
Figur des heiligen Bonaventura in der Barockkirche Zwillbrock.
15. Juli
Heiliger Bonaventura
Lebensdaten:
Geboren um 1218 in Bagnoregio (Italien), gestorben am 15. Juli 1274 in Lyon.
Vita:
Bonaventura ist einer der bedeutendsten Kirchenlehrer der Geschichte. Neben Thomas von Aquin, mit dem er befreundet gewesen sein soll, gilt er als herausragender Vertreter der Scholastik.
Bonaventura, mit bürgerlichem Namen Giovanni Fidanza, stammte aus Italien, studierte jedoch in Paris und soll dort auch in den Franziskanerorden eingetreten sein. Nachdem er seinen Doktor der Theologie gemacht hatte, wurde er im Alter von 36 Jahren zum Ordensgeneral ernannt. In dieser Funktion versuchte er zwischen den verschiedenen geistlichen Richtungen innerhalb der Franziskaner zu vermitteln. "Nur die Regel, aber die ganze Regel, verpflichtet", ist ein entscheidendes Wort, mit dem er Streitigkeiten salomonisch beizulegen pflegte.
1273 ernannte ihn Papst Gregor X. zum Kardinalbischof von Albano und beauftragte ihn mit der Vorbereitung und Durchführung des Konzils von Lyon, das ein Jahr später stattfand. Bonaventura erledigte diese Aufgabe zur vollen Zufriedenheit des Heiligen Vaters, durfte den Abschluss des Konzils allerdings nicht mehr erleben: wenige Tage zuvor, am 15. Juli 1274 starb er und fand seine letzte Ruhestätte in der Kathedrale Saint Bonaventure in Lyon.
Seinen Namen erhielt der Heilige der Legende nach übrigens bei einer Begegnung mit dem heiligen Franz von Assisi. Der kranke Giovanni war als Kind von seiner Mutter zu dem großen Heiligen gebracht worden, damit dieser ihn segne. Als Mutter und Sohn einige Zeit später nochmals bei Franziskus waren, um ihm für die Genesung zu danken, soll dieser ausgerufen haben: "Buona ventura". Von nun an wurde der Junge nur noch so genannt.
Namensbedeutung:
"Bonaventura" ist lateinisch und bedeutet "glückliche Zukunft".
Darstellung:
Als Franziskaner mit Kardinalshut, mit Buch, am Schreibpult, mit Kruzifix.
Patron:
Bonaventura ist Patron der Franziskaner, der Theologen, Lastenträger, Seifenhersteller, Arbeiter und Kinder.
Text: Thomas Mollen | Foto: Norbert Göckener
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