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Seite: Fragen + Glauben
23.08.2017
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Jede und jeder hängt an Worten, an Worten voraus lebender und mit lebender Menschen.

Jede und jeder hängt an Worten, an Worten voraus lebender und mit lebender Menschen.

Bibelarbeit zur Apostelgeschichte 20, 7-12

"Sie wurden in hohem Maße getröstet …"
Eutychus und die Macht des Wortes …

1. Einführung

Das unverschämte Glück

Nicht daß ich
es lese, um es
zu lesen, ich

habe nur das
unverschämte Glück,
am Tropf dieser
Worte zu hängen.

(Eva Zeller, Ein Stein aus Davids Hirtentasche. Gedichte, Freiburg-Basel-Wien 1992, 20)

Dieses Gedicht steht am Beginn. Jede und jeder hängt an Worten, an Worten voraus lebender und mit lebender Menschen. Solche Worte können wie eine Brücke sein, die hilft, zu sich zu kommen und zur eigenen Zeit. Um den "Tropf dieser Worte" geht es in der Apostelgeschichte (Apg) häufig. Es ist der Tropf, der der jungen Kirche immer wieder Leben vermittelt. Es ist der Tropf der Worte der Heiligen Schrift des Alten Testaments, das darin vielfach zitiert wird. So meint es die Dichterin Eva Zeller in diesem Eingangsgedicht: am Tropf der Worte der Heiligen Schrift! Die Apostelgeschichte ist durchwirkt von der Muttersprache des Glaubens, der biblischen Sprache. Sie erfrischt und stärkt.

Was wir in der Apostelgeschichte zu hören bekommen, sind keine trockenen Katechismuswahrheiten, sondern Geschichten, Bilder voller Hoffnung und Ernst, Worte, die uns mitunter ganz unmittelbar ansprechen, weil sie wie ein Schlüssel sind, der unser Leben aufschließt. Worte, von denen wir zehren; Worte, die uns trösten. Worte, die uns ruhig machen. Es geht dabei nicht um Wissen, es geht nicht um Information. Was uns aus den Erzählungen des Alten Testamentes und im Wort Jesu wie eben auch in der Apostelgeschichte anrührt, ist Gottes Weisheit, die uns helfen will, die Fülle dessen, was wir wissen, zu verstehen und im Herzen zu bündeln, sodass wir Durchblick gewinnen und neue Hoffnung, unser Leben könnte doch gelingen. Wir gewinnen die Freiheit, abzulassen von dem, was im Grunde töricht ist, weil es uns um das Leben betrügt.

Auch in der Apostelgeschichte wird der Mensch sehr realistisch beschrieben. Auch die schlimmen Dinge, die dort erzählt werden, gehören zu unserer menschlichen Wirklichkeit. Noch mehr macht die Apostelgeschichte uns aufmerksam auf die Vision Gottes, die er vom Menschen hat: dass der Mensch durch das Zwielicht dieser Welt und alle Verlockungen einer falsch verstandenen Freiheit hindurch Ihn, Gott selbst, sucht und findet, und in der Gemeinschaft mit ihm für immer glücklich wird. Dazu leitet das Wort Gottes hin.

Teilhabe am Leben Gottes - also: für immer angenommen und geliebt zu sein ohne Angst, doch irgendwann wieder fallen gelassen zu werden; reich zu sein ohne am Reichtum zu ersticken; frei zu sein ohne die Sorge, dass ich oder andere die Freiheit missbrauchen. Ja, so müsste man leben können. Größeres kann vom Menschen und seiner Zukunft nicht gesagt werden: Reich-Gottes-Anwärter sein! Teilzuhaben an der Wirklichkeit, aus der Jesus lebte und für die er uns ein Einreise-Visum vermitteln möchte: Bürger dieses Gottesreiches zu sein, das hier und jetzt schon anfängt mit denen, die auf Gott setzen. Leben aus der Anwartschaft auf Gottes Reich: Das ist die Mitte des Evangeliums und des Christseins.

