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28.06.2017
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Professor Kertelge

Professor Kertelge wird 80 Jahre alt

"Führende Gestalt der katholischen Exegese"

Münster. Professor Karl Kertelge wird am Freitag (28.04.2006) 80 Jahre alt. Der Theologe war von 1976 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1991 Lehrstuhlinhaber für Exegese des Neuen Testaments und Direktor des Seminars für Exegese des Neuen Testaments an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster. Überdies war er von 1990 bis 2002 nicht-residierender Domkapitular am münsterschen St.-Paulus-Dom sowie Leiter der Fachstelle für Ökumene im Generalvikariat.

Karl Kertelge, der aus Selm stammt, hat in Münster und München Theologie studiert. Nach der Priesterweihe 1951 in Münster war er als Kaplan und Religionslehrer in Marl und Burgsteinfurt tätig. "Seine Ausbildung hat er in Münster bei Max Meinertz und Josef Gewiess genossen; aber er wusste, dass man sich auch umhören musste, um in der Bibelwissenschaft weiterzukommen", meint sein Schüler, Professor Thomas Söding (Münster/Wuppertal). Das Freisemester führte ihn so nach München, wo er Friedrich-Wilhelm Maier, den Altmeister der modernen Exegese in der katholischen Theologie, suchte – und den jungen Privatdozenten Rudolf Schnackenburg fand, der ihm zeigte, "dass man nicht schwer zu leiden brauchte, sondern viel gewinnen konnte, um theologische Orientierung und historische Kritik zusammenzubringen", wie Söding verdeutlicht.

Schwerpunkte seiner exegetischen Arbeit

In Münster selbst wusste Kertelge die Nachbarschaft der evangelischen Fakultät zu nutzen. Als wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Münster wurde er promoviert. Die Schwerpunkte seiner exegetischen Arbeit waren früh vorgezeichnet: Die Dissertation über die "Rechtfertigung bei Paulus" (1966) war und ist ein Standardwerk; nach Södings Worten "ein Durchbruch, ein Meilenstein auch auf dem Weg zur 'Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre' des Lutherischen Weltbundes und des Päpstlichen Einheitsrates 1999 in Augsburg, dem wichtigsten Text der evangelisch-katholischen Ökumene". Zahlreiche Beiträge zu Paulus, zusammengefasst in "Grundthemen paulinischer Theologie" (1991) folgten; alle verbinden das exegetische mit einem ökumenischen Interesse.

Die Habilitationsschrift über die "Wunder Jesu im Markusevangelium" (1970) fasste ein heißes Eisen der historischen Jesusforschung an; neu war die Perspektive, das theologische Interesse des Evangelisten Markus an den Wundern Jesu zu untersuchen. Anschließend ging er als Professor für Exegese des Neuen Testaments an die Theologische Fakultät Trier. 1976 folgte Professor Kertelge einem Ruf zurück an die Universität in Münster.

Internationale Anerkennung

Auch in zahlreichen Arbeiten zu Themen der Urkirche, angefangen mit "Gemeinde und Amt" (1972) und im grundlegenden Artikel über die Kirche im "Handbuch der Fundamentaltheologie" (1986), gibt sich Kertelge nach Södings Darstellung nicht mit hochfliegenden Theorien zufrieden, sondern fragt nach der "Wirklichkeit" der Kirche. Er spiele aber nicht die historische Forschung gegen die theologische Urteilsbildung aus, sondern führe beides zusammen.

1991 wurde Kertelge emeritiert. Aktiv blieb er weiter: Bei der Neuauflage des elfbändigen "Lexikons für Theologie und Kirche", die an der Jahrtausendwende abgeschlossen wurde, war er der Fachmann für Neues Testament. 17 Jahre lang war Kertelge Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschen katholischen Neutestamentler, fünf Jahre lang Vorsitzender des Deutschen Ökumenischen Studienausschusses: "Karl Kertelge ist eine führende Gestalt der katholischen Exegese und Theologie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil", urteilt Söding. Die internationale Anerkennung seiner Forschung sei mindestens so groß wie die nationale, die interkonfessionelle mindestens so groß wie die innerkatholische. Söding: "Karl Kertelge weiß, dass die Kirche gute Theologie braucht – und die Theologie eine kirchliche Wissenschaft ist."

Text: Norbert Göckener, 26.04.2006

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