwirb Einsicht mit deinem ganzen Vermögen! Halte sie hoch, dann wird sie dich erhöhen, sie bringt dich zu Ehren, wenn du sie umarmst. Sie setzt dir einen schönen Kranz auf den Kopf, ein strahlendes Diadem wird sie dir schenken." (Spr 4,5-9 EÜ) Ist der Rat zum Erwerb von Weisheit eine Rede aus lange zurückliegender Zeit? Oder vermag sie es, dem Menschen über die Zeit hinweg ein "strahlendes Diadem" zu schenken, sofern er der Weisheit gedenkt und sie erwirbt? Was aber meint die Weisheit?

Weisheit ist kein alltäglicher Begriff und doch stets anwesend im Denken, Sprechen, Entscheiden und Handeln der Menschen. Von weisen Entscheidungen und Weichenentstellungen wird gesprochen, von weiser Voraussicht, von weisen Menschen, von weiser Lebensart. Weise zu sein, weise zu leben, gilt als erstrebenswert. Was aber zeichnet einen weisen Menschen aus?

Am ehesten wird Weisheit mit Klugheit in Verbindung gebracht. Und doch setzt die Weisheit eigene Akzente. Sie ist umfassend. Kein Bereich des Lebens ist von ihr ausgenommen. Weisheit hat stets das Leben im Ganzen im Blick. Weisheit zeigt sich in Gelassenheit, Weitsicht und geistiger Stärke. Dies setzt ein großes Maß an  Lebenserfahrung aus. So sind es eher ältere Menschen, die als weise bezeichnet werden. Weisheit hat mit Wissen zu tun. Es ist jedoch ein Wissen, das nur bedingt durch Lehre und Unterricht vermittelt wird, sondern vielmehr durch Erfahrung und Verinnerlichung. Verinnerlichung meint mehr als einen rein intellektuellen Umgang mit Wissen. Es ist eine kritische Verarbeitung des Erfahrenen, das in Handlungs- und Entscheidungssituationen abrufbar bleibt.

Weisheit ist stets eng verwoben mit der Tradition und dem Erfahrungswissen der vorangegangenen Generationen. Weise Menschen leben so stets in einem Beziehungsgefüge. Sie sind angewiesen auf den Dialog und auf ein kritisches Ohr. Einsiedler werden in der biblischen und außerbiblischen Literatur nicht mit der Weisheit in Verbindung gebracht. Vielmehr ist die Verbundenheit mit dem Gemeinwesen gerade in der altägyptischen Weisheitsliteratur ein konstitutives Kennzeichen der Weisheit. Doch nicht nur darin zeigt sich das Beziehungsgefüge, in dem ein weiser Mensch lebt, sondern auch in seiner kritischen Verbundenheit mit der Überlieferung seiner Vorfahren.

Wiederholt findet sich im Buch der Sprüche die Mahnung, auf die Weisung von Vater und Mutter zu hören. Da sich Weisheit nicht nur im Denken und Sprechen zeigt, sondern stets in der Handlung und Entscheidung eines Menschen, wird hier ein weiteres Kennzeichen der Weisheit deutlich, das als bedeutsam angesehen werden kann: die Gerechtigkeit. Die Handlung eines Menschen geht nach biblischem Weisheitsdenken nicht ins Leere, sondern erfährt eine Antwort. So findet sich in einer altägyptischen Inschrift aus dem 18. Jh. v. Chr. der Hinweis: Der Lohn eines Handelnden liegt darin, dass für ihn gehandelt wird. Das hält Gott für Ma´at. Hier ist der eher modern geprägte Solidaritätsbegriff nicht weit entfernt. Das Handeln des Menschen, das in Denken und Sprechen beginnt, wird nach der biblischen Weisheitslehre danach bemessen, ob es dem Gemeinwohl dient.

Diesem Weisheitsbegriff folgend, stellen sich weise Menschen auch nicht in den Mittelpunkt einer Gemeinschaft. Sie wissen um ihre Grenzen und um die Bedeutung eines gemeinschaftlichen Zusammenwirkens für das Gelingen einer Sache. Gerade die Einsicht in die eigenen Grenzen unterscheidet den weisen vom wissenden Menschen. Ein Mensch, der um seine Grenzen als Mensch weiß und sie respektiert, zeigt Ehrfurcht vor dem, was den Menschen übersteigt, vor dem Göttlichen. Wenn Wünschbares machbar wird, verliert der Mensch die Bodenhaftung. Die Folgen zeigen sich in den bioethischen Diskussionen dieser Tage in besonderer Weise. Die Weisheit jedoch zeigt sich dem gegenüber als Selbstbegrenzungswissen. Dies trifft auch für die eigene Weisheit zu. So gebührt es dem Menschen nicht, sich selbst für weise zu halten, vielmehr ist Weisheit eine Zuschreibung von außen: Rühmen soll dich ein anderer, nicht dein eigener Mund, ein Fremder, nicht deine eigenen Lippen (Spr 27,2).

