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22.10.2017
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Diözesanbibliothek
Ein Lesesaal der Diözesanbibliothek.

Oase der Wissenschaft

Diözesanbibliothek

Mit der am 9. Dezember 2005 offiziell eröffneten Diözesanbibliothek begann ein neues Kapitel in der 600-jährigen Geschichte der Bibliothek, die mit ihren mehr als 750.000 Bänden und 720 laufend gehaltenen Zeitschriften aus aller Welt zu den größten theologischen Spezialbibliotheken in Europa gehört.

"Ein Traum geht in Erfüllung", sagt Gottfried Minkenberg zum Neubau der Diözesanbibliothek, deren Räume Bischof Reinhard Lettmann in einer Feierstunde am 9. Dezember 2005 segnete und die seit dem 12. Dezember 2005 zur allgemeinen Nutzung offen steht.

Für Minkenberg, der zur Eröffnung die traditionsreiche Bibliothek des Bistums Münster leitete, setzt der Neubau neue Maßstäbe, die vor allem den Nutzern verbesserte Möglichkeiten des Forschens und Lernens bieten: "Die Zeiten der dunklen Lesesäle sind vorbei. Die Räume geben den Studenten und allen anderen Nutzern optimale Bedingungen und bilden eine Oase der Lernens, Forschens und der Bildung." Sagte er bei der Eröffnung der neuen Diözesanbibliothek gegenüber Kirche+Leben. Der Neubau entspreche allen Erwartungen an Funktionalität und Kapazität. Heute wird die Diözesanbibliothek von Dr. Peter Behrenberg geleitet.

Eine Million Bücher auf 26 Regalkilometern

Die Diözesanbibliothek bietet lichtdurchflutete Lesesäle sowie unterirdische und oberirdische Magazinflächen mit einer Länge von 26 Regalkilometern für rund eine Million Bücher. Im Erdgeschoss befindet sich ein öffentlicher Zeitungslesesaal, außerdem stehen dort die Terminals, an denen nach Literatur recherchiert werden kann. Die ausreichend konzipierte Staufläche garantiert, dass für die nächsten Jahrzehnte noch genügend Platz für Neuanschaffungen und die Aufnahme von Nachlässen vorhanden ist.

Wie sehr der Neubau erforderlich war, verdeutlicht das ständige Wachsen der Einrichtung. Vor 30 Jahren zählte der Bestand 200.000 Bände, heute sind es mehr als 750.000, auch, weil seit 1995 die rund 150.000 Bände umfassende Studien- und Zentralbibliothek der Franziskaner in die Diözesanbibliothek integriert wurde. Schon in den 1990er Jahren mussten im alten Bau die Bücher gestapelt und quer gelegt werden. "Im alten Bau galt es immer wieder zu improvisieren, um überhaupt noch eine sachgemäße Lagerung sicherzustellen", meint Minkenberg.

Aktueller Forschungsstand

Trotz des Zeitalters der elektronischen Medien werde die Bibliothek weiter wachsen. Jährlich gebe es mehr als 10.000 Neuerwerbungen, um den aktuellen Stand der Forschung in den Gebieten Theologie, Philosophie, Christliche Kunst, Kirchenbau, Kirchenmusik und Geistesgeschichte präsentieren zu können. "Bücher werden immer geschrieben. Der Buchmarkt wächst weiter", sagt Minkenberg.

Aber nicht nur Bücher im klassischen Sinn gibt es zu entdecken. Weltweite Beachtung findet die Diözesanbibliothek durch die seit 1862 dem Bistum gehörende "Santini-Sammlung", die als eine der bedeutendsten und größten Sammlungen italienischer Musik des 17. und 18. Jahrhunderts gilt. Diese frühere Privatsammlung des römischen Priesters und Musikers Abbate Fortunato Santini (1778 bis 1861) konnte damals über den münsterschen Domvikar Bernhard Quante und den als Förderer der Kirchenmusik bekannten Bischof von Münster, Johann Georg Müller (Bischof von 1847 bis 1870), nach Münster gebracht werden. In dieser für die Musikwelt wertvollen und teilweise einzigartigen Sammlung finden sich 4.500 Handschriften und zahlreiche Drucke, die zum Teil Unikate darstellen.

Zu den größten Entdeckungen bislang unbekannter Kompositionen zählten die frühen italienischen Kantaten Händels, eine Messe von Palestrina und Werke von Scarlatti.

Einen unschätzbaren Wert und eine würdevolle Pracht stellen die alten Bücher dar, die von den ersten Büchersammlungen im Bistum zeugen und zur Bestandsgeschichte der 1401 gegründeten Diözesanbibliothek gehören. Die ältesten und zugleich wertvollsten Bestände stammen aus der ehemaligen Bibliothek der Fraterherren. Ihren Lebensunterhalt verdienten sich die Fraterherren vornehmlich durch das Abschreiben und Binden von Büchern. Dies bedeutete für sie eine asketische und apostolische Tätigkeit gemäß einem Wort von Thomas von Kempen (1380 bis 1471): "Ein fleißiger Bücherschreiber sammelt mehr Verdienste für die Ewigkeit als ein guter Prediger."

Wertvolle Handschriften

Die Diözesanbibliothek ist heute im Besitz von acht in Münster hergestellten Handschriften der Fraterherren. Darunter befindet sich eine um 1424 entstandene Evangelien-Handschrift und ein Antiphonale von 1549.

Diözesanbaudirektor Georg Wendel wertet den 13 Millionen Euro teuren Bau des Architekten Max Dudler als einzigartige Verbindung von Kulturverantwortung und Baukultur. Kirchliches Bauen im 21. Jahrhundert zeige sich selbstbewusst. Im Emsemble mit dem früheren Priesterseminar und der Überwasserkirche träfen sich Gotik, Neoromanik und Moderne.

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.dioezesanbibliothek.de

Text: Johannes Bernard, Martin Schmitz | Foto: Michael Bönte
Juni 2015

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