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29.06.2016
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Aus dem kirchensite.de-Archiv

Bibelarbeit im April 2006

"Mein Gott, mein Gott, wozu …?"

(Ps 22,2/Mk 15,34)
Gottvertrauen wider den Schein oder doch von allen guten Geistern verlassen?

"Es ist vollbracht!" – Wirklich?
"Als Jesus von dem Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und er neigte das Haupt und gab seinen Geist auf." (Joh 19,30). Die an der Passionslesung Beteiligten schließen die Bücher, die ganze Gemeinde folgt dem Vorbild des Pfarrers und kniet sich nieder, während die letzten Worte in der ehrfurchtsvoll stillen Kirche verhallen. Selbst das Husten und Niesen ist verstummt. Nur eine einsame Digitaluhr verkündet piepsend, was die Stunde geschlagen hat: 15 Uhr, nach antiker Zählung die "neunte Stunde" und damit traditionsgemäß die Todesstunde Jesu – was für ein Timing! Es ist Karfreitag und wieder einmal stellt die Johannespassion einen der Höhepunkte dieser Feier dar.

Wer regelmäßig an der Karliturgie teilgenommen hat, der wird den jährlich wiederkehrenden Text gut kennen, der sich hervorragend für eine "dramatische" Inszenierung eignet. Die Berührungen mit einem Theaterstück sind offensichtlich: Personen treten auf und von der Bühne wieder ab, Dialoge wechseln sich mit Volksakklamationen ab und die dramatische Dynamik ist von Anfang an spürbar – bis zum Ende, das zugleich den Höhepunkt markiert: Es ist vollbracht!

Jesus hat es geschafft, er hat seine "Mission" vollendet, er hat vollbracht, wozu er in die Welt gekommen ist. Aus und vorbei, könnte man sagen, doch liegt in diesem Tod eine Würde, eine Hoheit, eine Herrlichkeit – Es ist einfach vollbracht!

– Schnitt –

"Warum um Gottes Willen hat er uns das angetan? Warum bloß hat er uns verlassen?" Fassungslos sitzt die junge Frau und Mutter von zwei Kindern am Küchentisch und überfliegt wieder und wieder die wenigen Zeilen auf dem Notizblock: "Freiheit und Unabhängigkeit", "schon länger nicht mehr in Ordnung", "muss hier raus und weg", "es tut mir leid". Was ist passiert? Ihr Partner hat sie verlassen, hat sie sitzen gelassen mit den Schulden und den Kindern. Der Mensch, den sie von Herzen liebt, dem sie bedingungslos vertraut hat, mit dem sie immer treu durch gute wie durch schlechte Tage gegangen ist, auf den sie sich immer verlassen hat – dieser Mensch hat sie aufs Tiefste enttäuscht, verletzt, in einen dunklen Abgrund gestürzt. Und das nach all dem, was man gemeinsam durchgemacht und -gestanden hat. Jetzt fühlt sie sich einsam und allein und weiß nicht, wie es weitergehen soll – Es ist einfach vorbei!

Zwei Menschen, Jesus und die junge Frau, zwei schicksalhafte Ereignisse im Leben. Jesus stirbt am Kreuz, die junge Frau hat mit dem Zerbrechen ihrer Partnerschaft einen kaum zu ermessenden Schicksalsschlag erlitten. Und doch scheinen Welten zwischen diesen beiden Personen zu liegen: hier "Es ist vollbracht!", dort "Schluss, aus und vorbei!" Aber stimmt das wirklich? Vielleicht liegen gar keine Welten dazwischen, sondern nur ein paar Seiten, denn blättert man vom Johannesevangelium in der Bibel etwas weiter nach vorne, zu Markus, dann schreit einem Jesus ein ganz anderes letztes Wort entgegen: nicht "Es ist vollbracht!" (Joh 19,30), sondern "Eloi, Eloi, lema sabachtani?, das heißt übersetzt: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?" (Mk 15,34; vgl. Mt 27,46). Das klingt schon deutlich anders, von wegen: "Es ist vollbracht!" Scheitern scheint zum Ausdruck zu kommen: Der Tod Jesu als dunkle Stunde der äußersten Gottverlassenheit – von Triumph und Vollbringen an dieser Stelle keine Spur!

Wer die Wahl hat, hat die Qual – Umgang mit der Traditionsvielfalt

Dass Jesus am Kreuz stirbt, darin sind sich alle vier Evangelien einig, doch welches letzte Wort er vor seinem Tod spricht, an diesem Punkt gehen die Überlieferungen auseinander – Johannes erzählt hier Anderes als Markus (und Matthäus). Noch einmal verwirrender wird die Situation, wenn man zusätzlich bei Lukas nachschaut und das "Ende" Jesu, seinen Tod, betrachtet, denn dort wird ihm wieder ein anderes Wort in den Mund gelegt: "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist" (Lk 23,46). Wir haben es somit ganz offensichtlich mit mehreren unterschiedlichen Traditionen zu tun.