Bibeltext: Spr 8

1 Fürwahr, die Weisheit ruft, und Einsicht sendet ihre Stimme.
2 Vorn auf den Höhen an dem Weg, am Mittelpunkt der Pfade
3 steht sie da, zunächst der Tore an dem Eingang in der Stadt
4 am Pfortenzugang ruft sie laut: "Euch Männern, ruf ich zu,
5 und meine Stimme gilt den Menschenkindern. Begreift, ihr
6 Toren, Klugheit, und Dumme, fasst Verstand! Hört an, denn gradzu rede ich, und meiner Lippen öffnen ist Gerad-
7 heit. Denn Wahrheit spricht mein Mund, und Abscheu mei-
8 nen Lippen ist der Frevel. In Rechtlichkeit sind alle Worte
9 meines Mundes, nichts ist dabei verkehrt und krumm. Sind alle richtig für den Einsichtsvollen, und grade denen, die Er-
10 kenntnis suchen. Nehmt meine Zucht an und nicht Silber,
11 und Kenntnis, vor erlesnem Gold. Denn besser ist vor Schmuckwert Weisheit und keine Köstlichkeiten sind ihr
12 gleich. Ich, bei der Weisheit wohn ich, bei der Klugheit, und
13 Kenntnis im Besinnen such ich; den Ewigen fürchten, Böses hassen, Stolz, Hoffart, bösen Weg, und Mund des Wider-
14 sinns, die hass ich. Bei mir ist Rat und Wissen, ich Einsicht,
15 mein, die Stärke. Durch mich sind Könige die Könige und
16 fassen Fürsten rechte Satzung. Durch mich die Amtsherrn amten die Edlen, all die rechtlich Richtenden (der Erde).
17 Ich, die mich lieben, lieb ich, und die mich suchen, finden
18 mich. Reichtum und Ehre sind bei mir. Gut, reich, und
19 Recht. Ist besser meine Frucht als Gold und Edelerz und
20 mein Erträgnis vor erlesnem Silber. Die Bahn des Rechtes
21 schreite ich auf Pfaden der Gerechtigkeit um meinen Freunden Habe zuzuteilen, und ihre Schätze fülle ich.
22 Der Ewge schuf mich als den Anfang seines Wegs, als erstes
23 seiner Werke von jeher, von uran bin ich eingesetzt, vom An-
24 beginn, der Erde Urzeit; noch eh die Fluten, wurde ich ge-
25 boren, noch eh die Quellen, Wassers schwer; bevor die Berge wurden eingesenkt, noch vor den Höhen wurde ich geboren,
26 noch eh er Land und Fluren wirkte, das Erste von des Fest-
27 lands Staub. Als er den Himmel festigte, war ich dabei, als er
28 den Wall zog um des Meeres Fläche, als er die Wolken droben
29 festigte, fest wurden da die Quellen aus der Flut. Als er dem Meer die Schranke setzte, dass seinen Ausspruch nicht die
30 Wasser überschreiten, als er der Erde Grund umriss, da war ich bei ihm Wärter und war da tändelnd Tag für Tag, war
31 spielend vor ihm jederzeit, war spielend mit der Erde, seinem Land, mein Tändeln mit den Menschenkindern.
32 Und nun, ihr Söhne, hört auf mich, beglückt, die meine Wege
33 wahren! Hört Zucht, seid klug und säumet nicht! Beglückt
34 der Mensch, der auf mich hört, bereitzustehn an meinen Pfor-
35 ten Tag für Tag, zu hüten meiner Türen Pfosten. Denn wer mich findet, findet Leben, und Huld erlangt er von dem Ewigen
36 Doch wer sich mir versündigt, raubt sein Leben, alldie mich hassen, lieben Tod.

(Die Heilige Schrift, ins Deutsche übertragen von N. H. Tur-Sinai,
Vierter Band Ketubim, Schrifttum, Jerusalem 1965)

Hintergrund

Man unterscheidet klassischerweise zwischen drei Teilen im Alten Testament: Tora, Propheten und Schriften. Zu den Schriften zählen neben den Psalmen auch das Buch Hiob, das Buch Kohelet, das Buch der Weisheit und das Buch der Sprichwörter. Abgesehen von Ausnahmen sind die Schriften eher der späteren Entstehungsgeschichte des Alten Testaments zu verdanken. Große Teile des Buches der Sprichwörter nachexilisch zu datieren, so auch Spr 8. Historische Anspielungen finden sich jedoch nur wenige im Buch der Sprichwörter, ist ja die israelitische Weisheit genuin ungeschichtlich, insofern es ihr um Einsicht geht, die nicht an historische Situationen gebunden sind, sondern dauerhaft Gültigkeit beanspruchen – ein Spezifikum der Weisheit im Unterschied zu manch einem Prophetenwort.

