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25.05.2012
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Schneelandschaft

Die Welt erscheint wie verzaubert. Es ist viel stiller als sonst und alles trägt eine geheimnisvolle Schönheit.

Geistlicher Impuls zum Fest der Darstellung des Herrn (1)

Schön und glänzend

Am 2. Februar feiern viele christliche Kirchen das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess). Es geht auf die biblische Geschichte zurück, in der Maria und Josef acht Tage nach der Geburt Jesus in den Tempel bringen und dort auf die Propheten Simeon und Hannah treffen. Diese stimmungsvolle Erzählung lädt ein, das Leben mit anderen Augen zu sehen. Im Licht Gottes wird mein Leben hell und zu einem stimmigen Geschenk. Gottes rettende Tat schenkt Frieden und stärkt das Vertrauen.

Wenn jetzt im Winter die Welt im Schnee versinkt, kann das am Montag morgen auf dem Weg zu Arbeit ärgerlich sein. Und doch ist es auch faszinierend, alles in weißer Pracht zu sehen. Die Welt erscheint wie verzaubert. Es ist viel stiller als sonst und alles trägt eine geheimnisvolle Schönheit. Dadurch erscheint die Welt friedvoll, gut und voll innerer Ruhe.

Morgen feiern Christen ein Fest, das im Volksmund Mariä Lichtmess heißt. Dieses Fest will etwas ganz ähnliches tun, wie wir es an einem schönen Wintertag erleben können: Es will unser Leben in den Glanz und die Ruhe Gottes stellen.

Hintergrund des Festes ist eine Erzählung der Bibel. Maria und Josef brechen vom Stall in Bethlehem auf und gehen nach Jerusalem, um Jesus dort im Tempel Gott zu weihen und ein Opfer darzubringen. Die Familie ist arm. Sie kommen vom Stall in Bethlehem und bringen zum Tempel ein paar Tauben, die Gabe der armen Leute.

Im Tempel begegnen sie zwei alten Menschen, dem Propheten Simeon und der Prophetin Hannah. Als Simeon und Hannah das Kind sehen, sagen sie etwas über die große Zukunft des Kindes. Maria und Josef erfahren im Tempel durch Simeon und Hannah etwas von dem Glanz, der auf ihrem Leben und dem Leben ihres Kindes liegt. Auch wenn sie äußerlich arme Menschen bleiben – in ihrem Herzen werden sie doch ganz reich.

Das, was Simeon und Hannah zu Maria und Josef sagen, gilt auch mir. Gottes Glanz liegt auf dem Leben jedes Menschen. Nicht, indem wir unser Leben aufpolieren, sondern indem wir uns in das Licht Gottes stellen. Das ist die Zusage dieses Festes: Wo ich wie Maria und Josef zu Gott gehe, da sehe ich mein Leben anders. Ich sehe es im Licht Gottes und spüre, dass er es gut mit mir meint und dass er etwas Gutes mit mir vorhat. Das macht mich innerlich reich.

Und das schenkt mir Ruhe. So wie sich die Ruhe der beiden alt gewordenen Propheten auf Maria und Josef legte, legt sie sich auch auf mich. Ich brauche nicht immer wieder um meine Anerkennung zu kämpfen, wenn ich weiß, wie sehr Gottes Glanz auf meinem Leben liegt. Ich brauche mich selbst nicht immer neu in Frage zu stellen, wenn ich etwas nicht schaffe.

Mir ist der Glanz, den Gott schenkt, ganz wichtig geworden. Ich merke, dass mir dadurch so manches Glänzen in dieser Welt fraglich und unwichtig geworden ist. In Gottes Nähe darf ich mein Leben, auch wenn es sich arm anfühlt, zur Ruhe kommen lassen. Und das gilt vielleicht gerade auch am Beginn der neuen Arbeitswoche: Ich darf auf diese Woche mit all ihrem Scheitern und Gelingen Gottes Glanz sehen. Und das schenkt mir Ruhe und Gelassenheit.

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Text: Norbert Köster | Foto: Michael Bönte
01.02.2010

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