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10.02.2012
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Triumphkreuz
"Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst!"

Keine Angst mehr

Erlösung

Was ist denn eigentlich Erlösung? Wie werden wir von der Macht der Angst um uns selbst erlöst? Denn diese Angst, die uns auf Grund unserer Geschöpflichkeit schon bei der Geburt mitgegeben wird, ist der Grund aller persönlichen Schuld, aller Selbstbehauptung und Unmenschlichkeit , aller Auflehnung gegen Gott und aller Selbstzerstörung.

Erlösung ist etwas anderes als die Befreiung von ungerechten Zuständen, das steht wohl in einem Zusammenhang, ist aber nicht dasselbe.

"Denn durch dein heiliges Kreuz hast du die Welt erlöst", so beten wir oft beim Kreuzweg. Man hat das lange so ausgelegt, dass Gott durch die Schuld der Menschen unendlich beleidigt worden sei, so dass er unendlich zornig sei. Nur der Gottmensch Jesus Christus habe Gott ein angemessenes, unendliches Opfer darbringen können, durch das Gott versöhnt worden sei. Aber ob das so sein kann? Kürzlich fand ich in einem Aufsatz von Thomas Söding in: "Christ in der Gegenwart" eine gute Spur zum Verständnis: "Der Tod Jesu offenbart nicht, wie häufig unterstellt wird, den beleidigten Zorn Gottes, der nur durch das denkbar größte Opfer besänftigt werden kann, sondern die selbstlose Liebe Gottes, die den Menschen nichts vorenthält, sondern alles gibt". Also: Der Kreuzestod Jesu dient nicht der Besänftigung des Zornes Gottes, sondern der Offenbarung, der unüberbietbar großen Liebe Gottes. Gott holt durch den letztmöglichen Beweis seiner Liebe den in die Irre gegangenen Menschen wieder zu sich, er "erlöst" ihn.

Wenn die Erbsünde, der Grund alles Bösen, in der Angst des Menschen um sich selbst liegt, dann wird diese Angst den Menschen tatsächlich genommen, wenn er in die liebende Verbindung von Vater und Sohn aufgenommen wird, das geschieht vor allem in der Taufe: der Mensch, der von Anfang an im Unheilszusammenhang der Angst um sich selbst steht, wird nun in den Heilszusammenhang mit dem unendlich liebevollen und menschenfreundlichen Gott hineingenommen. Dann aber besteht kein Grund nicht, sich in der Angst um sich selbst aufzureiben. Sondern der Mensch kann sich ganz Gott anvertrauen, der die Bedingungslosigkeit seiner Liebe im Kreuzestod seines Sohnes gezeigt hat. Das Kreuz ist Erlösung, weil es uns zeigt: Gott geht für die Menschen, die er ja liebt, auch den allerletzten Schritt; wer sich darauf einlässt, hat keinen Grund mehr, sein eigenes Selbst angstvoll abzusichern; er ist "in Gott" verankert; seine letzte Sicherheit ist Gott selbst.

Dieses sichere Wissen um unser Erlöstsein wird uns durch das Wort der Kirche zugesagt und gedeutet; es wird in der Taufe zur Tat Gottes an uns. Wer sich im Glauben als ein Erlöster erkennt, braucht keine Angst nicht um sich selbst zu haben. Von dieser Angst befreit, hat der erlöste Mensch nun die Freiheit, das Gute zu tun. Er tut das Gute nicht, um seine Erlösung aus eigener Kraft zu erkämpfen, sondern er handelt im Sinne Gottes, weil er sich von Gott bereits erlöst und in Gottes Liebe gesichert und geborgen weiß.

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Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
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Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Michael Bönte
Februar 2009

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