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16.12.2017
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Titus Horten
Gründete den Albertus-Magnus-Verlag, der Ordenszeitschriften und religiöse Bücher veröffentlichte: Pater Titus Horten.

Ein Gespür für die Möglichkeiten der Medien

Titus M. Horten

Franz Horten (P. Titus) wurde am 9. August 1882 in Elberfeld geboren. Er wuchs im Kreise einer großen Familie mit acht Kindern auf. Zwei seiner Brüder wurden Priester, einer von ihnen gleichfalls im Dominikanerorden. Seine beiden Schwestern traten in einen Orden ein.

Nach dem Besuch der Volksschule in Frankfurt und Leipzig kam er an das Collegium Albertinum der Dominikaner in Venlo. Seine fünf Brüder waren bereits vor ihm dort. In Leipzig legte er die Reifeprüfung ab. Anschließend studierte er an den Universitäten in Leipzig, Münster, Grenoble, London und Bonn die Sprachen Englisch und Französisch. Er schloss die Studien mit der Promotion ab.

Eintritt in den Dominikanerorden

Während seiner Studienjahre hielt er regelmäßigen Kontakt zum Dominikanerorden. In ihm reifte der Entschluss, in diesen Orden einzutreten. Im August 1909 tat er diesen Schritt und nahm den Ordensnamen Titus an. Im Kloster Venlo absolvierte er die Noviziatszeit. Anschließend studierte er Philosophie und Theologie in Düsseldorf. Nach Ablegung der feierlichen Gelübde wurde er zur Vollendung seiner Studien nach Rom gesandt. Am 27. Februar 1915 empfing er die Priesterweihe.

Im Herbst 1915 kehrte P. Titus nach Düsseldorf zurück. Inzwischen hatte der erste Weltkrieg begonnen. Im Kloster war ein Lazarett eingerichtet worden. P. Titus tat zwei Jahre Dienst im Kloster und in diesem Lazarett.

Lehrer und Erzieher in Vechta

1917 kam P. Titus nach Vechta, um als Erzieher am dortigen Kolleg tätig zu werden. Es stellte sich jedoch heraus, dass P. Titus keine besondere Veranlagung für das Wirken als Lehrer und Erzieher hatte. Deshalb gab er nach fünf Jahren diese Tätigkeit wieder auf. Als Spiritual und Beichtvater war er jedoch bei den Schülern hoch geschätzt.

Von 1919 bis 1920 und wiederum von 1921 bis 1927 war P. Titus als Prokurator für das Kolleg in Vechta tätig. In den schweren Jahren der Nachkriegszeit, insbesondere auch der Inflation, stellte diese Tätigkeit hohe Anforderungen an ihn. Er hat sich in diesen Aufgaben hervorragend bewährt, so dass er 1927 zum Prior des Klosters gewählt wurde. Weitherzigkeit, Klugheit und Güte prägten seine Amtsführung. Auch als Prior war er unermüdlich in der Seelsorge tätig, insbesondere im Beichtstuhl.

Gespür für die Möglichkeiten und Bedeutung der Presse

1923 wurde auf die entscheidende Initiative von P. Titus hin der Albertus-Magnus-Verlag gegründet, der Ordenszeitschriften, aber auch religiöse Bücher, Broschüren und Kalender veröffentlichte. P. Titus, der ein besonderes Gespür für die Möglichkeiten und Bedeutung der Presse hatte, wurde Direktor dieses Verlages.

1927 übernahm P. Titus zusätzlich das Amt des Generalprokurators für die Mission der deutschen Dominikaner in China. Im Verlag wie auch in der Missionsprokuratur arbeitete er mit den Dominikanerinnen der Ilanzer Kongregation zusammen.

Nazi-Kampagne gegen die Kirche

Schon bald nach der "Machtübernahme" machte das nationalsozialistische Regime die Arbeit der Missionsprokuratur immer schwieriger. Die Devisengesetze wurden verschärft und die Überweisungen finanzieller Hilfe an die Mission durch einschränkende Vorschriften erschwert. 1935 begann eine staatlich gelenkte Kampagne gegen die Kirche und insbesondere gegen die Orden, in der Priestern und Ordensleuten Devisenvergehen vorgeworfen wurden.

Der Provinzial der Dominikaner, P. Laurentius Siemer, und sein Vorgänger, P. Thomas Stuhlweißenburg, waren bereits wegen angeblicher Devisenvergehen verhaftet worden. P. Thomas starb im Oktober 1935 im Gefängnis in Oldenburg, bevor die Gerichtsverhandlung stattfinden konnte. P. Laurentius wurde in Erster Instanz zu Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt, in der Berufungsverhandlung jedoch 1936 freigesprochen.

Gefängnishaft in Oldenburg

Am 7. Mai 1936 wurde der Albertus-Magnus-Verlag durchsucht, am 8. Mai auch die Missionsprokur. Am Abend des gleichen Tages wurde P. Titus verhaftet und wenige Tage später ins Gefängnis nach Oldenburg gebracht. Am 4. November 1935 wurde er zu zwei Jahren Gefängnis und einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er legte gegen dieses Urteil Berufung ein.

Der Gesundheitszustand von P. Titus verschlechterte sich von Tag zu Tag. Er musste in das Gefängnislazarett am evangelischen Peter-Friedrich-Ludwig-Hospital in Oldenburg verlegt werden. Seine letzten Lebenstage verbrachte er in einer verriegelten und vergitterten Krankenzelle. Die Oberschwester der im Krankenhaus tätigen Diakonissen veranlasste, dass er in das so genannte Fürstenzimmer verlegt wurde. P. Titus hat die liebevolle Sorge der Diakonissen dankbar empfunden. Er starb am 25. Januar 1936.

6.000 Gläubige bei Beerdigung

Fünf Tage später fand in Vechta die Beerdigung statt. Etwa 6.000 Gläubige nahmen daran teil. Es war ein Zeichen dafür, wie sehr P. Titus geachtet und geschätzt wurde. Das Volk verehrte ihn wie einen Heiligen. 1948 leitete Bischof Dr. Michael Keller den Seligsprechungsprozess für ihn ein.

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Quelle: Reinhard Lettmann, Zeugen des Glaubens in der Kirche von Münster,
Verlag Regensberg 1991 | Foto: Archiv
Januar 2009

 

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