16. August
Heiliger Rochus von Montpellier
Lebensdaten:
Geboren vermutlich um 1295 in Montpellier (Frankreich), dort gestorben am 16. August 1327.
Vita:
Rochus wird in manchen Gegenden den 14 Nothelfern zugerechnet und ist ein bekannter Patron gegen die Pest und andere Seuchen. Historische Fakten liegen über den Pilger, der nie ein Amt in der Kirche innehatte, kaum vor, wohl jedoch legendarische Erzählungen.
Demnach verschenkte er nach dem frühen Tod seiner Eltern seinen gesamten Besitz an Bedürftige und machte sich auf eine lange Pilgerfahrt nach Rom. Dort pflegte er Pestkranke wieder gesund. Der Legende nach heilte er sie alleine durch Bekreuzigen. Auf der Rückreise im Jahr 1320 jedoch befiel die Pest auch ihn. Er befand sich zu diesem Zeitpunkt gerade in Piacenza und legte sich in einer Hütte vor den Stadttoren nieder, um vor seinen Schöpfer zu treten. Da erschien ihm jedoch ein Engel, der ihm Mut zusprach. Tagtäglich sein von nun an ein Hund gekommen, der Rochus bis zu seiner vollständigen Genesung mit frischer Speise versorgte, so dass der Pilger endlich seine Heimreise fortsetzen konnte.
Doch als er zu Hause ankam, erkannte man ihn nicht. Er wurde als Spion verdächtigt und in den Kerker gesperrt. Dort musste er fünf Jahre lang ausharren, ehe er im Alter von 32 Jahren starb. Erst nach seinem Tod entdeckten die Bürger Montpelliers anhand eines Muttermals am Leichnam die wahre Identität des Toten.
Brauchtum:
In Frankreich sieht man an den Häusern oft die Abkürzung "VSR" für "Vive Saint Roche". Auch in Italien und Spanien wird der Heilige als Pestpatron verehrt. In Deutschland gibt es mehrere Rochus-Wallfahrten.
Namensbedeutung:
"Rochus" ist althochdeutsch und bedeutet "der Schnaubende".
Darstellung:
Als Pilger mit Pestbeulen, Engel und einem Hund, der ein Brot im Maul trägt.
Patron:
Von Montpellier, Parma und Venedig, der Gefangenen, Kranken, Siechenhäuser, Ärzte, Chirurgen, Apotheker, Totengräber, Kunsthändler, Bauern, Gärtner, Bürstenbinder, Pflasterer, gegen Pest, Cholera, Fuß-, Bein- und Knieleiden sowie gegen Tollwut und Unglücke.
Text: Thomas Mollen
August 2005
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