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30.05.2017
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Weihrauch
Der Brauch, Gaben und Altar zu inzensieren, hat sich in der Liturgie unter Kaiser Karl dem Großen entwickelt.

Mit Herz und Händen Gott erfahren (2)

Erklärungen zur Eucharistiefeier

Katholiken glauben, dass in der heiligen Messe Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi verwandelt werden und Gott darin gegenwärtig ist. Darum hat die Eucharistie für die Kirche eine herausragende Bedeutung: sie ist Mitte und Höhepunkt christlichen Lebens. - kirchensite.de erklärt Begriffe, Riten und Gebete der heiligen Messe:

Agnus Dei (Lamm Gottes)

Als Johannes der Täufer Christus sah, sagte er: "Siehe, das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünde der Welt!" (Joh 1,29). Seit dem 6. Jahrhundert erinnert man sich, dass Christus, das wahre Osterlamm, das uns in der Eucharistie begegnet, durch sein Leiden und Sterben die Sünde der Welt hinweggenommen hat.

Die letzte Bitte des Agnus Dei, "Gib uns deinen Frieden", zeigt uns zudem, dass der gekreuzigte Christus die eigentliche Quelle allen Friedens ist.

Akklamation

Die Akklamation ist ein "Zuruf der Gemeinde". Der Text der traditionellen Akklamation ist von einem Paulusbrief inspiriert worden: "Denn sooft ihr von diesem Brote esst und aus dem Kelch trinkt, verkündet ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt" (1 Kor 11,26). Dieser Zuruf ist ein Akt des Glaubens: Christus, der Auferstandene, ist (sakramental) gegenwärtig.

Ambo

Der Ambo lässt sich seit Ende des 4. Jhs. in griechischen Kirchen als erhöhte Plattform zwischen Altar- und Gemeinderaum nachweisen; er kam in der tridentinischen Messliturgie nicht vor (man trug die Lesungen am Altar vor); erst seit der Liturgiereform des 2. Vatikanums ist die Aufstellung eines Ambos wieder verbindlich, seine künstlerische Gestaltung besonders empfohlen.

Anamnese

Die Anamnese erinnert an das heilbringende Leiden Jesu, seine Auferstehung von den Toten und die Himmelfahrt. Aber dieses Gedächtnis ist mehr als nur eine Erinnerung an etwas Vergangenes: Jesus, der gelitten hat und gestorben ist, der aber auferstand und in den Himmel aufgenommen wurde, ist nun auf dem Altar unter den Gestalten von Brot und Wein wirklich gegenwärtig. Nicht nur der Priester, alle Anwesenden sind aufgerufen, dieses heilbringende Gedächtnis zu feiern. Darum sind alle Texte in der Wir-Form abgefasst. Alle stimmen ein in das Gedächtnis. Alle danken, dass sie Anteil erhalten am Leben Christi, der unter den Gestalten von menschlicher Nahrung gegenwärtig ist.

Antwortpsalm

Der Antwortpsalm geht auf den ältesten christlichen Gesang zurück: Schon im 4. Jh. wurde ein zum Inhalt der Lesungen passender Psalm von einem Sänger vorgetragen, auf den die Gemeinde mit einem Kehrvers antwortete. Seinen eigentlichen Ursprung hat der gesungene Antwortpsalm im jüdischen Synagogengottesdienst. Neben Antwortpsalm und Halleluja-Ruf gibt es zu Ostern und Pfingsten (sowie zu Fronleichnam und am Fest der Schmerzen Mariens) einen dritten Zwischengesang, die Sequenz: Überbleibsel aus dem Mittelalter, in dem fast in jeder Messe eine eigene Sequenz gebetet wurde.

Confiteor ("ich bekenne")

Das Confiteor geht auf römische Stationsgottesdienste zurück, bei denen der Hauptzelebrant sich zu Beginn der Messe vor dem Altar niederwarf, um für seine eigenen Sünden und die des Volkes zu beten. Nach dem 10. Jahrhundert war es fester Bestandteil und wurde zu einem Wechselgebet. Seit dem 2. Vatikanum beten Priester und Volk gemeinsam.

