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22.11.2017
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Becker

Erzbischof Hans-Josef Becker.

Erzbischof gegen Verweigerung des Dialogs

"Pegida": Becker mahnt inhaltliche Auseinandersetzung an

Paderborn / Köln. Der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker fordert eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der islamkritischen Bewegung "Pegida". Wenn auf ihre Demonstrationen nur mit harscher Verurteilung reagiert werde, zeige das wenig Bereitschaft zur Verständigung, sagte Becker am Donnerstagabend (22.01.2015) in Paderborn.

"Es scheint mir nicht hilfreich, die Auseinandersetzung mit jenen Menschen komplett zu verweigern, die in Dresden und anderswo ihre Vorurteile, aber sicher auch manche Ängste auf die Straße tragen – so diffus diese auch sein mögen", sagte Becker. Das könne auf Dauer das Lagerdenken fördern und die Fronten verhärten.

Noch keine Bereitschaft bei "Pegida" erkennbar

Allerdings sieht Becker bei "Pegida" noch keine Bereitschaft zur Auseinandersetzung. Was nicht ins Weltbild ihrer Anhänger passe, werde zur Lüge erklärt. Wozu ein so "abgeschottetes Lagerdenken" im Extremfall führe, hätten die Terroranschläge von Paris dramatisch gezeigt.

Verständigung gelinge nur, "wenn ich die Meinung oder die Motive meines Gegenübers ernst nehme und nachzuvollziehen versuche", sagte Becker. Viele seien dazu nicht mehr bereit. Es breite sich ein Unwille aus, sich mit dem Anderssein von Mitmenschen überhaupt auseinanderzusetzen und nachzuvollziehen, warum sie so denken und leben.

Speziell die Medien rief der Erzbischof auf, zu einer "ehrlichen Bereitschaft zur Verständigung" in der Gesellschaft beizutragen. Sie müssten mit Fakten und Argumenten dagegenhalten, "wenn pauschale Vorurteile gegenüber Flüchtlingen, Muslimen oder Minderheiten laut werden".

Flüchtlings-Experte: Deutschland wird nicht überrannt

Der Leiter des deutschen Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, Pater Frido Pflüger, betrachtet Unkenntnis als eine Wurzel der "Pegida"-Bewegung. Deren Aussagen müssten Fakten entgegengesetzt werden.

Weltweit seien derzeit etwa 51 Millionen Menschen auf der Flucht, "und von denen kommen jetzt in diesem Jahr vielleicht 200.000 nach Deutschland. Das sind nicht einmal 0,5 Prozent", sagte Pflüger im Kölner "Domradio". Deutschland werde also nicht von Flüchtlingen überrannt. Erschütternd sei, dass "Pegida" in Sachsen großen Zulauf hätte, wo es nur wenige Ausländer gebe.

Die Zahl von Flüchtlingen sei angesichts der Kriege in Syrien und im Irak keine Überraschung. Die "fehlende Kommunikation" zwischen Regierung und Bürgern sei daher eine weitere Wurzel von "Pegida".

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: Michael Bönte
20.01.2015

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