
- Das Oberhaupt der griechisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, Metropolit Augoustinos, Bischof em. Reinhard Lettmann und der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß.
Den Skandal überwinden
Ökumene im Bistum Münster
"Ökumene ist das Bemühen um die sichtbare Einheit der Kirchen." Der Ökumene-Referent im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, Michael Kappes, beschreibt so, was hinter dem griechischen Wort steckt. Wörtlich übersetzt heißt es: "die ganze bewohnte Erde".
Für die Christen bedeutet es, dem "Skandal" der Trennung der Kirche in weit mehr als 200 verschiedene Konfessionen entgegenzuwirken – widerspricht sie doch offensichtlich dem Willen Jesu selbst, wenn er betet: "Vater, lass alle eins sein wie wir eins sind" (Johannesevangelium 17. Kapitel).
Jahrzehntelange Kontakte
Im Bistum Münster geschieht dies seit vielen Jahrzehnten und auf vielen verschiedenen Ebenen. Seit 1966 bestehen regelmäßige Kontakte mit der Oldenburgischen Landeskirche. Es war seinerzeit das e,ste Zusammentreffen dieser Art in Deutschland.
Mit der Evangelischen Kirche von Westfalen trifft sich die münsterische Bistumsleitung seit 1971. Kontakte gibt es darüber hinaus auf der jeweiligen Ebene der Bundesländer. Bei den Treffen stehen sowohl theologische als auch praktische Fragen auf der Tagesordnung, wie Kappes erläutert.
Gutes menschliches Miteinander
Das gute menschliche Miteinander bedingt nach den Worten des Ökumenereferenten, dass sich die beiden Seiten "nichts vormachen". Offen und ehrlich bespreche man Probleme und theologische Meinungsverschiedenheiten. Kirchen- und Amtsverständnis stellen offene Fragen für beide Seiten dar.
Für die evangelische Kirche liegen besondere Kontroverspunkte in den Fragen nach der Stellung des Papstes, der Bedeutung des bischöflichen Amtes, der Frage des Frauenpriestertums und der Bedeutung des Kirchenrechts. Bei der "praktischen" Ökumene geht es um soziale Arbeit wie Telefonseelsorge, Beratungsstellen, Krankenhausdienste ebenso wie um die Themen Schule, Bildung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
"Arbeitsgemeinschaften der Christlichen Kirchen"
In vielen Regionen arbeiten Katholiken in der "Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen" (ACK) mit. Sie existieren etwa in Dinslaken, Wesel, Hamm, Kevelaer, Münster, Recklinghausen und Goch.
Auf örtlicher Ebene prägt ein gutes Miteinander die Zusammenarbeit von evangelischen und katholischen Christen, wie Kappes erzählt. Ökumenische Gottesdienste, Gebets- und Bibelkreise, gemeinsames soziales Handeln sowie Dritte-Welt-Arbeit gehören zu den selbstverständlichen Kooperationsformen. Feste Termine sind für die Gemeinden die "Weltgebetswoche um die Einheit der Christen" (18. – 25. Januar) sowie der "Weltgebetstag der Frauen" am ersten Freitag im März.
"Ungleichzeitigkeit"
Kappes erlebt aber auch eine große "Ungleichzeitigkeit": In bestimmten Regionen, in denen die "Kräfteverhältnisse" zwischen evangelischen und katholischen Christen ausgeglichen sind, macht die Ökumene Fortschritte. In anderen Ecken des Bistums, in denen eine Konfession dominiert, steckt sie teilweise noch in den Kinderschuhen. – Allemal ist die Ökumene ein Feld, in der man mit viel Weitblick mutig voranschreiten und tun sollte, was heute möglich ist.
Zitat:"Es gibt keinen echten Ökumenismus ohne innere Bekehrung. Denn aus dem Neuwerden des Geistes, aus der Selbstverleugnung und aus dem freien Strömen der Liebe erwächst und reift das Verlangen nach der Einheit." (Zweites Vatikanisches Konzil - 1962-1965 - in 'Unitatis redintegratio')
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Bistumshandbuch: Bistumskommission für ökumenische Fragen
Übersicht: Ökumene
Kirche von A bis Z: Ökumene
Kirche von A bis Z: Ökumenischer Gottesdienst
Kirche von A bis Z: Ökumenischer Rat der Kirchen
Kirche von A bis Z: Ökumenische Trauung
Kirche von A bis Z: Gebetswoche für die Einheit der Christen
Mehr zum Thema im Internet:
-
www.bistum-muenster.de (Fachstelle Ökumene)
www.offizialatsbezirk-oldenburg.de (Ökumene-Referat)
www.moehlerinstitut.de
www.oekumene-ack.de
www.oekumene-ideenboerse.de
Buchtipp:
"Grundkurs Ökumene. Ökumenische Entwicklung – Brennpunkte – Praxis". Zwei Bände, Butzon & Bercker, Kevelaer 1998/99.
Text: Norbert Göckener | Foto:
KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH
Juni 2002
Hilfe für Betroffene
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Bibelarbeiten
Die Bibelarbeiten befassen sich mit Schriftstellen aus dem Alten und Neuen Testament und eignen sich für die Gemeindearbeit und für die persönliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift.
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