Doch was tun an dieser Stelle? Was fängt man mit diesem Befund an? Man könnte sich ans Gotteslob halten, das in der Andacht mit dem aussagekräftigen Titel "Die sieben Worte Jesu am Kreuz" unter der Nummer 776 eine Art "Evangelienharmonie" bzw. eine "Zusammenführung" betreibt und die unterschiedlichen Traditionen in eine "sinnvolle" Reihenfolge bringt: Das schwierige und dunkle Wort von der Gottverlassenheit begegnet hier an vierter Position und den Abschluss bilden natürlich das überzeugte "Es ist vollbracht" und das vertrauensvolle "Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist". Oder aber man nimmt ernst, dass jedes Evangelium eine eigene Aussage bzgl. des Todes Jesu vermitteln will, dass je eine eigene Theologie und zumindest implizit ein unterschiedliches Gottesbild zum Ausdruck gebracht werden. Dann kommt die nicht beantwortbare Frage, wie es historisch "wirklich" gewesen ist, gar nicht in den Sinn. Natürlich ist es legitim, die eine oder die andere Fassung zur eigenen "Lieblingsversion" zu erklären, doch sollte der Rest auch nicht komplett ausgeblendet bleiben und da wir uns 1.) im Lesejahr B befinden, welches das Markusevangelium in den Mittelpunkt stellt, und da 2.) das "Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?" oft ob seiner herausfordernden Anfrage etwas stiefmütterlich behandelt wird, möchte die vorliegende Bibelarbeit genau dies in den Blick nehmen. Wir wollen uns ganz speziell mit Mk 15,34 auseinandersetzen und dem Schrei Jesu von der Gottverlassenheit etwas näher kommen.

"Mein Gott, mein Gott, wozu …?" (Ps 22,2) – Jesus als vertrauensvoller Psalmenbeter?

Doch bleiben wir zunächst noch etwas unmittelbar bei diesem Wort: "Eloi, Eloi, lema sabachtani?", was mit "Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?" zu übersetzen ist. Jesus schreit dies mit lauter Stimme in höchster Not, doch nicht irgendwelche selbst erdachten Worte, sondern im Grunde "Altbekanntes": Wer mit den Psalmen vertraut ist, wird sich an Ps 22,2 erinnert fühlen, bzw. wer hier nicht so kundig ist, findet in den Anmerkungen seiner Bibel den entsprechenden Hinweis. Jesu letztes Wort nach Mk – ein Psalmenzitat. Das ist nicht ungewöhnlich, auch Lk 23,46 wählt aus diesem jüdischen wie christlichen "Gebetsschatz" für das große "Finale" aus, allerdings entscheidet er sich mit Ps 31,6 für eine deutlich anders akzentuierte Überlieferung.

Beide Evangelisten greifen somit auf die weisheitlichen Gebetstraditionen Israels zurück, welche auch in den urchristlichen Gemeinden im Rahmen von Gebet und Liturgie eine wichtige Rolle gespielt haben dürften (vgl. Apg 1,14).

Grundlegendes zu den Psalmen – Eine kurze Einführung
Als "Psalm" gehört Ps 22 als einer von 150 Einzeltexten zum "Buch der Psalmen", das von folgender zentralen Dynamik bestimmt ist: von der Klage über die Bitte zum Lobpreis – gipfelnd im großen "Schlusshalleluja" ("Hallelu-Ja!" = "Lobt JHWH/Gott!") Ps 146–150. Der "Psalter" insgesamt kann als "Rollenbuch eines dramatischen Kampfes für Recht und Gerechtigkeit" bezeichnet werden und es fällt auf, dass eine schonungslos realistische Weltsicht überwiegt und eine damit korrespondierende "harte" Sprache zu einer irritierenden Konfrontation mit einer als feindlich wahrgenommenen Welt führt. Drastische Metaphorik dominiert. Auseinandersetzungen finden sich auf verschiedenen Ebenen: Gerechte vs. Frevler, Israel vs. die Völker, Gott vs. Götzen, Gut vs. Böse, Leben vs. Chaos etc. Vor dem Hintergrund dieser Vielfalt bieten Psalmen für jeden und jede und auch für die unterschiedlichsten Situationen im Leben etwas, ja sie stellen geradezu einen "Gebetsschatz" dar, der für nahezu jeden Kontext das Passende parat hat. Entsprechend findet man im Psalmenbuch viele verschiedene Psalmengattungen, beispielsweise Lob-, Wallfahrts-, Zions-, aber auch Fluch- und Klagepsalmen. Und Letztere sind für uns nun hauptsächlich interessant.