Die angegebene Bibelstelle stammt aus dem 8. Kapitel des Buches der Sprichwörter. Sucht man nach einem Verfasser des Sprüchebuches, so findet man Anhaltspunkte in den Überschriften zu einzelnen Spruchsammlungen: Worte von Weisen (Spr 24,33), Worte Agurs (Spr 30,1), Worte an Lemuel (Spr 31,1). Spr 1,1 nennt jedoch als Verfasser für das gesamte Sprüchebuch Salomo als Verfasser: Sprichwörter Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel. Die Historizität dieser Aussage ist mit großer Vorsicht zu betrachten. Vielmehr galt Salomo als exemplarischer Weiser des Alten Testaments. 1 Kön 5,12 überliefert, dass auf Salomo 3000 Sprüche und 1005 Lieder zurückgehen. Die göttliche Inspiration seiner Weisheit stand außer Frage (1 Kön 3,12). Zudem erhielt die Weisheit während der Regierungszeit Salomos eine besondere Bedeutung. So hatte Salomo im Zusammenhang der Konsolidierung des Davidischen Reiches die Beamtenschaft speziell im Blick auf Aufgaben in Diplomatie, Außenhandel und Kulturimport ausbilden lassen und auf diese Weise zur Ausbreitung von Weisheit in seinem Reich beigetragen. Die davidische Zuschreibung der Verfasserschaft der Sprichwörter dient so primär der Legitimierung der Sprüche, der Anerkennung ihrer hohen Bedeutung, nicht zuletzt ihrer göttlichen Inspiration als der historischen Verfasserschaft des Salomo.

Ihren Ursprung hat die Spruchweisheit Israels möglicherweise in der mündlichen Volksweisheit oder Sippenweisheit. Eventuell ist sie aber auch im Zusammenhang mit der Beamtenausbildung auf die höfische Weisheit zurückzuführen. Die Gattung des Sprichworts findet sich freilich auch andernorts, die literarische Sammlung jedoch und die kunstvolle Stilisierung der Spruchweisheit zeigen auf den höfischen Bereich. Aus Ägypten und Mesopotamien ist bekannt, dass Weisheitslehren und Spruchsammlungen zur Schreiberausbildung für die staatliche Verwaltung gehörten. Auch die in Spr 1-9 vermehrt vorkommenden Lehrreden verweisen auf einen Ursprung im Unterricht.

Das Buch der Sprichwörter umfasst mehrere Spruchsammlungen. Theologisch sind drei Schwerpunkte auszumachen: 1. Der Tun-Ergehen-Zusammenhang: Nach dem Tun-Ergehen-Zusammenhang wirkt die Tat auf den Täter zurück, d.h. dem Menschen ergeht es so, wie er sich verhält. Dies ist genuin weisheitliches Denken. Ein gerechter Tor oder ein ungerechter Weiser sind dem weisheitlichen Denken fremd. Die Gleichung ist denkbar einfach: Wer Gutes tut, dem ergeht es gut, wer Schlechtes tut, dem ergeht es schlecht. Dies betrifft alle Dimensionen menschlichen Lebens. Insofern weisheitliches Denken immer einher geht mit dem Handeln am anderen Menschen, ist hier der im Tun-Ergehen-Zusammenhang als schwierig angesehene Platz Jahwes zu sehen. Das Handeln Jahwes gilt demnach als erwartbar, aber unverfügbar. In einem sozialen Gefüge bleibt keine Handlung unbeantwortet. Ein Mensch handelt am anderen und erhält auf seine Handlung eine Antwort. Dies ist ein Prozess, der in der Erziehung grundgelegt ist. Das Buch der Sprichwörter ruft dazu an verschiedenen Stellen auf. In den Büchern Hiob und Kohelet wird dieser Tun-Ergehen-Zusammenhang durchbrochen: In dem Moment, wo der leidende Gerechte nach dem Sinn und der Ursache all dessen fragt, was ihm zugestoßen ist, greift das Denksystem des klassischen, strengen Tun-Ergehen-Zusammenhangs nicht mehr. Er bleibt aber stets, und das ist nicht zu unterschätzen, eine Hoffnung auf Gerechtigkeit. 2. Schöpfungstheologie: Jahwe wird im Buch der Sprichwörter als Schöpfer der Welt, des Menschen und als Schöpfer der Weisheit vorgestellt. Leistung, Erfolg und gute Taten des Menschen gründen allein in Jahwe, er allein ermöglicht sie. So wird dem Menschen geraten, Jahwe gegenüber Demut, Vertrauen und Ehrfurcht entgegenzubringen. 3. Ethik von Gottes- und Nächstenliebe: Das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe findet sich implizit an einigen Stellen des Buches der Sprichwörter. Im Rahmen der Nächstenliebe wird auch zur Liebe zum Feind aufgefordert (Spr 17,13; 20,22), sie orientiert sich stets an der Selbstliebe. Das Buch der Sprichwörter macht die Mitte zwischen Egoismus und Altruismus stark.