Einsetzungsbericht

Der Einsetzungsbericht in seinen ältesten Zeugnissen gibt keinen der vier biblischen Texte wieder: Ein Zeichen, dass die Eucharistie schon gefeiert wurde, bevor Evangelien und Paulus-Briefe aufgeschrieben wurden. Erst nach und nach hat man den Einsetzungsbericht erweitert und sprachlich ausgefeilt. Die Texte des zweiten Hochgebets gehen auf Hippolyt von Rom zurück; sie wurden im Jahr 215 niedergeschrieben.

Entsendung

Die Entsendung hat der Messe einst ihren Namen gegeben: Früher wurde die Gemeinde mit den Worten "Ite missa est" entlassen, das hieß übersetzt etwa: "Geht, ihr seid gesendet." Vom Wort "missa" leitet sich der deutsche Begriff für die Eucharistiefeier, "Messe" ab.

Epiklese

Die Epiklese nennt man die Herabrufung des Heiligen Geistes. Die Kirche bittet um Gottes Kraft, damit die von den Menschen bereiteten Gaben geheiligt, d.h. zu Leib und Blut Jesu Christi werden.

Evangelium

Das Evangelium geht auf die Lehren, Taten und Worte Jesu selbst zurück. Was Jesus lehrte, predigten später die Apostel – und die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes schrieben es mit Hilfe des Heiligen Geistes auf. Während die ersten drei Evangelisten eigenen Lesejahren (A/B/C) zugeordnet sind, wird Johannes in allen drei Jahren an bestimmten Sonntagen im Jahreskreis sowie im Festkreis berücksichtigt. Seit dem 11. Jahrhundert bekreuzt man Stirn, Mund und Brust, um deutlich zu machen: Wir wollen für das Wort Christi "mit offener Stirn eintreten, es mit dem Mund bekennen und treu im Herzen bewahren".

Friedensgebet

"Der Herr hat zu seinen Aposteln gesagt: Frieden hinterlasse ich euch ...", hat im 11. Jahrhundert ein früheres Friedensgebet verdrängt. Es erinnert uns: Jesus hat durch sein erlösendes Leiden und Sterben die Macht der Sünde und des Todes vernichtet – das größte Hindernis für den Frieden.

Das "Zeichen des Friedens" war ursprünglich ein Kuss: Im Altertum galt der Kuss zwischen nicht verwandten Personen als Zeichen der Huldigung, nicht als Gebärde der Zärtlichkeit.

Gabengebet

Das Gabengebet beschloss in Rom schon im frühen Mittelalter die Darbringung der Gaben. Viele Jahrhunderte als "Stillgebet" vom Priester leise gesprochen, wird es seit dem Zweiten Vatikanum wieder laut gebetet.

Glaubensbekenntnis/Credo

Das Credo wurde nicht eigens für die Messe geschaffen. Die beiden bekanntesten Glaubensbekenntnisse, das apostolische (in seiner Urfrom aus dem 4. Jh.) und das große Glaubensbekenntnis (entstanden um 350), waren ursprünglich Bekenntnisse einzelner Menschen (credo = ich glaube): Sie wurden von Täuflingen vor ihrer Taufe abgelegt. Das große Glaubensbekenntnis stammt aus dem Osten und ist in den Auseinandersetzungen mit den Irrlehren des Arius entstanden, die auf den Konzilien von Nizäa (325) und Konstantinopel (381) verurteilt wurden. Später hielt es Einzug in die Messe.

Gloria ("Ehre sei Gott in der Höhe", Lk 2,14)

Das Gloria wie es schon die Engel in Betlehem gesungen haben, war ursprünglich ein Dank- und Festgesang und nicht für die Messe bestimmt. Nach und nach wurde es bei besonders festlichen Anlässen eingesetzt; erst seit dem 11. Jahrhundert wird es in jeder Messe gesungen. Ursprünglich durfte es nur vom Bischof angestimmt werden; der gewöhnliche Priester sang das Gloria nur in der Osternacht oder an seinem Weihetag.

Händewaschung

Die Händewaschung hat in erster Linie symbolische Bedeutung. Bei den urchristlichen Feiern haben sich alle Christen die Hände gewaschen. Heute tut das der Priester stellvertretend für die Gemeinde, um sie zu mahnen, dass wir uns mit einem reinen Herzen dem Tisch des Herrn nähern sollen. Im äthiopischen Ritus trocknet sich der Priester die Hände darum auch nicht ab, sondern sprengt das Wasser an seinen Händen über das Volk.