 "Abends und morgens und mittags klage und stöhne ich" (Ps 55,18) – Klage und Klagepsalm
Ps 22 kann geradezu als "Paradebeispiel" eines Klagepsalms angeführt werden, deren es noch mehrere im Psalmenbuch gibt. Daran zeigt sich nicht zuletzt, dass biblische Texte – allen voran die Psalmen – der Klage einen großen Stellenwert einräumen, oftmals ganz im Gegensatz zur pastoral-seelsorgerischen Praxis und zur modernen Gesellschaft. Klage wird in der Bibel als eine legitime Haltung präsentiert bzw. in manchen Situationen als die einzig verbleibende authentische Reaktion und Lebensäußerung. Manchmal kann eben "nur" noch geklagt werden gemäß dem Motto: "Schweigen ist Silber, Klagen ist Gold". Dabei gehen Klage vor Gott und Anklage gegen Gott teilweise ineinander über. Klagepsalmen sind gewissermaßen "Konfliktgespräche mit Gott".

Zu einem "Gespräch" braucht es mehrere beteiligte Personen (-gruppen) und ganz grundsätzlich sind in Klagepsalmen – so auch in Ps 22 – deren drei zu finden: Gott, der Beter/die Beterin, Feind(e). Gott erscheint hierbei zumeist als Adressat von Vorwürfen, wobei die "Gottferne" immer wieder eine wichtige Rolle spielt, denn das Vergessen- respektive Verlassensein von Gott wird als Lebensminderung (oder sogar Lebensverunmöglichung) erlebt bzw. bewirkt diese negativen Konsequenzen. Während die Zuwendung Gottes zu Leben, Gedeihen, Wohlergehen, Segen und Gesundheit führt, gehen Bestürzung, Schrecken und Tod mit Gottes Abwendung einher. Entsprechend wird gerade die Abwesenheit Gottes beklagt und in einer Situation existentieller Betroffenheit die kreatürliche Sehnsucht nach dem lebensspendenden Gott zum Ausdruck gebracht. Als Subjekt der Klage ist die Beterin/der Beter selbst als Ganze/r betroffen und klagt aus der "Personmitte", dem Lebenszentrum, heraus. Ein lebenswertes, sprich heilerfülltes Leben ist angestrebt und wird von und vor Gott gewissermaßen er- und eingeklagt – man will sich mit erfahrenem Leid und Unrecht eben nicht klag- und fraglos abfinden! Dabei kommen manchmal als "bittere Begleiterscheinung" zu allem Übel auch noch Feinde hinzu, die entweder das die Klage auslösende Leid verursachen oder aber den "sozialen Tod" manifestieren – zu verstehen als Zusammenbruch bestehender sozialer Beziehungen und als Einbruch des Chaotischen ins Leben des Beters/der Beterin.

Kurz: Klagepsalmen schildern Leid und Not paradigmatisch als "Urleiden der Gottverlassenheit".

Psalm 22 – Ein Klagepsalm par excellence
Mit diesen Grundinformationen im Hinterkopf wollen wir nun Ps 22 genauer unter die Lupe nehmen.

1Dem Chorleiter. Nach "Hirschkuh der Morgenröte". Ein Psalm. Von David.

 2Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?
Fern von meiner Rettung sind die Worte meines Gestöhns.
 3Mein Gott, ich rufe bei Tage und du antwortest nicht;
und bei Nacht und mir wird keine Ruhe.

4Doch du bist heilig, der du wohnst unter den Lobgesängen Israels.
5Auf dich vertrauten unsere Väter; sie vertrauten und du rettetest sie.
6Zu dir schrieen sie um Hilfe und wurden gerettet;
sie vertrauten auf dich und wurden nicht zu Schanden.

7Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch,
ein Spott der Leute und verachtet vom Volk.
8Alle, die mich sehen, spotten über mich;
sie verziehen die Lippen, schütteln den Kopf:
9"Er hat es auf den HERRN gewälzt,
der rette ihn, befreie ihn, denn er hat ja Gefallen an ihm!"

10Ja, du bist es, der mich aus dem Mutterleib gezogen hat,
der mir Vertrauen einflößte an meiner Mutter Brüsten.
11Auf dich bin ich geworfen von Mutterschoß her,
von meiner Mutter Leib an bist du mein Gott.

12Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe, denn kein Helfer ist da.

13Viele Stiere haben mich umgeben,
starke Stiere von Baschan mich umringt.
14Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt,
wie ein Löwe, reißend und brüllend.
15Wie Wasser bin ich hingeschüttet
und alle meine Gebeine haben sich zertrennt;
wie Wachs ist mein Herz geworden,
zerschmolzen in meinem Inneren.
16Meine Kraft ist vertrocknet wie eine Scherbe
und meine Zunge klebt an meinem Gaumen;
und in den Staub des Todes legst du mich.
17Denn Hunde haben mich umgeben,
eine Rotte von Übeltätern hat mich umzingelt.
Sie haben meine Hände und meine Füße durchgraben.
18Alle meine Gebeine könnte ich zählen.
Sie schauen und sehen auf mich herab.
19Sie teilen meine Kleider unter sich
und über mein Gewand werfen sie das Los.

20Du aber, HERR, sei nicht fern!
Meine Stärke, eile mir zu Hilfe!

21Errette vom Schwert meine Seele,
meine einzige aus des Hundes Pranke!