"Jesus, du sprichst mir aus dem Herzen!" Darum geht es der Apostelgeschichte auch dort, wo Konfrontation geschieht, wo unbequeme Wahrheiten gesagt werden. Auch dort muss der Leser / Hörer zugeben: Ja, eigentlich hast du recht. So ist es. So, wie Du es sagst, müsste man leben! - Das Wort Gottes kann auch bittere Medizin sein, doch ist es Medizin zum Leben. Wahrhaftig sein, die Lüge ablegen, die Ungerechtigkeit beseitigen, die Habsucht bekämpfen, das Buckeln nach oben und das Treten nach unten, die gespaltene Existenz, die Liebe sagt und Gleichgültigkeit lebt, sich aus dem Schlaf wecken lassen. Auch davon redet Gottes Wort. Es gibt kein christliches Leben ohne Umkehr, ohne immer neue Hinkehr zu Gott, ohne Kraftanstrengung, der eigenen Angst und Gier Herr zu werden. Was wirklich zählt, ist die Anerkennung, die wir vor Gott gewinnen. Was unser Leben wirklich reich macht, ist nicht, dass wir viele Dinge haben, sondern dass wir einander haben. Und dass wir Ihn haben, unseren Herrn und Heiland, dessen Worte tragfähig sind fürs Leben und fürs Sterben.

2. Der Text: Apg 20, 7-12

7: Als wir am ersten Wochentag zum Brechen des Brotes versammelt waren, sprach Paulus zu ihnen. Da er am folgenden Tag abreisen wollte, dehnte er die Rede bis Mitternacht aus.

8: Es brannten viele Lampen im Obergemach, in dem wir versammelt waren.

9: Ein junger Mann namens Eutychus, saß auf dem Fensterbrett. Er fiel in tiefen Schlaf, als Paulus länger redete. Gesunken in Schlaf, fiel er vom dritten Stock hinunter und wurde tot aufgehoben.

10: Paulus ging hinunter, legte sich auf ihn, umfasste ihn und sagte: "Erhebet kein Klagegeschrei, denn seine Seele ist in ihm!"

11: Dann ging er wieder hinauf, brach das Brot und aß. Nachdem er noch lange bis zum Morgengrauen geredet hatte, ging er so weg.

12: Den Knaben aber führten sie lebend davon, und sie wurden in hohem Maße getröstet.

3. Hintergründe und Zusammenhänge zum Verständnis

Auch wenn es fast beiläufig klingt: Das Hauptgeschehen dieser Szene ist die Erweckung des Eutychus. Sein Name ist verheißungsvoll: "der Glück hat" oder "Glückspilz". Eingebettet ist die Szene in den nächtlichen Gottesdienst. Wegen der Verabschiedung des Paulus dauert er besonders lange. Wie kommt es dazu?

Paulus ist auf der Reise nach Jerusalem (vgl. Apg 19,21). Dieser Weg wird parallel zum Weg Jesu erzählt (s. Lk 9,51). Es wird wie für Jesus so auch für Paulus ein Weg zum Leiden sein. Auf diesem Weg wird es dramatische Zwischenfälle geben. In den ihm ans Herz gewachsenen Gemeinden nimmt Paulus Abschied und ermuntert die Christen, nun den Weg anders weiter zu gehen, wenn er selbst nicht mehr wiederkommen wird. Paulus ist dabei nicht im Alleingang. Er hat seine Mitarbeiter. Mit ihnen zusammen gibt er immer wieder Nachhilfe in Glaubensfragen. So teilen sie einander Lebensräume, gehen Wege miteinander. Das erfordert den persönlichen Einsatz aller Kräfte.

Fest verbunden mit dem Reisebericht ist nun die Szene in der Gemeinde in Troas, von deren Gründung sonst nicht berichtet ist. Zwischen zwei Sabbattagen hält sich Paulus dort auf, sieben Tage (vgl. Apg 20,6). Erzählt wird nur der letzte Abend. Er erwartet einen dramatischen Zwischenfall mit ganz besonderem Gepräge.

3.1 Zur Auslegung

(V 7) Hier findet sich das älteste Zeugnis über die sonntägliche Eucharistie. Vermutlich am Abend des Tages nach dem Sabbat, am Abend des Herrentages (vgl. Offb 1,10), versammelt sich die kleine Gemeinde. Anlass ist einerseits das "Brotbrechen", der urchristliche Begriff für die Eucharistie, und andererseits die Verkündigung des Paulus. Paulus ist als Leiter der Liturgie vorgestellt. Die ganze Szene zeigt, dass der Wortgottesdienst vor und nach dem Mahl stattfindet. Der Zeitpunkt "Mitternacht" wird bewusst festgehalten. Dass Jesus gestorben ist, das ist aktenkundig. Dass er lebt, an dieser Frage scheiden sich die Geister (vgl. Apg 25,19). Mit ihr steht und fällt der christliche Glaube, damals und heute. In der Eucharistie nähert sich die Erfahrung dem an, dass Jesus lebendig ist als der, der den Tod und das Leiden, ja dieses Leben, auf sich genommen hat. Wie lebendig muss dieser Glaube sein, der solche Energien, Kräfte und Kreativität freisetzt wie bei Paulus, dessen Herz davon voll ist und dessen Mund davon überfließt.

