Anzeige:
Werbung

kirchensite.de | Online mit dem Bistum Münster: Nachrichten aus der Kirche, katholischer Glaube, Spiritualität, Heiligenlexikon, Veranstaltungen, Seelsorge, Fürbitte, Bibelarbeiten, Dossiers.

. . . . .
Seite: Fragen + Glauben  >  Glaubens-ABC  >  Gnade
01.11.2014
Artikel drucken
Logo kirchensite.
Maria
Gegrüßet seist Du, Maria, voll der Gnade...

Gott selbst

Gnade

Als ich meine erste Bekanntschaft mit der Theologie in den Jahren vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil machte, war die "Gnadenlehre" ein besonders kompliziertes Kapitel, weil eine ziemlich große Zahl von verschiedenen Arten der Gnade vorgestellt wurde, von denen die "heiligmachende Gnade" qualitativ an erster Stelle stand, dicht gefolgt von der "helfenden Gnade". Wer die "heiligmachende Gnade" durch schwere Sünde verlor, war ganz von Gott getrennt. Die Vorstellung von "Gnade" war sehr gegenständlich, und wo von der "Ausgießung der Gnade " gesprochen wurde, dachte mancher an eine kostbare Flüssigkeit, die leicht verschüttet werden kann, wenn der Empfänger sein Glas nicht ruhig hält und zittert!

Der große Jesuiten-Theologe Karl Rahner hat "Gnade" in ein neues Licht gebracht: Für ihn war es nicht wie eine Sache, ein Ding, ein Gegenstand, sondern etwas "Personales"; er sprach von der "Selbstmitteilung Gottes" und meinte damit, dass Gott sich selbst den Menschen schenkt; in seinem Wort, in seinem Sohn, in seinem Heiligen Geist, der in uns, in unserer eigenen Person lebt und wirkt.

Man kann das ja auch vergleichen mit Eltern, die ihr Kind überaus lieben: Sie können das durch ein Geschenk zum Ausdruck bringen, aber das Geliebtwerden braucht für das Kind gar nicht mehr in einem dinghaften Geschenk ausgedrückt zu werden, wenn das Kind ganz sicher weiß: Es sind ja die Eltern selbst, die sich mir tagtäglich schenken in dem, was sie für mich tun, vor allem, weil sie einfach für mich da sind. Die Eltern geben letztlich nicht irgendetwas, sondern sich selbst!

Und wenn wir das jetzt auf Gott übertragen, merken wir: Gottes Gnade ist nicht eine Sache, sondern eine Person: Gott selbst! Wenn wir uns daran erinnern, dass wir in unserem alltäglichen Sprachgebrauch auch das Wort "Gnade" kennen (z.B. "Gnade vor Recht ergehen lassen", "einen Straftäter begnadigen" usw.), merken wir, wie buchstäblich "himmelweit" der Begriff von dem abweicht, was Christen mit "Gnade" meinen: Nicht der großzügige Erlass einer an sich berechtigten Strafe, sondern das Sich-schenken des großen Gottes selbst an uns kleine Menschen.

Da wird dann erst richtig deutlich, wie herrlich "Gnade" ist: Gottes Geist ist mitten unter uns und "wohnt" in uns, und wir sind "Tempel des Gottesgeistes". Kann man von der liebenden Zuwendung Gottes zu uns Menschen etwas Schöneres sagen, als dass Gott sich selbst uns mitteilt? Das ist viel, viel mehr als die "Ausgießung der heiligmachenden Gnade" und erst recht viel mehr als eine eigentlich nicht verdiente "Begnadigung".

Zitat:

Die Gnade ist keine dinghafte Größe. Gnade ist Gott selbst in seiner Selbstmitteilung an uns durch Jesus Christus im Heiligen Geist. Gnade bedeutet deshalb im tiefsten, dass wir von Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist unbedingt angenommen, bejaht und geliebt sind und dass wir in dieser Liebe ganz eins sind mit ihm. Gnade ist also personale Gemeinschaft und Freundschaft mit Gott, personale Teilhabe am Leben Gottes. Diese unbedingte Annahme in der Begegnung mit der unendlichen Liebe Gottes ist die letzte und höchste Erfüllung des Menschen, das Heil des Menschen.
(Katholischer Erwachsenen-Katechismus Band 1, S. 249)

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
Öffnet externen Link in neuem FensterDieses Buch bestellen...

Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

Kirche von A bis Z

Lexikon in kirchensite.de.

Glaubens-ABC

Geist: Lebenskraft und Lebensenergie.

Kirche von A bis Z

Profanierung: Die Entweihung beendet die kirchliche Nutzung eines Kirchengebäudes.

Mit der Bibel leben

Zu den bekanntesten Worten der Bibel gehören die sogenannten 10 Gebote.

Heiligenlexikon

30. Oktober: Heiliger Foillan.

Mittwoch ist Chatzeit

Am Mittwoch zwischen 20.30 und 21.30 Uhr im Chat: Diakon Werner Fusenig.

VIDEO-Tipp ...

In diesem Jahr wird ihr 150-jähriges Bestehen gefeiert: die Marienbasilika in Kevelaer gehört zu den großen Anziehungspunkten des Niederrheins.

Spenden für Missio

Um zehn Prozent ist die Summe der Spenden aus dem Bistum Münster für Missio 2013 gestiegen.

Kampf gegen Ebola

Misereor und die Caritas helfen in Westafrika – und bitten um Unterstützung.

Beten mit Kindern

Guten Morgen, lieber Gott!

Soziale Brennpunkte

Wohnungs- und Existenzsicherungsberatung sowie weitere soziale Hilfen der Caritas.

Religiöse Schulwoche

Mit Themen aus dem Alltagsleben beschäftigen sich Schüler bei den Religiösen Schulwochen.

Glaubenswissen

Gnade: Gott selbst.

Bischof Felix Genn

Sein Leben – sein Wirken – seine Texte.

Heiligenkalender

26. Oktober: Seliger Adalgott von Disentis.

Das Evangelium hören

Service für Sie

Facebook

RSS-Feed Topnews

Öffnet internen Link im aktuellen FensterNewsticker für Ihr Web


Reden, Fragen, Antworten finden

im "Haus der Seelsorge" hat man ein offenes Ohr für Sie

Seelsorgerin im Oktober:
Stefanie Uphues.

Seelsorger/-innen

Haus der SeelsorgeHaus der Seelsorge

Heiligenlexikon in "kirchensite.de"

im Heiligenkalender können Sie nach Monaten blättern. Oder wählen Sie hier nach Buchstaben aus:

 

Kontakt

  kirchensite-Redaktion:
  redaktionkirchensite.de

  Lebenshilfe+Seelsorge: 
  Stefanie Uphues
  uphueskirchensite.de

  Technik:
  technikdialogverlag.de

Dialogversand