22Rette mich aus dem Rachen des Löwen und von den Hörnern der Büffel!

Du hast mich erhört.

 23Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben. 24Ihr, die ihr den HERRN fürchtet, lobet ihn; alle Nachkommen Jakobs, verherrlicht ihn und scheut euch vor ihm, alle Nachkommen Israels! 25Denn er hat nicht verachtet noch verabscheut das Elend des Elenden, noch sein Angesicht vor ihm verborgen; und als er zu ihm schrie, hörte er. 26Von dir kommt mein Lobgesang in großer Versammlung; erfüllen will ich meine Gelübde vor denen, die ihn fürchten. 27Die Sanftmütigen werden essen und satt werden; es werden den HERRN loben, die ihn suchen; leben wird euer Herz für immer.

28Es werden daran gedenken und zum HERRN umkehren alle Enden der Erde; vor dir werden niederfallen alle Geschlechter der Nationen. 29Denn dem HERRN gehört das Königtum, er herrscht über die Nationen. 30Es aßen und fielen nieder alle Fetten der Erde; vor ihm werden sich beugen alle, die in den Staub hinab fuhren, und der, der seine Seele nicht am Leben erhalten konnte. 31Nachkommen werden ihm dienen; man wird vom Herrn erzählen einem Geschlecht, das kommen wird. 32Sie werden verkünden seine Gerechtigkeit einem Volk, das noch geboren wird,

denn er hat es getan.

Einige grundlegende Beobachtungen:
In Ps 22 wechseln sich (für Klagepsalmen typische) unterschiedliche Passagen ab. Nach der Überschrift in V. 1 setzt mit doppelter Anrufung Gottes (invocatio) unmittelbar und dringlich die Klage ein, die die extreme Not geradezu herausbrüllt: die Gottferne bzw. Gottverlassenheit (V. 2f.). Hier liegt die Wurzel allen Unglücks. Dies macht der Beter/die Beterin als zentralen "Unglücksfaktor" aus: Gott ist fern, erhört das Rufen nicht und gibt schon gar keine Antwort. Dann folgt – vielleicht überraschenderweise – ein Abschnitt (V. 4–6), der Gott "heilig" nennt und in Art eines "Bekenntnisses" in die Vergangenheit zurückblickt: Es gibt (zumindest) die Erinnerung an erfahrene göttliche Hilfe und das in Gott gesetzte Vertrauen ist (wenigstens früher) nicht enttäuscht worden. Anschließend begegnet wieder heftige Klage (V. 7–9), wobei hier auch die Mitmenschen als "feindlich gesinnt" wahrgenommen werden, gefolgt von erneuten Vertrauensbekundungen (V. 10f.) und der zentralen Bitte (V. 12): "Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe, denn kein Helfer ist da!" – dies erwartet der Beter/die Beterin von Gott. Daran schließt sich wieder ein längerer Klagepassus (V. 13–19) mit eindrücklich-drastischen Formulierungen an, bevor sich der Beter/die Beterin in den Schlussbitten (V. 20–22) ein letztes Mal aufbäumt.

Hier wird deutlich, weshalb Klagepsalmen als "Konfliktgespräche" mit Gott bezeichnet werden können (vgl. oben). Wir haben es mit einem Prozess, einer Dynamik, zu tun. Ausgangspunkt ist die erlebte Ferne Gottes, der die geglaubte Nähe – zumindest erinnernd – gegenübergestellt wird. Der Rückgriff auf vergangene Erlebnisse mit der rettenden und helfenden Gegenwart Gottes dient hierbei sowohl der eigenen Vergewisserung (Gott hat geholfen – Gott wird es wieder tun), als auch der "Überredung" bzw. "Überzeugung" Gottes (Du hast geholfen – Tue es doch um deiner selbst willen auch jetzt!). Man erinnert sich selbst daran, aber eben auch Gott, der im Moment so fern ist bzw. scheint. Ob dies wirklich so ist, vermag der Beter/die Beterin nicht zu sagen, auf jeden Fall hofft er/sie das Gegenteil: Gott ist irgendwo und irgendwie da, auch wenn alles dagegen spricht und der Anschein ein ganz anderer ist. Diese geglaubte Gegenwart Gottes wird gegen die erfahrene, erlebte Ferne Gottes gesetzt. Im beschriebenen Wechsel der Passagen spiegelt sich das Hin- und Herschwanken der betenden Person zwischen Hoffen und Bangen, doch letztlich wird an Gott festgehalten – sonst bräuchte ich meine Klage ja gar nicht erst an diesen Gott zu richten. Entsprechend ist die Klage vom richtungs- und orientierungslosen "Jammern" deutlich zu unterscheiden, denn während letzteres in ausschließlich zurückblickender Perspektive impulslos verharrt und sich in Selbstmitleid ergeht, realisiert sich in der Klage ein (fast) unerschütterliches Vertrauen: Dem lebendigen und lebensspendenden Gott wird die Klage über das eigene von Leid und vielfältiger Not so tief gezeichnete Leben entgegengeschleudert – dem Gott, dem man alleine Hilfe zutraut, vom dem man sich Rettung erwartet und den man eindringlich bittet: Komm und tu endlich was! Rette mich! Hilf mir!