Kniebeuge

Die Kniebeuge war in der alten römischen Liturgie unbekannt; ursprünglich huldigte man mit der Kniebeuge dem (weltlichen) Herrscher, später auch dem Bischof; erst um 1500 fand sie Einzug in die Liturgie: "Im Namen Jesu sollen alle Knie sich beugen" (Phil 2,10).

Kommunionempfang

Der Kommunionempfang hat sich, was Häufigkeit und Haltung angeht, im Lauf der Jahrhunderte mehrfach geändert. Heute gilt: Jeder sollte nach dem Kirchenrecht wenigstens einmal im Jahr, zur österlichen Zeit, die heilige Kommunion empfangen. Seit Pius X. ist eine tägliche Kommunion möglich, ja man darf sogar zweimal an einem Tag kommunizieren (Canon 917), aber das zweite Mal muss es in einer Eucharistiefeier sein. Seit 1969 können die Gläubigen im deutschen Sprachraum frei zwischen Hand- oder Mundkommunion wählen.

Kreuzzeichen

Das Kreuzzeichen als Segenszeichen über sich selbst ist seit der zweiten Hälfte des zweiten Jahrhunderts bekannt. Die heutige Gebetsformel beim Kreuzzeichen erinnert an den Taufbefehl Christi: "Tauft sie (alle Menschen aus allen Völkern) auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes" (Mt 18,19a). So steht zu Beginn der Eucharistie die Erinnerung an die Taufe: Wir sind eingetaucht in das göttliche Leben, haben Anteil an ihm.

Kyrie

Das Kyrie war schon im Altertum bekannt – mit diesem Ruf ehrte man den Sonnengott; auch Herrscher und Priester wurden als "kyrios" (Herr) begrüßt. Im fünften Jahrhundert gelangte der Gebetsruf als Antwort auf die Fürbitten in die Messfeier. Gregor der Große führte selbstständige Kyrie-Rufe ein; ursprünglich neun – für die neun Chöre der Engel.

Mariengruß

Der Mariengruß hat seinen festen Platz in den Feiern der Kirche, denn die Mutter Jesu ist aufs engste mit dem Heilswerk Christi verbunden. Die ältesten Marienfeste sind ursprünglich als Herrenfeste entstanden, so die Verkündigung des Herrn (25. März, Mariä Verkündigung), die Darstellung des Herrn (2. Februar, Mariä Lichtmess) und das Gedächtnis der Mutter des Herrn (1. Januar, Hochfest der Gottesmutter). Mit der Zeit bildeten sich weitere Marienfeste heraus, die ihre besondere Stellung in der Heilsgeschichte bezeugen sollten. Auch die Liturgie der Kirche gedenkt ihrer in entsprechender Weise; neben den speziellen Festtagen in den Monaten Mai und Oktober sowie an jedem Samstag. Seit 1456 erinnert das Ave-Läuten an die Menschwerdung Gottes im Schoß Mariens. Die Kirche schließt ihr tägliches Stundengebet mit einem Abendgruß an Maria.

Opfergang

Der Opfergang hat eine lange Geschichte. Die ersten Christen brachten Brot und Wein, ohne eine besondere Symbolik darin zu sehen; im Gegenteil, sie wollten sich von heidnischen Opfern distanzieren. Später trugen die Gläubigen mit Brot und Wein auch Gaben für den Unterhalt der Kleriker, des Gotteshauses und der Armen zusammen: Lebensmittel, Geld und Wertgegenstände. (Aus diesen Spenden, "offere" oder "operari", entwickelte sich das deutsche Wort "opfern".) Während im Rom des Mittelalters zunehmend Zelebrant und Assistenz die Gaben einsammelten, entwickelte sich im Frankenreich der Opfergang der Gläubigen – als Erinnerung an den Palmsonntag: Das Volk ging Christus entgegen, um ihm zu huldigen.

Präfation

Präfation heißt wörtlich übersetzt: "vor jemandem sprechen". Gemeint ist damit die Rede vor Gott. Ihm soll gedankt werden, denn die Grundhaltung jedes gläubigen Christen ist die Danksagung. Sie findet ihren höchsten Ausdruck in der Präfation der Heiligen Messe. Unser Lobgesang verbindet sich am Schluss mit den Lobgesängen der himmlischen Chöre, wenn wir im Sanctus ("Heilig") mit allen Engeln den dreifaltigen Gott loben und preisen.