(V 8) Eigens wird betont, dass das Obergemach mit vielen Lampen ausgestattet war. Das hat gewiss die Dunkelheit der Nacht zum Hintergrund. Aus den Üblichkeiten damals weiß man, dass solche Lampen in einem Raum Hitze und schlechte Luft erzeugen. Wichtig ist das "Obergemach", das in der biblischen Überlieferung eine wichtige Rolle spielt. Es dient in der Heiligen Schrift oft als Bild und Gleichnis der Abgeschiedenheit und der geistlichen Sammlung (vgl. 2 Kön 4,8-10; Dan 6,11-12; Lk 22,6-13; Apg 1,12-14). Dabei geht es nicht um eine "Stockwerksmentalität oder -spiritualität". Vielmehr zeigen alle biblischen Beispiele, dass es Räume und Zeiten geben muss, in denen die Gewichte des Lebens neu geordnet werden, in denen das Geliebtwerden durch Gott vor der eigenen geistlichen Aktivität zu stehen kommen kann, in denen geistliche Auseinandersetzungen und Entscheidungen möglich werden, in denen das Spannungsverhältnis von Einsamkeit und Gemeinsamkeit neu aufgebaut wird. Obergemach und Nacht sind durch Stille und Ruhe gekennzeichnet. Da lässt sich leichter die leise Stimme Gottes vernehmen. Das Obergemach ist zudem der Ort des "mysterium paschale", des Geheimnisses von Tod und Auferweckung Jesu.

(V 9) Nach dieser szenischen Vorbereitung wird der Unfall des Eutychus geschildert. Schon hier ist ein dramatischer Kontrast eingewoben. Der "Glückspilz" hat Unglück und verunglückt tödlich. Dass er sich auf die Fensterbank setzt, kann mit der verbrauchten Luft zu tun haben. Dass er in "tiefen Schlaf" versinkt, wird mit der langen Rede des Paulus in Verbindung gebracht. Im Schlaf stürzt er in die Tiefe und wird tot gefunden und aufgehoben. Wird der Zwischenfall die Feier zum Abbruch bringen?

(V 10) Fast beiläufig geht auch Paulus in die Tiefe: Er wirft sich über den Knaben und umfasst ihn. Damit wird Paulus in eine lange Reihe von Wundergeschichten eingereiht. Von Elija (vgl. 1 Kön 17,17-24), Elischa (vgl. 2 Kön 4,18-37), Jesus (vgl. Lk 7,11-17; 8,42-56) und auch Petrus (vgl. Apg 9,36-42) werden solche Wunderhandlungen erzählt, die den Toten Kraft aus dem Geist übertragen, sodass "die Seele (= das Leben) im Knaben ist". Sein Wort entschleunigt die ganze Aufregung: "Erhebt kein Klagegeschrei" oder "beunruhigt euch nicht!" Paulus konstatiert die Rückkehr des Jungen ins Leben.

(V 11) Er geht wieder in das Obergemach und feiert Eucharistie, eröffnet also das eucharistische Mahl. Danach hält er noch lange eine Ansprache, eine "Homilie". Dieser Name für die Verkündigung ist bei uns wieder gebräuchlich geworden. Er bedeutet: familiär, geschwisterlich, freundschaftlich miteinander umgehen. Die Predigt ist von Haus aus eine intime, vertraute Form des Umgangs mit dem Wort Gottes und miteinander, sie hat nichts mit Getöse zu tun. Wohl nur so kann der Überstieg aus dem sorgenden, organisierenden Umgang mit der Welt zu einer Haltung des Horchens auf den verborgenen Grund und den Sinn des Lebens angestoßen werden. Glauben hat etwas zu tun mit Einsicht, mit Durchblick, mit dem Finden der Mitte. Darum ist Glauben etwas, zu dem man nur langsam hinfindet. Nicht einmal das Suchen und Fragen allein hilft. Wer zum Glauben kommt, hat das Glück gehabt, angesprochen, ja mitgenommen zu werden. Es geht dabei nicht um Wissen, es geht nicht um Information. Was aus den Erzählungen des Alten Testamentes und im Wort Jesu anrührt, ist Gottes Weisheit, die uns helfen will, die Fülle dessen, was wir wissen, zu verstehen und im Herzen zu bündeln, sodass wir Durchblick gewinnen und neue Hoffnung, unser Leben könnte doch gelingen und eine attraktive Gestalt gewinnen. Wir finden so auch die Freiheit, abzulassen von dem, was im Grunde töricht ist, weil es uns um das Leben betrügt. Paulus scheint die Menschen auf diese Weise lange in die Haltung des Horchens im Obergemach geführt zu haben.

