
Bild von Peter von Hess: "Sankt-Leonhardsfest in Fischhausen am Schliersee", 1825
06. November
Heiliger Leonhard von Limoges (von Noblac)
Lebensdaten:
Geboren im 5. Jahrhundert in Frankreich, gestorben vermutlich um 559 in der Nähe von Limoges (Frankreich).
Vita:
Leonhard war, so erzählt es die Legende, ein Schüler des Bischofs Remigius von Reims, durch dessen Hände er auch das Sakrament der Taufe empfangen hatte. Er stammte wohl aus fränkischem Adel und ließ sich zu Beginn des sechsten Jahrhunderts als Einsiedler in einer Zelle in Noblac bei Limoges nieder. Viele Verzweifelte suchten ihn in seiner Zelle auf, um seinen Rat einzuholen. Der Legende nach kümmerte sich der Heilige besonders intensiv um Gefangene.
Mehrmals sprach er am fränkischen Königshofe vor, um Gnade für verschiedene Eingekerkerte zu erlangen. Es wird berichtet, viele Gefangene hätten den Namen Leonhards im Kerker ausgerufen. Im selben Moment seien die Fesseln und Ketten gelöst gewesen. Die derart Befreiten kamen dann voll Dankbarkeit zu dem Einsiedler in den Wald und legten ihre Ketten an dessen Zelle nieder.
Aus dieser Zelle entwickelte sich im Laufe der Zeit das Kloster Saint-Léonard-de-Noblac, dem der Heilige auch einige Zeit als Abt vorstand. Die Klosterkirche, die das Grab des Heiligen beherbergt, ist bis heute ein beliebter Wallfahrtsort.
Brauchtum:
Leonhard wurde im Laufe der Jahre besonders in Bayern zu einem der beliebtesten Heiligen, und wird mancherorts zu den Nothelfern gezählt. Er gilt auch als Patron für alle Anliegen der Bauern. In Bad Tölz, wo die Leonhardskapelle im Gedenken an den Heiligen mit einer Eisenkette umspannt ist, findet seit 1856 die berühmte Leonhardifahrt statt, eine Prozession hoch zu Ross, der jährlich rund 20.000 Schaulustige beiwohnen.
Namensbedeutung:
"Leonhard" ist althochdeutsch und heißt "der Löwenstarke".
Darstellung:
In Abtskleidung mit Stab und Buch, mit Fesseln, Fußblock, Ketten oder Stallvieh.
Patron:
Patron der Bauern, Ställe, Stallknechte, Fuhrleute, Schmiede, Schlosser, Lastenträger, Kohlenschlepper, Böttcher, Butter- und Obsthändler, Bergleute, der Gefangenen, der Pferde, des Viehs, für eine glückliche Entbindung, gegen Geistes- und Geschlechtskrankheiten sowie Kopfweh.
Text: Thomas Mollen | Foto: Archiv
November 2004
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