Auslegung

Die Aspekte alttestamentlicher Weisheit sind vielfältig. Dies zeigt sich auch in den unterschiedlichen Begriffen, die das Hebräische für "Weisheit", "weise" kennt. Châkâm ist der Begriff, der in der Regel mit "weise" übersetzt wird, chokmâh ist die Weisheit. Daneben gibt es andere, die semantisch das Begriffsfeld "Weisheit" umreißen: bînâh ist das Verstehen, da´at die Erkenntnis, mûsâr die Erziehung und mezimmâh die Klugheit. Sie alle fließen in den einen Begriff der chokmâh zusammen. Dies zeigt sich besonders schön in Spr 1,1-7.

chokmâh ist das von jedem Menschen zu Erstrebende. Weisheit ist demnach weder ein Privileg für einzelne noch nur für einzelne zu erstreben. Da sich Weisheit stets im Alltag bewährt, gilt die Aufforderung zum Erwerb von Weisheit jedem einzelnen. Kein Mensch ist weise geschaffen. Jeder aber hat die Möglichkeit nach weisem Denken, Reden und Handeln zu suchen und zu streben. Hierzu ruft auch Spr 8,4ff. auf: Euch Männern ruf ich zu, und meine Stimme gilt den Menschenkindern. Begreift, ihr Torren, Klugheit, und Dumme, fasst Verstand!
 
In Spr 8 begegnet vor allem ein ganz neuer und eigener Aspekt: Die Weisheit tritt selbst auf, sie spricht und ermahnt. Sie wird als Gestalt dargestellt, noch mehr: als Mittlerin zwischen Gott und den Menschen.
Wie zeigt sich dies in den einzelnen Abschnitten von Spr 8?

Zunächst sollen die fünf Teile des längeren Kapitels Spr 8 vorgestellt werden. Ein erster Abschnitt entspricht den V.1-3. Sie dienen der Einleitung und der Ankündigung einer Rede der Weisheitsgestalt. Diese folgt in vier stilistisch und inhaltlich unterschiedlich gestalteten Abschnitten. Im ersten Teil der Rede (V.4-11) rühmt sich die Weisheit selbst. Sie ruft ihre Adressaten zum Hören des Guten und Wahren auf, das sie zu vermelden hat. Schließlich hebt sie ab V.10 ihren Wert hervor, der die materiellen Güter bei weitem übertrifft. Der zweite Teil der Rede (V.12-21) zeigt thematische Verbindungen zum ersten, er setzt jedoch mit einem eigenen, neuen Akzent ein: Die Weisheit stellt sich selbst vor. Sie preist sich und hebt ihre Begabungen hervor: Herrschaftsmacht (V.15f.), Menschenliebe (V.17.21). Auch hier hebt sie ihren Wert hervor (V.18.21) und preist ihre Gerechtigkeit (V.20). Eine direkte Anrede der Angesprochenen fehlt jedoch. Der dritte Abschnitt der Rede der Weisheitsgestalt ist sprachlich und thematisch deutlich anders gestaltet als der erste und zweite. Erstmals überhaupt in Spr 8 wird von Jahwe gesprochen, zudem von Jahwe als Subjekt. In diesem dritten Abschnitt ihrer Rede erzählt die Weisheit von ihrer Geburt durch Jahwe vor Erschaffung der Welt. Sie erzählt auch von ihrem Spiel vor Jahwe und den Menschen in den Anfängen der Welt. Der vierte Teil der Rede (V.32-36) wiederum knüpft thematisch und sprachlich an die ersten beiden Teile an. Die Weisheit fordert erneut dazu auf, ihren Ermahnungen Gehör zu schenken und auf ihre Ermahnungen zu achten. All diejenigen, die auf sie hören, werden gepriesen. Das Kapitel endet mit positiven wie negativen Verheißungen.

Eine enge Verbindung ist zwischen dem ersten Teil, der Ankündigung der Rede, und dem zweiten Teil, dem Beginn der Rede der Weisheitsgestalt, auszumachen. So heißt es in V.1: Führwahr, die Weisheit ruft, in V. 4/5: Euch Männern, ruf ich zu, und meine Stimme gilt den Menschenkindern. Das Rufen der Weisheit verbindet die beiden Abschnitte.