(V 12) Vom Abend bis zum Tagesanbruch dauert der Gottesdienst, in dessen Verlauf die Erweckung des Eutychus geschieht. Er erweist sich jetzt als wahrer "Glückspilz". Das Wunder wird demonstriert. So wird der Abschied des Paulus "in hohem Maße" zum Trost, weil die Macht des Lebens in der Eucharistie wie auch in der Totenerweckung erfahren wurde.

3.2 Zur Bedeutung

a. Die kleine Szene mit Eutychus gibt Einblick in den urchristlichen Gottesdienst. Sie öffnet die grundlegende Bedeutung der Eucharistie in ihren zwei Brennpunkten der Wortverkündigung und der Mahlfeier. Für Paulus geht es immer um das "Menschen-um-Christus-Versammeln", damit sie dann auch untereinander eine Gemeinschaft bilden. Das Wort, das er zu verkünden hat, ist ein sakramentales Wort, das Gottes Nähe gegenwärtig werden lässt. Wie der Logos selbst Fleisch geworden ist, so will auch Gottes Wort sinnlich erfahren werden in den Sakramenten, zunächst in der Feier der Eucharistie. Sie ist ja nicht einfach eine liturgische Feier, die auf der Tagesordnung steht und die wir anschließend wieder hinter uns lassen können. Diese Feier will uns ja so verwandeln, dass wir selbst im Alltag Eucharistie werden, uns den Menschen als lebendige Hostien zur Verfügung stellen, sodass unser ganzes Leben und Wirken zu einem eucharistischen Hochgebet werden kann, wie der Heilige Franz von Assisi gesagt hat, wie es eben an Paulus ablesbar wird. Wir bitten ja Gott, dass die Lebenshingabe Jesu Christi für die Menschen, die wir in der Eucharistie feiern, uns innerlich werde und dass wir selbst hineingenommen werden in die Bewegung der Hingabe Jesu. In der Enzyklika "Deus Caritas est" (Nr. 14) von Papst Benedikt XVI. heißt es: "Eucharistie, die nicht praktisches Liebeshandeln wird, ist in sich selbst fragmentiert." Wenn in diesem Sinn Eucharistie bei uns zu einer Lebenskultur wird, dann ist sie in sich selbst Parusie (Wiederkunft), weil wir in ihr Christus als unseren König empfangen. Darum ging es Paulus, deswegen hat er sich mit all seinen Kräften in den Dienst Christi und der Menschen gestellt. Und aus seinem eigenen Leben galt für ihn, dass der Glaube ohne Erfahrung leer bleibt, dass jedoch die religiöse Erfahrung ohne Einsicht blind bleibt. So ist die Verknüpfung der Eucharistie mit der Erweckung des Eutychus eine Bewahrheitung dieses notwendigen Zusammenhangs.

b. Von da her bekommt die Wundergeschichte im Zusammenhang des Obergemachs noch einmal Bedeutung. Die Exegeten vermuten, gerade wegen der fast unterkühlten Beiläufigkeit der Erzählung, eine historische Begebenheit, die auch entsprechend gedeutet werden kann. Doch kann auf ihr auch eine symbolische Deutung basieren: Das Obergemach als Raum der Eucharistie und Verkündigung ist eben als gottnaher Raum der "oben" gelegene Raum des Lichtes und des Lebens, worauf die zahlreich aufgestellten Lampen verweisen können. Genau von hier aus werden die Kontraste deutlich. Nicht nur, dass der "Glückspilz" Euchtychus zu Tode kommt. Sein Schlaf als Bild des Todes und Anzeichen der Nichtteilnahme an der Feier führt zum tödlichen Sturz in das Dunkel; die Bewegung geht von drinnen zum Rand des Fensters und weiter nach draußen; er fällt aus der Gemeinschaft des Hörens in das bewusstlose Alleinsein; die Bewegung geht von oben nach unten, vom Leben zum Tod.

