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11.02.2012
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Gespräch

So wie auch schon die Gegenwart eines anderen Menschen einfach gut tun kann, schenkt die Gegenwart Gottes Simeon Frieden.

Geistlicher Impuls zum Fest der Darstellung des Herrn (5)

Frieden finden

Am 2. Februar feiern viele christliche Kirchen das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess). Es geht auf die biblische Geschichte zurück, in der Maria und Josef acht Tage nach der Geburt Jesus in den Tempel bringen und dort auf die Propheten Simeon und Hannah treffen. Diese stimmungsvolle Erzählung lädt ein, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Im Licht Gottes wird mein Leben hell und zu einem stimmigen Geschenk. Gottes rettende Tat schenkt Frieden und stärkt das Vertrauen.

Der Evangelist Lukas erzählt ganz zu Beginn seines Evangeliums von einem alten Mann, der Simeon hieß. Maria und Josef begegnen ihm, als sie acht Tage nach der Geburt Jesu mit ihrem Kind in den Tempel kommen. Als Simeon das Kind sieht, nimmt er es in seine Arme und lobt Gott mit den Worten:

"Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden sterben. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel." (Lk 2, 29-32)

Und Lukas erzählt weiter: "Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden." Kein Wunder. Sie ahnen noch nicht, was aus ihrem Kind wird. Es ist ja auch wirklich erstaunlich, dass Simeon die Heilung der Welt gerade in diesem kleinen, zarten, zerbrechlichen Kind sieht, dessen Lebensweg doch gerade erst begonnen hat. Wie kann Simeon in diesem kleinen Anfang schon das Heil sehen und Frieden finden?

Ich verstehe das so: Simeon spürt in diesem Kind die heilende Gegenwart Gottes. Auch wenn er noch nicht genau weiß, was passieren wird, weiß er doch, dass es gut wird, weil Gott da ist. So wie auch schon die Gegenwart eines anderen Menschen einfach gut tun kann, schenkt ihm die Gegenwart Gottes Frieden – Frieden mit sich und dem Leben.

Frieden mit mir selbst haben, ist ein großes Geschenk. Psychologen können viel davon erzählen, wie stark der Selbstzweifel und sogar Selbsthass in Menschen werden kann. Nicht verheilte Verletzungen aus der Lebensgeschichte können das Leben zur Hölle machen. Manchmal verbirgt sich dieser Selbsthass hinter einer toll aufgebauten Fassade oder hinter überzogenen Ansprüchen an mich selbst. Die Geschichte aus dem Lukasevangelium erzählt von einem Mann, der Frieden mit sich selbst gefunden hat.

Die Worte Simeons haben in der katholischen Kirche einen festen Platz bekommen: im Nachtgebet der Kirche werden sie jeden Abend gebetet. Alle Klöster und Gemeinschaften und viele einzelne Menschen beenden den Tag mit diesem Gebet, das auch "Komplet" genannt wird. Dieses Gebet will mir helfen, den Tag hinter mir zu lassen und in Frieden einzuschlafen. Wenn ich unzufrieden mit dem Tag bin, helfen mir die Worte Simeons, Frieden zu finden. Ich darf diesen Tag mit allem, was schief gelaufen ist, in Gottes Hände zurücklegen und morgen einen neuen von ihm annehmen.

Dieses Wissen hilft mir auch schon am frühen Morgen. Ich versuche, das beste aus diesem Tag zu machen. Und wenn es nicht gelingt, brauche ich mich nicht zu ärgern – nicht über mich und nicht über diese Welt.

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Text: Norbert Köster | Foto: Michael Bönte
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