Doch von welcher Stelle aus ruft die Weisheit, wo scheint es ihr günstig sich Gehör zu verschaffen? Von den Höhen an dem Weg ist die Rede, vom Mittelpunkt der Pfade, von den Toren an dem Eingang der Stadt und vom Pfortenzugang. Von den Höhen wird im Alten Testament geographisch gesprochen, aber auch im übertragenen Sinn als Wohnort Gottes. Der altisraelitische Städtebau sieht vor, dass die Stadttore entweder in die Stadtmauern eingelassen oder den Stadtmauern vorgebaut sind. Es gibt Städte auf Hügeln und Plateaus und Städte in der Ebene. Im Rahmen von Spr 8 kann jedoch von einer eisenzeitlichen Stadt auf Hügeln ausgegangen werden. So befindet sich das Stadttor an einem erhöhten Ort. Das Stadttor ist zudem der Ort, an dem es innerhalb der Stadt am belebtesten zugeht. Das Stadttor müssen alle passieren, die in die Stadt hinein oder hinaus gehen. Es ist der Ort, an dem die Ältesten Recht sprechen. Man spricht hier auch von der Ortstorgerichtsbarkeit. Im Tor oder vor dem Tor finden auch Volksversammlungen statt. In Krisenzeiten versammeln sich dort die Könige. Handel wird im Tor getätigt, und von Propheten ist überliefert, dass sie ihre Botschaft im Tor verkünden. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise auf einen Kult im Tor. Für die Weisheitsgestalt ist der Rechtsaspekt von großer Bedeutung, sind doch Recht und Redlichkeit ihrer Selbstvorstellung nach ihre Charaktereigenschaften. Auffällig ist jedoch, dass die Weisheit stehend im Tor ruft, während die Richter im Tor sitzen. Dies mag darauf hindeuten, dass ihre Funktion möglicherweise stärker eine prophetische als eine richterliche war. Der Mittelpunkt der Pfade, an dem die Weisheit steht, mag einem wörtlichen Verständnis folgen. Wahrscheinlicher aber ist eine metaphorische Bedeutung, die den Kreuzungspunkt von Lebenswegen meint. Das Stehen am Pfortenzugang verstärkt die richterlichen, mehr aber noch die prophetischen Züge der Weisheitsgestalt, wie sie schon im Zusammenhang mit dem Tor genannt worden sind. Wie die Weisheit von verschiedenen Lebensmöglichkeiten und Lebenswegen kündet, so ruft sie die Menschen auch zu einer Entscheidung über ihren Lebensweg auf.

Wer gehört zu den von der Weisheit im Einzelnen Angesprochenen? Zwei Menschengruppen werden unterschieden: zu der Gruppe mit den positiven Eigenschaften gehören die Weisen und Einsichtigen. Sie gelten als gutes Beispiel. Auffälligerweise spricht die Weisheit über sie, jedoch nicht zu ihnen. Anders verhält es sich mit der Gruppe der Menschen, die die Weisheit direkt anspricht: die Unerfahrenen und Dummen. Ihnen wird Klugheit und Einsicht angeraten. Die Unerfahrenen sind diejenigen, die der notwendigen Reife und Vernünftigkeit ermangeln, die daher auf Erziehung und Belehrung angewiesen, dafür aber auch offen sind. Es handelt sich nicht per se um schlechte oder unbelehrbare Menschen. Anders verhält es sich wohl bei den Dummen, die sich uneinsichtig verhalten und sich als dumm erweisen. Im Unterschied zu den Treulosen, den Spöttern, den Frevlern und den Faulen spricht die Weisheit bei den Unerfahrenen und den Dummen nicht von negativen Folgen ihrer Taten oder ihres Denkens. Die wenigsten der als schlecht und böse eingestuften Menschen werden von der Weisheit direkt angesprochen. Sie werden vielmehr als Negativbeispiele vor Augen geführt. Einer Belehrung durch die Weisheit schenken sie kein Gehör mehr. Daher werden sie auch nicht direkt angesprochen. Auch die Guten, Einsichtigen und Klugen werden von der Weisheit nicht angesprochen. Auch sie bedürfen keiner Belehrung und Ermahnung mehr. Angesprochen werden die Menschen, die sich zwischen Gruppe der Weisen und der Gruppe der Schlechten befinden, die Dummen und Unerfahrenen. Sie sind noch offen für eine Entscheidung bezüglich des Lebensweges und noch offen für eine Ermahnung durch die Weisheit.

Die Worte der Weisheit werden als erhaben, als aufrichtig und geradlinig, als gerecht und wahr beschrieben. Besonders die Geradheit der Worte der Weisheit verleiht ihr besondere Autorität. Denn sonst werden so nur Jahwe selbst oder seine Wort bezeichnet. Die Worte der Weisheit kommen so göttlichen Worten gleich. Wenn es in Spr 8,7 heißt: Denn Wahrheit spricht mein Mund, so ist ein Ausdruck für die Qualität und Güte dessen, was die Weisheit spricht. Frevel, Verkehrtes und Krummes gelten als unvereinbar mit der Weisheit. In Spr 8,10f. wird die Weisheit mit Gold und Silber, Korallen und Kostbarkeiten verglichen. Gerade angesichts dieser kostbaren Dinge wird der unübertreffliche Wert der Weisheit hervorgehoben.

