
Lichterfest zum Gedenken an die heilige Luzia.
Impuls im Advent (1)
Die Botin des Lichts – Luzia
Willkommen heute am kürzesten Tag des Jahres! "Kürzester Tag des Jahres?" – mag nun manch einer denken, ist der nicht erst am 22. Dezember?
In unserer gegenwärtigen Zeitrechnung ist das auch richtig. Aber hätten wir vor mehr als 500 Jahren gelebt, dann würden wir heute den Winteranfang begehen. Denn bis zur so genannten "Gregorianischen Kalenderreform" im Jahre 1582 durch Papst Gregor XIII. galt der heutige 13. Dezember, aufgrund von minimalen Berechnungsfehlern, als der Tag, an dem die Sonne am kürzesten zu sehen war, und damit auch als Beginn des Winters.
Und die römische Kirche hatte für diesen kurzen, dunklen Tag auch eine passende Heilige ausgewählt: die heilige Luzia. Schon ihr Name verrät, worum es bei dieser Heiligen geht, um das "lux", zu deutsch das "Licht".
Viele Legenden umgeben diese Heilige, die bereits um das Jahr 310 in Syrakus auf Sizilien gestorben sein soll. Gegen den Willen ihres Vaters wurde sie heimlich Christin und nach Bekanntwerden ihres christlichen Glaubens und der Ablehnung einer heidnischen Hochzeit wurde sie zum Tode verurteilt. Doch selbst das eigentlich totbringende Feuer konnte ihr das Leben nicht nehmen. Erst ein Dolchstoß – so die Legende – beendete ihren irdischen Lebensweg.
Darüber hinaus soll Luzia zu ihren Lebtagen sich besonders für arme und hungernde Glaubensgenossen eingesetzt haben. Um Licht auf den dunklen Wegen zu diesen Menschen zu haben, soll sich, die in beiden Händen mit Lebensmitteln bepackte Luzia, einen Kranz mit Kerzen auf den Kopf gebunden haben.
Daher stammt der Brauch, der bis heute vor allem in den skandinavischen Ländern üblich ist, am Luziatag Kindern Kerzenkränze auf den Kopf zu binden.
Verständlich, dass gerade in Gegenden, in denen die Dunkelheit des Winters ganz besonders intensiv wahrgenommen wird, diese Lichtsymbolik bis heute von großer Bedeutung ist. In Schweden feiern heute, am Luziatag, ganze Familien miteinander dieses Fest.
Aber auch wir in Deutschland mögen es, in diesen dunklen Tagen des Jahres, besonders viele Lichter und Kerzen aufzustellen. Auch wenn die weihnachtlich geschmückten Kaufhäuser und Weihnachtsmärkte es hierzulande vielleicht schon ein wenig übertreiben, so sehnen wir uns doch danach, dass die Dunkelheit dieser Jahreszeit durch das Licht erleuchtet wird.
Christen bereiten sich in diesen Tagen des Advents auf die Geburt dessen vor, der von sich selbst gesagt hat: "Ich bin das Licht der Welt" (vgl. Joh 8,12). In Jesus Christus ist für uns Christen das einmalige Licht in die Welt gekommen, das selbst die dunkelsten Situationen des Lebens erleuchten kann. Jesus Christus verkörpert die Botschaft der Hoffnung, dass selbst, wenn nach irdischen Maßstäben alles verloren geht, ja wenn die Dunkelheit des Todes uns Menschen einholt, bei ihm Licht zu finden ist.
"Der Herr ist mein Licht und mein Heil" betet bereits das Volk Israel in den Psalmen (vgl. Ps. 27,1) und vertraut darauf, dass Gott Licht und Leben schenkt.
Dieses Vertrauen wird auch die heilige Luzia in sich getragen haben. Selbst wenn wir wenig Historisches über ihr Leben wissen, so dürfen wir doch davon ausgehen, dass sie genau daran geglaubt hat, dass ihr Leben bei dem geborgen ist, der Licht und Leben in diese dunkle Welt bringt. Im Vertrauen auf dieses Licht konnte sie sogar ihr eigenes Leben geben. Luzia, eine echte Lichtgestalt in diesen dunklen Tagen!
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