So weit, so gut, doch damit ist noch nicht der abrupte "Stimmungsumschwung" in V. 22 erklärt: "Du hast mich erhört!" Vergessen sind Not und Bitten, die Rettung ist scheinbar bereits erfolgt und abschließend wird ein Lobpreisversprechen in Art eines "Gelübdes" gegeben (V. 23–32). Wie ist dies zu verstehen? Zwei Möglichkeiten gibt es: Entweder ist ein zeitlicher Bruch anzunehmen, wobei in dieser "Lücke" das rettende Handeln Gottes tatsächlich erfolgt und damit die objektive Wirklichkeit verändert worden ist. Oder – und dies ist angesichts der bisher beschriebenen Dynamik des Klagepsalms wahrscheinlicher: Durch den Gebetsprozess erlangt der Beter/die Beterin eine derartige Heilsgewissheit, dass er/sie die Rettung, Gott lobend und dankend vorwegnehmen kann. Nicht eine Änderung der objektiven Wirklichkeit ist erforderlich, sehr wohl aber eine neue subjektive Sicht der Dinge – und diese ist mindestens ebenso entscheidend wie die "harten Fakten". Man ist somit von der Gottferne und Gottverlassenheit zur unerschütterlichen Gewissheit bzgl. der helfenden Gegenwart und heilbringenden Nähe Gottes fortgeschritten und daraus speist sich das Vertrauen, dass die tatsächliche Rettung auch nicht mehr lange auf sich warten lassen wird.

Gottvertrauen wider den Schein – Auch bei Jesus?

Schlagen wir den Bogen zurück zu Mk 15,34. Markus macht es seinen Leserinnen und Lesern ja augenscheinlich nicht leicht. Die letzten Worte, die Jesus im Markusevangelium spricht (der Abschnitt Mk 16,9–20 ist erst später an das Markusevangelium angeschlossen worden), bestehen tatsächlich in dem harten Gebetsruf "Mein Gott, mein Gott, wozu …?". Für Christen ist das manchmal schwer verständlich. Der Sohn Gottes (vgl. Mk 1,1.11; 9,7) soll sich von Gott, seinem Vater, verlassen fühlen und derart unerlöst sterben? Was ist denn das für ein Vater, der seinen Sohn derart im Stich lässt? Hatte Jesus nicht ein anderes Gottesbild, als er in Galiläa unterwegs war und das Reich Gottes verkündigte?

Nein, so kann und darf Jesus nicht sterben. Und: Nein, so hat Markus das sicher nicht sagen wollen. In dieser Linie wird die These vertreten, Jesus habe gleichsam durch das Anzitieren des Beginns von Psalm 22 den ganzen Psalm gemeint, sei also gar nicht in der Klage, die den Anfang des Psalms markiert, stecken geblieben, sondern zum Gottvertrauen durchgebrochen. "Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?" sei kein "Verzweiflungsschrei", sondern eine "Vertrauensäußerung". Dann hat auch Jesus in seinem Gebet den Weg zurückgelegt, den jeder Beter eines Klagepsalms innerlich bewältigt (s. o.). Aber: Hält diese Sicht der Dinge dem markinischen Textbefund stand?

Bibelarbeit

"Mein Gott, mein Gott, wozu …?" (Mk 15,34) – Die Probe aufs Exempel

Die ver-kehrte Textwelt des Markus
Machen wir die Probe aufs Exempel und schauen uns den Text der Markuspassion genauer an. Jesus ist von Pilatus zum Tode verurteilt worden (Mk 15,15), die Soldaten haben ihn im Prätorium verspottet (Mk 15,16–20), auf dem Weg nach Golgotha trägt ihm Simon von Kyrene das Kreuz (Mk 15,21). Markus fährt fort:

22Und sie bringen ihn zu dem Golgotha-Ort, welches übersetzt ist: Schädel-Ort
23Und sie gaben ihm mit Myrrhe gewürzten Wein; der aber nahm (ihn) nicht.
24Und sie kreuzigen ihn und aufteilen sie sich seine Gewänder, werfend ein Los über sie, wer was nähme.
25(Es) war aber (die) dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn.
26Und (es) war die Aufschrift seiner Schuld aufgeschrieben: Der König der Judaier.
27Und mit ihm kreuzigen sie zwei Räuber, einen zur Rechten und einen zur Linken von ihm.
29Und die Vorbeigehenden lästerten ihn, schüttelnd ihre Köpfe und sagend: Ha, (du,) der den Tempel zerstören und bauen wollte in drei Tagen,
30rette dich selbst, herabsteigend vom Kreuz!
31Gleicherweise auch die Hochpriester, spottend untereinander mit den Schriftkundigen, sagten: Andere rettete er, sich selbst kann er nicht retten;
32der Christos, der König Israels, soll herabsteigen jetzt vom Kreuz, damit wir sehen und glauben. Auch die Mitgekreuzigten mit ihm schmähten ihn.
33Und als geworden war (die) sechste Stunde, Finsternis wurde über die ganze Erde bis zur neunten Stunde.
34Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: Eloi Eloi lema sabachthani? Was ist übersetzt: Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?
35Und einige der Dabeistehenden, hörend (es), sagten: Sieh, nach Elias schreit er.
36Laufend aber einer (und) füllend einen Schwamm mit Essig, steckend (ihn) auf ein Rohr, gab er zu trinken ihm, sagend: Lasst, sehen wir, ob Elias kommt, ihn herunterzuholen.
37Jesus aber, ausstoßend einen lauten Schrei, hauchte aus.
38Und der Vorhang des Tempels wurde gespalten in zwei (Stücke) von oben bis unten.
39Sehend aber der Centurio, der dabeistehende gegenüber von ihm, dass er so aushauchte, sprach: Wahrhaft, dieser Mensch war Sohn Gottes.
(V. 28 ist aus Lk 22,37 eingedrungen und findet sich nicht in den ältesten Handschriften des Markusevangeliums.)

Unsere Textpassage lässt sich grob in vier Abschnitte gliedern: Die V. 22–27 berichten von der Kreuzigung Jesu und einigen begleitenden Geschehnissen. Der eigentliche Kreuzigungsvorgang wird – da er für antike Leser zum Alltagswissen gehörte – nicht näher geschildert. Mit V. 29 wird eine Reihe von Lästerungen eröffnet (Passanten, Hohepriester und Mitgekreuzigte), die in V. 32 an ihr Ende gelangt. Durch die auffällige doppelte Zeitangabe in V. 33f. besonders betont, folgt bis V. 37 die Schilderung des Todes Jesu. Die Verse 38f. schließlich erzählen von zwei Reaktionen auf diesen Tod.

Im Blick auf Ps 22 ist es nun äußerst auffällig, dass nicht nur der V. 34 ein Zitat aus unserem Psalm beinhaltet (Ps 22,2). Auch die Kleiderverteilung in V. 24 bedient sich der Sprache von Ps 22. Hier wird wörtlich Ps 22,19 zitiert. Die Lästerung (das Schütteln der Köpfe) der Vorbeigehenden in V. 29 findet sich obendrein in Ps 22,8 wieder (vgl. den Kursivdruck). Damit wird sofort klar: Markus zitiert den Psalm von hinten nach vorne. Zunächst greift er V. 19 auf, dann V. 8, um schließlich mit V. 1 zu enden. Wenn der Beginn des Psalms von Jesus gesprochen wird, ist der weitere Text schon längst genannt. Diese bewusste Strukturierung und Zitateinspielung verweigert sich dann aber geradezu dem Gedanken, Markus hätte seinen Jesus mit dem anklagenden Ausruf ("Mein Gott, mein Gott, wozu hast du mich verlassen?") den ganzen Psalm (von vorne nach hinten) beten lassen wollen. Die Umkehrung des Psalmtextes bringt vielmehr die ganze Härte im Sterben Jesu zum Ausdruck: Im Markusevangelium stößt Jesus am Ende seines Lebens nicht mehr zu einer Vertrauensäußerung, wie sie am Ende des Psalms steht, vor. Mit letzter Kraft presst er vielmehr den Klageschrei des von Gott Verlassenen heraus. Wie soll man mit dieser "Enttäuschung" umgehen?

Markinische Provokationen: Auslegungsversuche I – Nachfolge mit Konsequenzen
Markus provoziert sein Publikum mit der Passionsgeschichte. Er will vorgegebene Muster aufbrechen, Prozesse des Umdenkens einleiten, ja rüttelt vielleicht sogar an bequemen Gottesbildern. Zwei Auslegungsversuche können dies exemplarisch zeigen.

Wer das Markusevangelium gut kennt, den müsste der Schrei Jesu am Kreuz besonders irritieren. Hat Jesus etwa seine eigene Predigt vergessen? Sicher, im Evangelium spricht er mehrfach davon, dass der Menschensohn vieles erleiden muss (Mk 8,31; 9,31; 10,33), aber dabei hat er doch stets die Auferstehung nach drei Tagen im Blick. Glaubt Jesus seiner didaktisch durch die Wiederholung so gut aufbereiteten Botschaft im Ernstfall selbst nicht? Das Leid des Menschensohns hat doch mehr einen "Durchgangscharakter". Am Ende steht der Sieg über den Tod. Zwei der Jünger Jesu nehmen diese Art von "Durchgangsleid" hin zu einer herrlichen Zukunft besonders "ernst": Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus. Kaum hat Jesus zum dritten Mal sein bevorstehendes Geschick angekündigt (Mk 10,33f.), machen die beiden Jesus ihre Aufwartung (Mk 10,34–40). Ihre Bitte richtet sich direkt auf die Zeit der Herrlichkeit Jesu. Sie schielen geradezu schon auf die andere Seite und wollen dort die besten Plätze rechts und links neben Jesus einnehmen. Angespornt durch die Leidensankündigungen Jesu, an deren Ende ja immer schon das Wort von der Auferstehung steht, sind sie bereit, auch selbst den Kelch des Leides zu trinken (vgl. Mk 14,36), wenn sie dafür die besten Plätze ergattern können.