Im dritten Abschnitt wird die Weisheit mit verschiedenen Parallelbegriffen in Verbindung gebracht, mit der Klugheit und der Erkenntnis. Klugheit kann positiv konnotiert sein, meist ist sie das nicht, meist wird im alttestamentlichen Kontext mit Klugheit der Gedanke der List verbunden. Im Buch der Sprüche ist Klugheit jedoch positiv gemeint. Dies zeigt sich daran, dass der Kluge Weisheit oder Erkenntnis besitzt. Erkenntnis wiederum tritt häufig als Parallelbegriff zur Weisheit auf. Gemeint sind menschliche Fähigkeiten ebenso wie die Fähigkeit und Gabe Jahwes. Die Weisheit ermächtigt Regierende und Herrschende zu ihrem Amt. Weisheit erscheint so als göttliche Gabe, die zur gerechten Regierung befähigt. Das Verhältnis zwischen der Weisheit und denen, die sie hören, wird am Ende des dritten Abschnitts mit Liebesmetaphorik beschrieben. Die Weisheit stellt sich als Liebende und Geliebte vor. Dies geschieht in enger Verbindung mit dem Motiv des Suchens und Findens. Am Ende des dritten Abschnitts tritt noch das Motiv des Reichtums hinzu. Weisheit und Einsicht zählen im Buch der Sprüche zu den am häufigsten genannten nicht-menschlichen Liebesobjekten. Im Unterschied zu anderen alttestamentlichen Texten, besonders zu den Psalmen, fällt auf, dass Jahwe nicht als Geliebter genannt wird. Als Liebender wird Jahwe sehr häufig im Alten Testament genannt, die Weisheit wird als Liebende explizit jedoch nur in Spr 8,1 erwähnt. Die reziproke Formel aus Spr 8,17f.: Ich, die mich lieben, lieb ich, und die mich suchen, finden mich ist im Alten Testament einzigartig. Sie ist jedoch aus ägyptischen Texten bekannt und beschreibt dort das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Eine Variante des Liebesmotivs findet sich im Motiv des Suchens und Findens. Indem die Weisheit auffordert sie zu suchen, animiert sie dazu, sie leidenschaftlich zu suchen, ähnlich einem Liebesverhältnis oder der Gottesbeziehung.

Mit der Weisheit wird auch der Erwerb von Reichtümern in Verbindung gebracht. Wie auch sonst das Alte Testament beurteilt das Buch der Sprüche den Reichtum zwiespältig. Vom Reichtum wird gesagt, dass er Sicherheit bietet und Freunde schafft. Reichtum erwirbt der Mensch durch Fleiß, Sparsamkeit oder Gabe Gottes. Es wird aber auch kritisch ausgesagt, dass Reichtum hart macht und Abhängigkeiten schafft. An vielen Stellen herrscht den Reichen gegenüber ein starkes Misstrauen. Das Verhältnis von Weisheit und Reichtum ist oft problematisch. Eine kritische Einschätzung der Gegenüberstellung von Gerechten und Reichen wird in Spr 8 jedoch nicht mehr erhoben. Vielmehr ist es nach Spr 8,18 die Weisheit, die Reichtum und Ehre spendet, und dies nicht nur den Königen und Herrschenden gegenüber, wie es üblich war, sondern allen Menschen, die nach ihr streben. Dies sind die Gerechten und Guten. In Spr 8 beschreibt die Weisheit ihr Verhältnis zum Reichtum, indem sie deutlich zum Ausdruck bringt, dass die, die gerecht leben und die Weisheit mehr schätzen als kostbare Gaben, letztlich auch materiell abgesichert leben werden.

