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Seite: Fragen + Glauben
17.11.2017
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Schwester Benoy (li) und Schwester Sobba.

Schwester Benoy (li) und Schwester Sobba in der Kapelle des St. Lucia-Hospitals in Harsewinkel

Indische Schwestern in Harsewinkel

Deutschland ist ihr zweites Zuhause

Harsewinkel. "Als ich nach Deutschland kam, war ich erschrocken, wie viele Menschen hier pflegebedürftig und wie lange viele von ihnen bettlägerig sind", sagt Schester Benoy von der Congregation of the mother of Berg Carmel in Harsewinkel, der einzigen Niederlassung dieses Ordens im Bistum Münster. Heime für Senioren kennt die Schwester aus ihrer Heimat im südindischen Kerala nicht. Ältere Menschen werden dort in der Regel von ihren Familienangehörigen bis zu ihrem Lebensende versorgt.

Die 61-jährige Ordensfrau lebt seit dreizehn Jahren in der "Treckerstadt". Zusammen mit zwei weiteren Schwestern, die noch nicht so lange wie sie in Deutschland sind, wohnt Schwester Benoy im St.-Lucia-Hospital, einer Klinik für Geriatrie, in einer bescheidenen Wohnung im Obergeschoss.

Während die beiden anderen Schwestern in dieser Klinik tätig sind, arbeitet Schwester Benoy außerhalb: Rund 20 Stunden in der Woche ist sie im Altenheim St. Hildegard in Harsewinkel anzutreffen. Zur Niederlassung der Kongregation gehören außerdem zwei Schwestern, die im Kardinal-von-Galen-Altenheim in Oelde arbeiten. Schwester Benoy ist ihre Oberin und damit gleichzeitig für alle anfallenden Verwaltungsaufgaben zuständig.

Bei den Menschen sein

Lieber als diese Tätigkeiten zu erledigen aber ist sie bei den Menschen, die ihre Hilfe brauchen. Schwester Benoy ist gelernte Krankenschwester und erledigt auch heute noch alle anfallenden Arbeiten wie Waschen, Anziehen, beim Essen helfen oder Medikamente stellen und verabreichen. Die Ausbildung zur Krankenschwester hat sie in Deutschland absolviert.

Auch die Sprache hat sie erst hier erlernt. Das war bei Schwester Sobba und den drei anderen Ordenfrauen der Kongregation in Harsewinkel und Oelde anders. Als sie nach in die Bundesrepublik kamen, waren sie bereits Krankenschwestern. Auch über grundlegende Deutschkenntnisse verfügten sie bereits. Das hat ihnen den Einstieg in der Fremde erleichtert.

Hin und wieder Heimweh

Dreimal am Tag zur Laudes, Vesper und Komplet treffen sich die drei in Harsewinkel tätigen Schwestern zum Gebet. Dazu kommen Rosenkranzgebete, einmal täglich eine Stunde Meditation und einmal in der Woche die Anbetung. Am Wochenende stoßen die zwei in Oelde beschäftigen Schwestern dazu. Dann besuchen die fünf Inderinnen gemeinsam den Gottesdienst in der Gemeinde.

"Auch wenn wir hin und wieder Heimweh haben, fühlen wir uns doch in Deutschland sehr wohl", sagt Schwester Benoy. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie so viel wie möglich am Gemeindeleben in Harsewinkel und dem benachbarten Marienfeld teilnehmen. So laden die Schwestern einsame alte Menschen in regelmäßigen Abständen zum Kaffeetrinken ins Krankenhaus ein.

Hauskommunion

Gemeinsam mit Ehrenamtlichen aus den Gemeinden organisieren sie einmal im Jahr im St.-Lucia-Hospital eine Kunstausstellung, bei der sie um Spenden bitten für ein Behindertenheim in Kerala. Außerdem arbeiten sie in der örtlichen Sterbebegleitung. Schwester Benoy teilt in Harsewinkel die Kommunion aus. Alten Menschen, die nicht mehr zur Kirche kommen können, bringt sie das Sakrament nach Hause. "Das ist für viele eine willkommene Abwechslung in ihrem sonst so eintönigen Alltag", weiß Schwester Benoy.

Kein leichter Alltag für die fünf Schwestern, die fern ihrer Heimat in einer fremden Kultur leben. Die Kraft dazu schöpfen sie aus dem Gebet und dem Erfahrungsaustausch untereinander. "Aber wir sind auch froh, dass es heute Telefon und vor allem Internet gibt", sagt Schwester Benoy. Damit lasse sich viel leichter Kontakt halten zum Mutterhaus in Kerala und zur eignen Familie.

Der Winter und das Radfahren

Briefe zu schreiben dauert der Ordensfrau zu lange, denn viel Freizeit hat sie nicht. Wenn sie zur Ruhe kommt, strickt sie gern oder spielt Klavier. Was sie an Deutschland nicht mag, ist der Winter. Besonders Spaß dagegen macht ihr das Radfahren, das sie erst hier gelernt hat. Auch wenn das mit ihrem langen Kleid so eine Sache ist.

Kontakt:

Congregation of the mother of Berg Carmel
Dechant-Budde-Weg 1
33428 Harsewinkel
Tel: 05247 / 408339

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Text: Marita Galka | Foto: Marita Galka
01.12.2011

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