Ihr Wunsch provoziert harsche Kritik: Die übrigen zehn Jünger reagieren unwirsch (Mk 10,41), Jesus setzt sich in der anschließenden Jüngerbelehrung kritisch mit dem Machtstreben der Zebedaiden auseinander (Mk 10,42–45) und auch der Evangelist schiebt dieser Perspektive einen Riegel vor. Liest man nämlich Mk 15,34 im Angesicht der drei Leidensankündigungen in Mk 8–10, dann ergibt sich so etwas wie eine interne Korrektur. Von der Gewissheit der Auferstehung am dritten Tag ist im Moment des Todes Jesu nichts geblieben. Spätestens hier wird deutlich, dass Markus nicht einen historischen Bericht über die Geschichte Jesu verfassen, sondern als Theologe im Blick auf seine Leserinnen und Leser eine bestimmte Option vermitteln will. Dazu nimmt er diesen Widerspruch in seinem Evangelium bewusst in Kauf. Er schreibt allen, die zu Jesus gehören wollen und dabei nur auf die glorreiche Zukunft starren, ins Stammbuch: "Macht es euch nicht zu einfach! Erinnert euch an Jesu Sterben! Nachfolge Jesu ist nichts für schwache Nerven. Sie muss im alltäglichen Leben (provozierend) sichtbar werden … und kann u. U. Kopf und Kragen kosten." Markus weiß sein Publikum in dieser Perspektive durch die Passionsgeschichte ironisch-literarisch zu verunsichern: Wenn der Evangelist ausgerechnet die beiden Plätze neben Jesus, die die Zebedaiden so gerne eingenommen hätten, schon innerhalb des Evangeliums vergibt – an die beiden Mitgekreuzigten, die rechts und links neben ihm hängen –, dann ist das eine schwere Hypothek für all diejenigen, die gleich den Zebedaiden Jesus nachfolgen wollen und dabei letztlich doch nur an ihr eigenes Fortkommen denken.

Auslegungsversuche II – Der Sieg der Chaosmächte … und eine provokative neue Optik
Wer ohne das Licht von Ostern die Passionsgeschichte im Markusevangelium liest, dem kann angst und bange werden. Mk 15,33 spricht von kosmischer Finsternis mitten am Tag, die sechste bis neunte Stunde entspricht dem Zeitraum von 12 bis 15 Uhr, der Vorhang im Tempel, auf dem vermutlich ein Panoramabild des Firmaments zu sehen war (so hören wir es beim jüdischen Historiker Flavius Josephus), ist zerrissen. Der Kosmos selbst scheint zu zerfallen. Alles Zeichen für die Rückkehr in einen gleichsam chaotischen Urzustand, wie er vor der Schöpfung der Welt durch Gott bestanden hat (Gen 1,2). Und der Sohn Gottes, von dem man in dieser Situation Rettung erwarten dürfte – ist tot, ohne offensichtlich selbst auf eine Zukunft zu bauen! Das Chaos hat das Leben besiegt! Ende und Aus!

Es ist die vielleicht größte Herausforderung des Evangelisten, diesen scheinbaren Sieg des Chaos an zentraler Stelle in sein Evangelium eingezeichnet zu haben. Markus verlangt von seinen Leserinnen und Lesern auch diesen Zustand auszuhalten, präziser: auch gegen den offensichtlichen Anschein, gegen den Trend, auf Gott und seine wirkmächtige Schöpferkraft zu setzen. Auch dafür bietet Markus eine Hilfestellung, quasi einen unerwarteten Begleiter. Es ist der römische Hauptmann, der angesichts des toten Jesus am Kreuz das ausspricht und in Erinnerung ruft, was der Leser von erster Zeile des Markusevangeliums an eigentlich schon weiß: "Wahrhaft, dieser Mensch war Sohn Gottes". Er gibt damit Jesus den Titel, der in seiner römischen Lebenswelt allein den regierenden Kaisern gebührt. Hinter dem am Kreuz hingerichteten Jesus sieht er eine andere Wirklichkeit aufleuchten. Eine neue Optik – gegen den offensichtlichen Augenschein. Und der Leser, der sich auf die Seite des Hauptmanns schlägt und das Wagnis eines Glaubens gegen den Anschein des Faktischen eingeht, wird nicht enttäuscht. Er muss nur weiter lesen: Das Grab ist leer …!