Im nächsten Abschnitt Spr 8,22-31 stellt sich die Weisheit als Erstling oder Anfang der Schöpfung vor. Der zeitlichen Dimension Anfang ist im Unterschied zur qualitativen Ausrichtung der Bezeichnung Erstling im Vergleich mit Parallelstellen vor allem zur Genesis der Vorrang zu geben. Der Abschnitt Spr 8,22-31 ist in mehreren Punkten anders gestaltet als die übrigen Redeteile. So begegnet hier erstmals in Spr 8 Jahwe, und zwar wird er als Schöpfer vorgestellt, als Schöpfer der Welt, aber auch als Schöpfer der Weisheit. Von der Weisheit wird sogar ausgesagt, dass sie vor Beginn der Weltschöpfung erschaffen wurde. Der Text spricht so von einer vor der Schöpfung gegebenen Welt, auf die v. a. die V.24-26 hinweisen. Die Verse, die von der Vorwelt handeln, unterscheiden sich dabei inhaltlich von den nachfolgenden, die die Weltschöpfung thematisieren. Die einzelnen Aspekte des altorientalischen Weltbildes lassen sich unschwer wiedererkennen: Von den Urfluten ist die Rede und den Quellen, von den Bergen und Hügeln, aber auch von Erde und Festland, von Himmel und Wolken und Weisheit. Die Urfluten und Wasser, Berge und Hügel werden dabei den Aussagen zugeordnet, die von Welt vor der Schöpfung sprechen, Erde und Himmel den Aussagen der Welt der Schöpfung. Der Aufbau in den Negativbeschreibungen entspricht dabei einem in den alten Kulturen verbreiteten Weltmodell, nach dem auf einer Weltachse, die mit den Bergen und Hügeln gekennzeichnet ist, die verschiedenen Weltebenen angeordnet werden. Hierfür kennt V.26 mit den Begriffen Erde, Fluren und Festland unterschiedliche Bezeichnungen. V.27 setzt mit der Erschaffung des Himmels ein. Der Blick richtet sich vom Himmel hin zu den Wassern. Den Mittelpunkt bildet die Erde. Sie ist die Mitte de Kosmos, sie ist der Lebensraum des Menschen und der Handlungsraum Gottes sowie der von ihm geschaffenen Weisheit. Das erste Schöpfungswerk, das in Gegenwart der Weisheit geschaffen wird, ist der Himmel. Er ist Synonym für den Wohnsitz Jahwes. Und auch die Weisheit selbst wird der himmlischen Sphäre zugeordnet. Nach dem Himmel folgt die Erschaffung der Erde. Daraufhin folgt die Beschreibung der Versorgung der Erde mit Wasser. Dem Wasser werden aber auch Satzungen und Gesetze gegeben, so dass Flutkatastrophen gebannt werden. Beides zusammen, die Aussage darüber, als die Welt noch nicht erschaffen war, und die Aussagen über die Erschaffung der Welt in ihren einzelnen Aspekten, ergibt ein Gesamtbild, das die Schöpfung als ganze in den Blick nimmt. Das einzige Schöpfungswerk, das der Vorwelt des Schöpfungswerkes Jahwes angehört, ist die Weisheit. Sie ist so bei der Erschaffung der Welt wie der Erschaffung des Menschen anwesend. Und sie wird in ihrem Verhältnis zum Schöpfer als Schoßkind, als Liebling qualifiziert, als geliebtes Kind. Die Weisheit begibt sich so in allernächste Nähe zu ihrem Schöpfer. V.31 beschreibt aber auch ihre Nähe zu den Menschen, und zwar zu allen ohne Ausnahme. Als Geschöpf Jahwes spiegelt sich hier wohl in der Weisheit Jahwes Liebe zur Menschheit. Indem der Dichter davon spricht, dass die Weisheit vor Jahwe spielt, misst er ihr eine eigenständige Mitwirkung bei der Schöpfung zu. Dieses Spiel erinnert an das Spiel der ägyptischen Göttinnen Ma´at und Hathor, das den Schöpfergott zu neuem Handeln motiviert und so die Schöpfung vorantreibt.

Der letzte Abschnitt ist nochmals in eigener Weise gestaltet: Viermal ruft die Weisheit auf, ihr Wort zu hören und ihrem Rat zu folgen. So soll der Mensch eine Entscheidung treffen. Wer sich für die Weisheit entscheidet, erwartet Lebensglück. Ist dies in den übrigen alttestamentlichen Texten vom Verhältnis des einzelnen zu Jahwe bzw. zur Tora abhängig, ist die Grundlage hier die Entscheidung für die Weisheit. Weisheit gilt als Eingangstor zum Leben. Doch wer die Entscheidung gegen die Weisheit trifft, trifft auch eine Entscheidung gegen das Leben. So werden dem Leser eindrücklich die Konsequenzen vor Augen geführt, die mit einer Annahme oder Ablehnung der Aufforderung der Weisheit ihr Gehör zu schenken und ihr zu folge, verbunden sind. Zwischen Heil und Unheil kann der Mensch wählen. Der Weg entscheidet sich in seinem gelebten Verhältnis zur Weisheit.

Bibelarbeit

Sich einfinden

GL 301 Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist

Rose Fitzgerald Kennedy (geb. 1890) lässt in ihrem Buch "Alles hat seine Stunde" die gut achtzig Jahre ihres ereignisreichen Lebens noch einmal an sich vorüberziehen. Die Wahl dieses Titels ist nicht zufällig. Er verweist auf eine Stelle im "Buch Prediger" (3,1-8) des Alten Testaments. Dort fand Mrs. Kennedy, was auch für ihr Leben galt: sie hat die schönsten, aber auch die schrecklichsten Stunden erlebt. Von ihren neun Kindern kam der älteste Sohn als Aufklärungspilot ums Leben; ihre Tochter Kathleen verunglückte bei einem Flugzeugabsturz tödlich; ihr Sohn John Fitzgerald fiel als Präsident der USA einem Attentat zum Opfer; ihr Sohn Robert wurde ermordet. Darüber hinaus trägt sie das Schicksal ihrer geistig behinderten Tochter Rosemary. Auf den letzten Seiten ihrer Lebenserinnerungen stellt sie sich die Frage, was ihr Leben trotz mancher schmerzlichen Erfahrungen so glücklich gemacht hat. Ihre Antwort lautet:

"Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass das wichtigste Element im menschlichen Leben der Glaube ist. Wenn Gott mir alle seine Segnungen, Gesundheit, körperliche Kräfte, Reichtum und Verstand nähme und mir nur eine Gabe ließe, so würde ich um den Glauben bitten, denn mit dem Glauben an ihn, seine Güte, Gnade und Liebe und mit dem Glauben an das ewige Leben könnte ich den Verlust seiner anderen Gaben wohl verschmerzen und trotzdem glücklich sein. Ich könnte ihm vertrauen und alles seiner unfehlbaren Vorsehung überlassen. Wenn ich meinen Tag mit einem Gebet beginne, in dem ich mich ihm weihe und ihm mein ganzes Vertrauen schenke, dann bin ich vollkommen ruhig und glücklich, gleichgültig, welche Schicksalsschläge mich erwarten, weil ich weiß, sie sind Teil seines göttlichen Plans, und er wird für mich und die Menschen sorgen, die ich liebe. Für mich bedeutet Glauben das unaufhörliche Bewusstsein der Existenz Gottes; nicht als einer fernen und von mir getrennten Wirklichkeit, sondern als eines Gegenstandes der spirituellen Erfahrung, mit dem mich eine ganz persönliche Beziehung verbindet. Damit will ich nur sagen, dass die Existenz Gottes für mich ebenso wirklich ist wie meine eigene... Was ich sagen will, ist, dass wir aus dem Glauben und durch den Glauben zu einem neuen Verständnis unserer selbst und der Welt kommen, die uns umgibt. Er stellt alles in eine geistige Perspektive, so dass Liebe, Freude und Glück ebenso wie Kummer, Sorgen und Verlust zu Teilen eines großen Bildes werden, das weit über Zeit und Raum hinausreicht."

(aus: Rose Fitzgerald Kennedy,
Alles hat seine Stunde, Meine Lebenserinnerungen,
Frankfurt 1974, 444f.)

Den Bibeltext lesen:
Spr 8

Über den Bibeltext sprechen:

Auf der Suche nach dem Begriff der Weisheit notieren die TN "Weisheiten". Dies können Gedichte, Kalendersprüche, Werbeslogans u.ä. sein. Im Gespräch darüber sollte der L darauf achten, das Profil biblischer Weisheit im Unterschied zu den "Weisheiten" herauszustellen.

Im Anschluss bietet sich ein Gespräch über Spr 8 an. Wie wird der Weisheitsbegriff, der hier vorgestellt wird, für uns lebendig? Wie erreicht uns der Ruf der Weisheit? Welche Rolle spielt die Weisheit im Weltganzen? An welchen Orten ist die Weisheit aus unserer Sicht notwendig? Die Weisheit wird personifiziert dargestellt. Gibt es für uns Menschen, die wir als weise Menschen ansehen, an denen wir uns orientieren, die wir um Rat fragen? Am Ende ruft die Weisheit zu einer Entscheidung auf. Was impliziert eine solche Entscheidung für uns? Wo berührt sie unser Leben? Mit welchen Folgen ist möglicherweise zu rechnen? Glaube und Weisheit hängen eng miteinander zusammen. Eine verantwortete Entscheidung ist Aufgabe und Herausforderung. Bedenken wir dies in Ruhe.

Den Bibeltext ins eigene Leben übersetzen:

Das biblische Gebet um Weisheit beginnt mit einer kurzen Einleitung: "Ich war ein begabtes Kind und hatte eine gute Seele erhalten, oder vielmehr: gut, wie ich war, kam ich in einen unverdorbenen Leib. Ich erkannte aber, dass ich die Weisheit nur als Geschenk Gottes erhalten könne – und schon hier war es die Klugheit, die mich erkennen ließ, wessen Gnadengeschenk sie ist" (Weish 9, 1-18).

In einem kurzen Moment der Stille überlegen die TN, welche Gaben, welche Weisheit sie bereits besitzen.

GL 292 Herr, dir ist nichts verborgen

Nach dem Lied schreiben die TN auf Zettel, die in die Mitte gelegt werden, um welche Weisheit sie Gott bitten möchte.

Abschlusslied:

Schenk uns Weisheit, schenk uns Mut.

Weiterführende Literatur:

  • Baumann, Gerlinde, Die Weisheitsgestalt in Proverbien 1-9. Traditionsgeschichtliche und theologische Studien, FAT 16, Tübingen 1996
  • Fischer, Irmtraud, Gotteslehrerinnen. Weise Frauen und Frau Weisheit im Alten Testament, Stuttgart 2006
  • Fuhs, Hans F., Sprichwörter, NEB, Würzburg 2001
  • Lang, Bernhard, Anweisungen gegen die Torheit. Sprichwörter – Jesus Sirach, SKK.AT 19, Stuttgart 1973
  • Meinhold, Arndt, Die Sprüche. Teil 1: Sprüche Kapitel 1-15, ZBKAT 16.1, Zürich 1991
  • Müllner, Ilse, Das hörende Herz. Weisheit in der hebräischen Bibel, Stuttgart 2006
  • Schroer, Silvia, Die Weisheit hat ihr Haus gebaut. Studien zur Gestalt der Sophia in den biblischen Schriften, Mainz 1996
  • Westermann, Claus, Wurzeln der Weisheit. Die ältesten Sprüche Israels und anderer Völker, Göttingen 1990

Dipl.-Theol. Esther Brünenberg, Juli 2008
Katholisches Bibelwerk im Bistum Münster (www.bibelwerk.de)
in Kooperation mit
kirchensite - online mit dem Bistum Münster
(www.kirchensite.de)
Foto: Archiv

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