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25.05.2012
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Nils Stensen
Seliger Nils Stensen.

Anatom, Geologe und Missionar

Seliger Niels Stensen

Geboren 1638 in Kopenhagen wächst Niels Stensen in seiner Geburtsstadt als Sohn eines wohlhabenden Goldschmieds auf. Er besucht die Lateinschule in Kopenhagen: Mathematik, Botanik und Fremdsprachen stehen dabei im Mittelpunkt.

In seiner Freundschaft mit dem Sohn des königlichen Leibarztes und Anatomen Simon Paulli wird schon früh sein Interesse für den Aufbau des menschlichen Körpers geweckt. Er beginnt in Kopenhagen Medizin zu studieren, verlässt jedoch seine Heimat, um an der damals weltberühmten medizinischen Fakultät in Leiden sein Studium fortzusetzen.

Medizinische Abhandlungen über Drüsen und Muskeln

Bereits zu Beginn seines Studiums fällt seine revolutionäre Denkweise auf: In ersten Aufzeichnungen äußert er sich bereits kritisch gegenüber überkommenen Lehrmeinungen.

Später veröffentlicht er verschiedene wissenschaftliche Abhandlungen, die sich vorwiegend mit der Beschaffenheit tierischer und menschlicher Drüsen und Muskeln beschäftigten. 1663 formuliert er erstmals die Erkenntnis, dass das Herz ein Muskel sei. Mit dieser Feststellung überwand er die seit der Antike verbreitete Meinung, dass das Herz der Sitz des Lebensgeistes sei.

Europaweit bekannt als Wissenschaftler

Niels Stensen wurde durch diese wissenschaftliche Arbeit  in ganz Europa bekannt. 1664 erhielt er an der Universität Leiden den medizinischen Doktortitel.

Nach Aufenthalten in Frankreich reist er 1666 nach Italien. In Florenz arbeitet er beim Großherzog Ferdinand II. als Leibarzt und im Hospital Santa Maria Novella. Der gute Kontakt zum Großherzog ermöglichte weitere wegweisende wissenschaftliche Arbeiten: Neben anatomischen Studien widmete er sich auch geologischen Forschungen.

Übertritt zum katholischen Glauben

In Florenz lernt Stensen den katholischen Glauben näher kennen. Er begegnet einer Ordensschwester, die die Apotheke des Hospitals leitete, und reist zweimal nach Rom. 1667 entschließt er sich dazu, zum katholischen Glauben überzutreten. In den folgenden Jahren widmet er sich mineralogischen Forschungen in den Alpen, einige Zeit ist er als "königlicher Anatom" in Kopenhagen tätig.

Wegen seines katholischen Glaubens kann er jedoch kein öffentliches Amt bekleiden, was ihn letztlich dazu bewegt, nach Florenz zurückzukehren. Auf dem Weg dahin beschäftigt er sich immer mehr mit religiösen Themen und theologischen Fragen. In ihm reift der Entschluss, Theologie zu studieren und einen geistlichen Beruf zu ergreifen.

"Apostolischen Vikar des Nordens"

Am 13. April 1675 wird er in Florenz zum Priester geweiht. Weil es ihm gelingt, zahlreiche Persönlichkeiten zum katholischen Glauben zu bekehren, wird er bald für die Bischofsweihe empfohlen. Nach seiner Weihe 1677 wurde Stensen zum "Apostolischen Vikar des Nordens" ernannt.

Zunächst in Hannover tätig, wird er 1680 Weihbischof in Münster, wenig später auch Dechant des Kollegiatkapitels St. Ludgeri in Münster. Auf die Einkünfte, die ihm dadurch zustehen, verzichtet er größtenteils, um die Armen zu unterstützen.

Kritik an Bischofswahlen in Münster

Weil Stensen es 1683 wagt, öffentlich Bestechungen im Zusammenhang mit Bischofswahlen zu kritisieren, wird er vom Amt des Weihbischofs entbunden. Eine Zeit lang ist er noch in Hamburg tätig, um dann nach Florenz an den Hof der Medici zurückzukehren. 1685 erhält er das Angebot, eine Missionsstation in Schwerin zu übernehmen.

Stensen reist nach Mecklenburg, um dort als einfacher Missionar zu leben. Er ist jedoch bereits gesundheitlich sehr geschwächt: Ihm bleibt nur eine kurze Zeit als Missionar in Schwerin, Stensen stirbt am 1686 an den Folgen einer Darmlähmung. Sein Leichnam wird nach Florenz überführt, wo er in der Kirche San Lorenzo beigesetzt wird. Am 23.10.1988 wird Niels Stensen durch Johannes Paul II. selig gesprochen.

Gedenktag: 25. November

Tagesgebet zum Gedenktag (Gotteslob Nr. 910):

Gott unser Vater, du Ursprung alles Guten, dem seligen Bischof Niels Stensen hast du die Gnade geschenkt, deine wunderbare Weisheit in der Schöpfung zu erkennen und von der Hingabe deines Sohnes am Kreuz ganz erfüllt zu werden. Hilf uns auf seine Fürsprache, dass wir unserer irdischen Pilgerschaft Christus, unserem einzigen Hirten, folgen und in der ewigen Vollendung dein Angesicht schauen dürfen. Darum bitten wir dich durch Christus unseren Herrn. Amen.

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Text: Heike Harbecke | Foto: Norbert Göckener
Juli 2006

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