Paulus ist nun der, der diesen Weg nachvollzieht: er geht von oben nach unten, in das todbringende Dunkel. Doch er geht auch wieder den Weg nach oben in das Licht, nicht ohne alles getan zu haben, dass der Tote wieder ins Leben kommen kann. Er vertraut auf das Wort, das er verkündet und das er feiert im "Brotbrechen".

So ist denn auch diese Bewegung vom Tod zum Leben, von unten nach oben gezeichnet, in äußerster Sparsamkeit. Doch ist im lukanischen Werk jeder Zug sinngeladen. In der persönlichen Zuwendung bewirkt Paulus als der Diener Gottes und Diener der Menschen die Auferweckung zu einem neuen Leben. Die Totenklage mündet in der Eucharistie, in der Feier des Gedächtnisses des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi "für euch und für alle". Erst in der Morgenfrühe wird das ganze Ausmaß des neuen Lebens sichtbar, wie in der Auferweckung Jesu Christi. Das ist der Trost, die Bewahrheitung der Feier, weswegen Paulus dann abreisen und weitergehen kann auf seinem Weg. Zurück lässt er nicht nur einen "Glückspilz", dessen Leben am "Tropf der Worte" der Heiligen Schrift hängt.

4. Anregung für eine Bibelarbeit

1. Der Schrifttext wird gelesen. Die Teilnehmer können ein Bildwort, einen Vers wiederholen. Aufgrund der hintergründigen Geschichte bietet es sich an, zwei Fragen nachzugehen, für die einerseits eine stille Zeit des persönlichen Nachsinnes wie auch ein Austausch hilfreich sein kann. Möglicherweise können die Besinnungsfragen auf einem Zettel ausgeteilt werden.

2. zum Themenbereich "Eucharistie" könnten folgende Fragen günstig sein:

  • Welcher Kirchenraum gefällt Ihnen am besten?
  • Was / wo war Ihr schönstes Gottesdiensterlebnis?
  • Welche Bedeutung haben gottesdienstliche Räume bei mir? Wie erfahre ich darin etwas von der Größe / Nähe / Liebe Gottes? Helfen sie mir, mit dem vertraut zu werden, was Gott von mir will?
  • Welche Erinnerungen an Speisesäle steigen in mir auf?
  • Welche Rolle spielt in meinem Leben das Sakrament der Eucharistie? Wie sieht meine eucharistische Lebensgeschichte aus?
  • Wohin gehe ich, wenn mich Angst und Leid bedrängen? Könnte die Eucharistie so etwas wie ein "Sprung in die Arme Gottes" sein?
  • Wo finde ich die Tiefe, die das Geheimnis meines Lebens ausspricht?


3. zum Themenbereich "Obergemach" lassen sie folgende Lebensfelder anschauen:

  • Das Gebet als "Obergemach", in dem ich erfahren kann, dass der Heilige Geist in mir wohnt und auf mir ruht, dass er mein Denken und tun leitet. Welche Bedingungen helfen mir, das Wort Gottes zu hören, so wie es ganz persönlich an mich ergeht?
  • Das Alleinsein im "Obergemach" kann ein Ort geistlicher Inspiration werden, ein Ort der Befreiung von Dingen und Abhängigkeiten, ein Ort der Zurüstung für das Leben aus dem Glauben. Welchen Stellenwert gebe ich dem Gebet und festen Gebetszeiten? Was sind die Dinge, und wer sind die Menschen, durch die ich mich relativ leicht vom Gebet abbringen lasse?
  • Was beobachte ich an mir, wenn ich zur Ruhe und Stille finde? Ändert sich in solchen Zeiten etwas an meinem Wesen?
  • Von welcher Art ist mein Beten? Von welchen Anliegen ist es durchdrungen? Kommen Dank und Lobpreis und Anbetung zu Wort?
  • Wie verbinde ich den Blick auf Christus und den Blick auf mich selbst, wenn ich im "Obergemach" verweile?

4. Der Schrifttext wird erneut gelesen. Hinweis auf den Zusammenhang von Glaube - Erfahrung - Einsicht.

5. Als Abschluss vorbeten: Lk 10,21-22; 11,1-4.

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Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.kirchensite.de/bibelarbeiten

Text: Spiritual Dr. Paul Deselaers, Münster, Katholisches Bibelwerk im Bistum Münster (Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.bibelwerk.de) in Kooperation mit kirchensite - online mit dem Bistum Münster (Öffnet externen Link in neuem Fensterkirchensite.de) | Foto: Michael Bönte, September 2012

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