Impulse für eine mehrteilige Bibelarbeit

I. Ankommen
Brainstorming: "Die letzten Worte Jesu am Kreuz"

  • Welche Worte spricht Jesus am Kreuz?
  • Hilfestellung: Schlagen Sie im Gotteslob unter Nr. 776 bzw. 187 nach.
  • Versuchen Sie, die verschiedenen Aussprüche in den Evangelien zu verorten. Was fällt Ihnen dabei auf?

II. Mit den Texten arbeiten
1. Baustein: Ps 22 als Klagepsalm
Im Gotteslob finden Sie unter den Nr. 715–717 Ps 22 in drei Teilen.

  • Lesen Sie in Kleingruppen jeweils einen der Teile und bearbeiten Sie folgende Fragen:
    1. In welcher Situation befindet sich der betende Mensch?
    2. Wie erfährt der Beter Gott?
    3. Welche Rückschlüsse auf ein Gottesbild lässt dies zu?
  • Stellen Sie sich gegenseitig Ihre Ergebnisse vor.
  • Lesen Sie anschließend den gesamten Ps 22 und gliedern Sie ihn. Ordnen Sie folgende Kategorien zu: Klage, Vertrauensäußerung, Bitten, Lobversprechen. Wo sehen Sie im Text einen entscheidenden Wendepunkt?
  • Welche Lösungen sehen Sie mit Blick auf die scheinbar widersprüchliche Haltung des Beters? Begeben Sie sich fiktiv (?) in die Rolle des Beters. Was passiert zwischen V. 22 und V. 23?

2. Baustein: Die Erzählung vom Sterben Jesu im Markusevangelium

  • Lesen Sie den Text Mk 15,16–41.
  • Versuchen Sie, durch eine Gliederung den Inhalt des Textes zu erfassen. Achten Sie dazu besonders auf erzählerische Einschnitte, wie sie Orts- und Personenwechsel sowie Zeitangaben markieren.
  • Vergeben Sie für die einzelnen Segmente Überschriften.
  • Impulsfragen:
    1. Was spricht Sie in diesem Abschnitt besonders an?
    2. Womit haben Sie Schwierigkeiten?
    3. Wie wirkt auf Sie V. 34? Welches Gottesbild wird hier eingespielt?

3. Baustein: Korrelation mit Ps 22

  • Nehmen Sie sich nun den Text von Ps 22 vor: An welchen Stellen in Mk 15 finden Sie Zitate aus Ps 22?
  • Achten Sie auf die Reihenfolge der Zitate: Wie greift Markus den Psalm auf?
  • Im Licht der Struktur eines Klagepsalms (s. o.): Wie ist das Sterben Jesu zu charakterisieren?
  • Sehen Sie Möglichkeiten, mit diesem Befund umzugehen? Vgl. Sie dazu z. B. die Leidensankündigungen in Mk 8–10.

Geeignete Lieder:
"Aus tiefer Not …" (GL 163); "Sag ja zu mir …" (GL 165); "O Herr, aus tiefer Klage …" (GL 169); "Da Jesus an dem Kreuze …" (GL 187); "Gott, mein Gott, warum …" (GL 308); "Ich steh vor dir …" (GL 621).

Literaturvorschläge
Jahrbuch für Biblische Theologie 16 (2001), Thema: "Klage".
O. FUCHS, Die Klage als Gebet. Eine theologische Besinnung am Beispiel des Psalms 22, München 1982.
J. GNILKA, Das Evangelium nach Markus. 2. Teilband: Mk 8,27–16,20 (EKK II/2), Zürich/Neukirchen-Vluyn 51999, 309–330.
M. NOLTE (Hrsg.), Zum letzten Mal sage ich euch. Die sieben Worte Jesu am Kreuz. Betrachtet – Erklärt – Gelebt, Münster 2006.
V. K. ROBBINS, The Reversed Contextualization of Psalm 22 in the Markan Crucifixion: A socio-rhetorical Analysis, in: F. v. Segbroeck u. a. (Hrsg.), The Four Gospels (BEThL 100/2) (FS F. Neirynck), Leuven 1992, 1161–1183.
L. SCHENKE, Das Markusevangelium. Literarische Eigenart – Text und Kommentierung, Stuttgart 2005, 339–349.
J. SCHREINER (Hrsg.), Beiträge zur Psalmenforschung. Psalm 2 und 22 (fzb 60), Würzburg 1988.

Markus Lau/Christian Schramm, April 2006
Katholisches Bibelwerk im Bistum Münster
www.bibelwerk.de

in Kooperation mit
kirchensite – online mit dem Bistum Münster
(www.kirchensite.de)

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Boni-Slam fällt aus

Der erste Boni-Slam, der am Dienstag (05.07.2016) in der ehemaligen Bonifatiuskirche stattfinden sollte, muss leider ausfallen.

Haus der Seelsorge

Die Klosterfürbitte, der Gruppen-Chat und die E-Mail-Seelsorge haben seit dem 1. Mai 2016 eine eigene Internetseite: www.haus-der-seelsorge.de.

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