Predigt/Homilie

Die Predigt hat ihren Ursprung im jüdischen Synagogengottesdienst: Lk 4,16f erzählt, wie Jesus in der Synagoge von Nazaret zunächst eine Schriftstelle vorträgt. Dann legt er sie aus, erklärt und vertieft sie.

Während in der frühen Kirche vor allem der Bischof predigte, haben seit 529 alle Priester das Recht dazu. Heute unterscheidet man vier Predigt-Formen: 1. die biblische Predigt (das vorgelesene Wort Gottes steht im Mittelpunkt); 2. die liturgische Predigt, die die Hörer in die Gebets- und Opfergemeinschaft einführt; 3. die apologetisch-dogmatische Predigt, die den Glauben begründet und 4. die katechetische Predigt, die das Glaubenswissen erneuert und vertieft.

Schlussdoxologie

Die Schlussdoxologie, der "große Lobpreis", gehört wohl zu den ältesten Bestandteilen der Heiligen Messe (vgl. Eph 3,20). Nach alter Gewohnheit schließen öffentliche Gebete mit dem Lob Gottes. Diese Doxologie lässt den Lobpreis durch Christus, unseren Mittler, zu Gott aufsteigen.

Schlussgebet

Das Schlussgebet findet sich seit jeher in den römischen Sakramentarien. Der Dank für die himmlischen Gaben geht über in die Bitte, dass das Sakrament uns heilen und in Liebe und Treue festigen möge.

Segen

Der Segen hat seinen Ursprung in Gott, der Quell alles Guten ist. Nach den Aussagen des Alten Testaments mehrt Segen das Leben, während Fluch das Leben mindert. Der Segen Gottes, der sich zunächst in der Schöpfung auswirkt (vgl. Gen 1), findet seinen Höhepunkt in der göttlichen Heilsoffenbarung in Jesus Christus: In ihm schenkt Gott allen Menschen die Fülle seines Segens.Mit den Aposteln wird die Kirche zur Trägerin der Gnade und des Segens Christi, ihr ist es aufgetragen, im Auftrag des auferstandenen Herrn und in der Kraft seines Geistes zu segnen: Zeichenhandlungen sollen das Leben des Einzelnen und der menschlichen Gemeinschaften begleiten und gestalten.

Jüdische Tischgebet (Baracha)

Das jüdische Tischgebet (Baracha) das auch die Heilige Familie gebetet hat, wurde von den Israeliten etwa beim Passahfest gesprochen: "Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du das Brot aus der Erde hervorbringst. Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du die Frucht des Weinstocks erschaffen."

Vater-unser

Das Vater-unser, das auf Jesus selbst zurückgeht (Lk 11,1-4), wird seit Ende des 4. Jahrhunderts in der Messe gebetet. Vorher empfing man die Kommunion direkt im Anschluss an das Hochgebet, ohne besonderes Vorbereitungsgebet. Die ersten Christen hatten so große Ehrfurcht vor dem Vater-unser, dass sie es nicht nur vor den Heiden, sondern auch vor den Katechumenen geheim hielten, die es erst nach ihrer Taufe beten durften.

Wechselgebet

Das Wechselgebet findet sich schon bei Cyprian von Karthago (gestorben 258), der über das "Sursum corda" ("Erhebet die Herzen") schrieb. Die Bedeutung des Hochgebets wird durch die größere Gebetseinleitung (im Gegensatz zum bloßen "Lasset uns beten") hervorgehoben.

Weihrauch

Der Weihrauch ist ein schönes Symbol: Wie die glühende Kohle den Weihrauch verbrennt und ihn zum Himmel aufsteigen lässt, so können auch unsere Gebete, die aus einem liebenden Herzen kommen, zu Gott emporsteigen (vgl. Psalm 141,2 und Offenbarung 5,8).

Der Brauch, Gaben und Altar zu inzensieren, hat sich in der Liturgie unter Kaiser Karl dem Großen entwickelt und ist erst von dort aus nach Rom gekommen.

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Text: ks | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

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