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11.02.2012
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Angst

Wenn mein Leben aus den Fugen geraten ist, darf ich wie Simeon auf Rettung hoffen und werde sie eines Tages erleben.

Geistlicher Impuls zum Fest der Darstellung des Herrn (4)

Gott rettet

Am 2. Februar feiern viele christliche Kirchen das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess). Es geht auf die biblische Geschichte zurück, in der Maria und Josef acht Tage nach der Geburt Jesus in den Tempel bringen und dort auf die Propheten Simeon und Hannah treffen. Diese stimmungsvolle Erzählung lädt ein, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Im Licht Gottes wird mein Leben hell und zu einem stimmigen Geschenk. Gottes rettende Tat schenkt Frieden und stärkt das Vertrauen.

Als Maria und Josef den kleinen Jesus acht Tage nach seiner Geburt zum Tempel bringen, begegnet ihnen dort – so erzählt es der Evangelist Lukas - ein alter Mann namens Simeon. Simeon war "gerecht und fromm und wartete auf die Rettung Israels" sagt Lukas.

Simeon ist für mich eine faszinierende Gestalt. Er ist trotz seines hohen Alters nicht resigniert und müde, sondern erwartet immer noch etwas. Er blickt nicht zurück auf sein Leben, sondern nach vorne. Er erwartet sehnsüchtig, dass der Retter der Welt erscheint.

Es gehört zum Kern jüdischen Glaubens, dass dieser Retter, der Messias einst in Jerusalem einzieht und Gottes Herrschaft anbricht. Dann sammelt Gott sein Volk in Jerusalem. Die Propheten haben in unterschiedlichen Bildern von diesem Reich Gottes gesprochen: von einem Festmahl, einem Reich des Friedens und dem Ende von Leid und Tod.

Simeon war oft im Tempel, weil er fest mit dem Kommen des Messias, dem rettenden Eingreifen Gottes rechnete. Diese Hoffnung hat ihn lebendig gehalten und ihm eine große innere Ruhe geschenkt. Er lebte nicht in der Vergangenheit, sondern voller Hoffnung für sich und die Welt.

Hinter seiner Hoffnung steht zunächst eine tiefe Überzeugung: die Welt ist zu retten. Aus ihr kann etwas Schönes und Gutes Werden, auch wenn es auf den ersten Blick ganz anders aussieht. Und ich glaube, dies gilt auch für mein eigenes Leben. Der Glaube, dass mein eigenes Leben, auch wenn es durch Krisen geschüttelt ist, zu retten ist, ist für mich ganz wichtig geworden.

Simeon lädt ein, voll Hoffnung auf das eigene Leben zu blicken. Christen glauben, dass der Messias bereits gekommen ist. Sie glauben, dass die Rettung da ist. Simeon erkennt in dem kleinen Kind den Retter. Und das darf auch ich tun. Ich darf davon ausgehen, dass mein Leben zu retten ist. Wenn mein Leben aus den Fugen geraten ist, darf ich wie Simeon auf Rettung hoffen und werde sie eines Tages erleben.

Dazu gehört auch die letzte große Rettung, die Gott uns verspricht: die Rettung aus dem Tod. Im Tod rettet Gott unser Leben in seine Gegenwart hinein: in ein Land, in dem es keine Tränen mehr gibt.

Der alte Simeon hat nicht daran gezweifelt, dass er die Rettung Israels erleben wird. Das ist für mich die Einladung, auch auf den Gott zu vertrauen, der mein Leben retten will, wenn es schief zu laufen droht. Der Gedanke, dass mein Leben gerettet ist, hilft mir, diesen Tag voll Mut und Zuversicht zu beginnen.

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Text: Norbert Köster | Foto: Michael Bönte
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