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23.01.2017
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Dreifaltigkeit
Gottvater, Sohn und Heiliger Geist.

Ein Gott in drei Personen

Dreifaltigkeit

Im Buch Genesis des Alten Testamentes wird erzählt, der Herr sei Abraham erschienen, und zwar in der Gestalt von drei Männern (oder Engeln? Oder. . . ?). Es ist eine geheimnisvolle Geschichte: Da sind drei, aber Abraham sagt zu ihnen: "Mein Herr, geh nicht vorbei!" Und im nächsten Satz: "Ihr könnt euch die Füße waschen!" Und etwas später: "Da sprach der Herr: Ich werde wiederkommen!" Ist es ein einziger, oder sind es drei? Man hat diese Geschichte gern als Vor-Bild des dreifaltigen Gottes ("ein Gott in drei Personen") angesehen, zum Beispiel auf der berühmten Ikone des Malers Rubljow. Aber ist Gott ein Team, eine Summe aus Dreien?

Joseph Ratzinger hat vor drei Jahrzehnten in seinen Münsteraner Vorlesungen engagiert darauf hingewiesen, dass die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes ("Trinität") nicht das Ergebnis theologischer Spekulationen ist, sondern sie ist vor dem Hintergrund geschichtlicher Erfahrung entstanden: Gott wird im Volk Israel als väterlicher Beschützer und Begleiter erfahren (auch der Schöpfungsgedanke klingt dabei an!); in Jesus von Nazaret tritt Gott als Mensch in die Geschichte ein: hörbar, berührbar, sichtbar, erlebbar. Schließlich, nach Jesu Tod, erfahren die ersten Christen Gott eben nicht mehr in sichtbarer menschlicher Gestalt, sondern in der unsichtbaren, aber sehr wirkungsvollen Weise des Heiligen Geistes; er gibt den Christen den Mut und die Glaubenskraft, in einer ihnen feindlich gesonnenen Welt zu bestehen. Ein einziger Gott also, der aber in ganz unterschiedlicher Weise für die Menschen erfahren wird, weil er die Fülle ist. Denn Gott ist nicht in der Uniformität ein einziger, sondern er ist die Vielfalt, jedenfalls die "Dreifalt"! Also nicht abgehobene Spekulation oder magische Spielchen mit der heiligen Zahl "Drei", sondern die Erfahrung des Gottes, der in verschiedener Weise den Menschen ganz nahe ist.

Der Glaube an den dreifaltigen Gott ist insofern keineswegs eine Verwässerung des Ein-Gott-Glaubens ("Monotheismus"), manche machen uns Christen ja diesen Vorwurf, sondern im Gegenteil eine sehr tiefe Glaubensaussage über den einen Gott, der in sich die Vielfalt und die Fülle ist.

Ich erlebe bei manchen Menschen, die ein schlechtes oder überhaupt kein Vaterbild haben, dass sie sich schwer tun mit dem Gott, der Vater ist, aber mit dem Bruder Jesus sehr vertraut sind. Anderen ist die Geschichte vom Gottessohn Jesus zu handgreiflich und direkt, ihnen ist Gott als Geist, der ihnen in der Innerlichkeit des Lebens gegenwärtig ist, gefühls- und verstandesmäßig näher. Anderen ist es schwierig, zu Gott als dem Geist einen Zugang zu finden, sie können in ihrem konkreten Leben eher die väterlichen Wege Gottes mit seinem Volk gläubig nachgehen. Und schließlich gibt es nicht wenige Menschen, denen Gott als barmherzige Mutter näher ist als der Vatergott, dessen Profil in manchen Aussagen der Heiligen Schrift eher schroff und hart ist.

Aber immer ist es der eine Gott, der den Menschen nahe kommt und dem sich die Menschen gläubig anvertrauen dürfen.

Zitat:

Die Gnade Jesus Christi, des Herrn,
die Liebe Gottes und
die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen!
Paulus an die Gemeinde in Korinth
(2 Kor 13, 13)

Medientipp:

Ulrich Zurkuhlen
Glaube im Wandel; 60 Schlüsselbegriffe erklärt
Kevelaer, Butzon und Bercker; Münster, Dialogverlag 1999
ISBN 3-933144-20-5
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Text: Öffnet internen Link im aktuellen FensterUrlich Zurkuhlen in "Glaube im Wandel" | Foto: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH
Februar 2009

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