29. Dezember
Heiliger Thomas Becket
Lebensdaten:
Geboren im Jahr 1118 in London, gestorben am 29. Dezember 1170 in Canterbury.
Vita:
Der Sohn eines begüterten Londoner Kaufmanns studierte in Paris, London und Auxerre, bevor ihn Erzbischof Theobald zum Archidiakon von Canterbury ernannte. Im Alter von 37 Jahren holte ihn sein Freund, König Heinrich II., an den Londoner Hof und ernannte ihn zum Lordkanzler und persönlichen Berater. Becket fühlte sich bei Hofe wohl, er schätzte den Prunk und das angenehme Leben.
Diese Einstellung änderte sich schlagartig, als Heinrich seinen Freund zum Erzbischof von Canterbury machte. Becket ahnte, dass der König ihn benutzen wollte, um mehr Einfluss auf die kirchlichen Entscheidungsträger nehmen zu können. Also konzentrierte er sich fortan ganz auf die Seelsorge, verzichtete auf allen Prunk, lebte streng asketisch und zeigte sich den Armen gegenüber als großer Wohltäter. Immer wieder betonte er die Freiheit der Kirche gegenüber dem König.
Aus dieser Haltung entwickelte sich ein ständiger Konflikt, der die Freundschaft zwischen Erzbischof und König zunichte machte. Becket wurde verfolgt und zu Geldstrafen verurteilt und musste schließlich, nach nur zwei Jahren auf dem Bischofsstuhl, nach Frankreich fliehen. Gerne hätte er sein Amt abgegeben, doch Papst Alexander schlug ihm diese Bitte ab. Sechs Jahre lang führte Thomas Becket seinen Kampf um die Freiheit der englischen Kirche von seinem französischen Exil aus. 1170 schien der Konflikt beendet, Becket durfte nach Canterbury zurückkehren. Doch am 29. Dezember des Jahres drangen vier Edelleute, Vertraute Heinrichs, in die Kathedrale ein und ermordeten den Erzbischof vor dem Altar. Man nimmt an, dass sie dem König damit einen Gefallen erweisen wollten. Es kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Monarch selbst den Befehl zum Mord an seinem einstigen Ratgeber erteilt hatte.
Sofort nach dem Tod setzte die Verehrung Beckets als Heiliger ein. Mehrere Wunder sollen sich an dessen Grab ereignet haben. Papst Alexander sprach den Erzbischof bereits im Jahr 1173 heilig, ein Jahr später tat König Heinrich II. am Grab seines Freundes und Widersachers öffentlich Buße. Der kostbare Schrein mit den Gebeinen Beckets wurde jedoch im 16. Jahrhundert von König Heinrich VIII. zerstört.
Namensbedeutung:
"Thomas" ist hebräisch und heißt "Zwilling".
Namensableitungen:
Gebräuchlich ist die Abkürzung "Tom".
Darstellung:
In Pontifikalkleidung mit Palme, Schwert und Kirchenmodell.
Text: Thomas Mollen
Dezember 2004
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