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31.05.2016
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Darstellung des heiligen Thomas auf einem Bildstock in Nottuln-Darup.

Darstellung des heiligen Thomas auf einem Bildstock in Nottuln-Darup.

Klaus Nelißen in der Sendung "Hör mal" bei WDR 2

Ich glaube erst, wenn ich die Wundmale sehe

Eine St. Martinsgeschichte an Ostermontag. Aber diese hat nichts mit einem Bettler und dem Mantel zu tun, sondern mit dem Teufel, einer Versuchung – und mit dem Auferstandenen. Und daher passt sie heute.

Es gibt da nämlich die Legende vom Heiligen Martin, wie der Teufel vergeblich versucht hat, ihn auf seine Seite zu ziehen. Und das kam so: Martin sitzt in Tours nachts in seiner Mönchszelle und betet. Der Teufel denkt, er weiß wie er Martin rumbekommt und erscheint daher verkleidet, als herrliche Lichtgestalt. "Erkenne, Martin, wen du siehst! Ich bin Christus. Im Begriff, auf die Erde herabzusteigen, wollte ich mich zuerst dir offenbaren", ruft er dem Heiligen Mann zu und sagt: "Wirf dich vor mir auf die Knie!" Martin schaut sich die Erscheinung an, aber traut dem Braten nicht und stellt dann die entscheidende Frage: "Zeig mir Deine Wunden, dann will ich dir glauben".

Der Schwindel fliegt auf, weil Martin scheinbar die Bibel besser gelesen hat als der Teufel. Denn Fakt ist: Da steht nichts von einer herrlichen Lichtgestalt. Wie der Auferstandene ausgesehen haben soll – darüber erfahren die Leser herzlich wenig. Aber es gibt eine Szene, die quasi ein Erkennungsmerkmal offenbart. Es ist die berühmte Geschichte vom Jünger Thomas, er wird meist zu Unrecht "der Ungläubige" genannt. Thomas wollte es ebenso genau wissen. Und als die Jünger ihm berichten, sie hätten den Auferstandenen gesehen, sagt er schlicht: Ich glaube erst, wenn ich die Wundmale sehe.

Dass ausgerechnet Wunden das Erkennungsmerkmal des Auferstandenen sind, das finde ich einen spannenden Gedanken. Für mich ist das eine starke Aussage über Gott. Die Christen glauben an einen Gott, der Sieger über den Tod ist, aber der das Leiden nicht wegwischt. Auch als Auferstandener trägt er die Zeichen des Leidens weiter. Zumal eine offene Wunde noch mal was anderes ist als eine verheilte Narbe.

Für mich zeigt sich darin der Respekt Gottes, oder besser: Gottes Solidarität mit dem Leben, wie es ist. Und das ist – weiß Gott – nicht nur mit lichten Momenten versehen. Leiden und Sterben gehören dazu. Daher zeigt Christus sich als Sieger über den Tod nicht als strahlender Superheld, sondern als Gezeichneter eben mit den Wundmalen. Alles andere wäre vielleicht wirklich zu glatt, teuflisch glatt.

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  2. undefinedHeiligenkalender: Heiliger Thomas

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Text: Klaus Nelißen | Foto: Michaela Kiepe
Mit freundlicher Genehmigung des Öffnet externen Link in neuem FensterKatholischen Rundfunkreferats beim WDR
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