
- In Lünen wird das mittelalterliche Gnadenbild "Unserer Lieben Frau" verehrt.
Wallfahrtsorte im Bistum Münster
Alt-Lünen: "Unsere Liebe Frau"
"Das Gnadenbild 'Unserer Lieben Frau' in Alt-Lünen ist das älteste darstellende Marien-Gnadenbild des Bistums Münster", informiert Wilfried Heß. Er hat intensiv die Geschichte der Wallfahrt nach Lünen erforscht und eine Abhandlung darüber geschrieben.
Gleichzeitig sei die St.-Marien-Kirche der einzige Marienwallfahrtsort der Diözese Münster, bei dem sich die Marienwallfahrt bereits für das Mittelalter nachweisen lässt, informiert er weiter. Die letzte Prozession mit dem Gnadenbild fand zum Fest Mariä Himmelfahrt 1968 statt. Doch in jüngster Zeit kommen wieder verstärkt Wallfahrer nach Lünen, um vor unserem Gnadenbild zu beten.
Genau lässt sich nicht bestimmen, wann das Gnadenbild entstanden ist. "Aber um 1260/70 entstand für die St.-Marien-Kirche ein Reliquien-Behälter in Form einer thronenden Madonna zur Aufbewahrung des 'Öls der seligen Jungfrau' und vielleicht auch anderer Reliquien", schreibt Heß in seiner Abhandlung. Allerdings habe das Gesicht der Gnadenmutter von Alt-Lünen nicht den hoheitlichen Ausdruck einer Königin, sondern dokumentiere das Fraulich-Mütterliche, Menschlichkeit, Freundlichkeit, Wärme und Liebenswürdigkeit.
Zentrales Ereignis, welches viele Wallfahrer anzog, war ein 1335 erstmals erwähnter Umgang mit dem Gnadenbild, der bis Ende des 16. Jahrhunderts alljährlich am Dienstag nach Pfingsten stattfand. So baten die Wallfahrer zur Gnadenmutter von Alt-Lünen Maria in ihren Anliegen um Hilfe, um Fürsprache bei Gott. Bei den vielen Anliegen und Wünschen, die vor dem Gnadenbild vorgetragen wurden, wird ein Anliegen bereits zu Ende des 13. Jahrhunderts hervorgehoben: die Bitte um Befreiung aus Gefangenschaft.
Ein erster Niedergang der Wallfahrt ist bereits um das Jahr 1600 zu verzeichnen. Der Dreißigjährige Krieg und seine Auswirkungen führten zu einer weiteren Beeinträchtigung des Wallfahrtsverkehrs. Der Jahrmarkt wurde noch lange Zeit beibehalten.
Am Fest Mariä Himmelfahrt fand am Abend des 18. August 1935 erstmals eine Marienstunde mit Predigt und Lichterprozession um die Kirche statt, die in den folgenden Jahren bis 1968 wiederholt wurden. 1969 sollte die Prozession auf einen anderen Termin verschoben werden. Doch dabei blieb es. Die Prozession wurde nicht nachgeholt. Überhaupt kam die Verehrung des Gnadenbildes fast völlig in Vergessenheit. Doch jetzt lebt die Wallfahrt wieder auf: Einzelpilger und Gruppen aus der näheren und weiteren Umgebung kommen nach Lünen.
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Katholische Pfarrgemeinde St. Marien, Lünen
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Text: Michaela Kiepe, göc | Foto: Michaela Kiepe
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