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19.09.2018
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Erzbischof em. Werner Thissen.

Erzbischof em. Werner Thissen im St.-Paulus-Dom.

Erzbischof em. Thissen predigte beim Geistlichen Themenabend

Gott überbietet Gerechtigkeit mit Barmherzigkeit

Münster. Musik kann trösten, Menschen können trösten, vor allem aber gelingt Trost da, wo Gott ins Spiel kommt. All diese Aspekte hat der emeritierte Erzbischof von Hamburg, Werner Thissen, am Mittwoch (09.03.2016) im St.-Paulus-Dom in Münster miteinander verbunden. Thissen gestaltete dort den Geistlichen Themenabend zum Thema "Betrübte trösten".

Es war der zweitletzte Geistliche Themenabend in dieser Reihe. Die diesjährige Veranstaltungsreihe widmet sich zum Leitwort "Durch seine Wunden…" den sieben Werken der Barmherzigkeit. Was Trösten mit Barmherzigkeit zu tun hat, erklärte Thissen so: "Das Jahr der Barmherzigkeit will uns nicht auf unser Versagen festnageln. Es will in der Verkündigung des Erbarmens Gottes unsere inneren, wertbeständigen Kräfte hervorlocken und stärken, unsere Entfaltungsmöglichkeiten bewusst machen. Es will das in uns stark machen, was der heilige Ignatius Trost nennt."

Seine Ausführungen verband Thissen mit der Verdi-Oper "La Traviata", was Henrike Jacob (Sopran), Youn-Seong Shim (Tenor) und Domorganist Thomas Schmitz musikalisch umsetzten. Die Oper stellt eine Prostituierte als gesellschaftlich geächtete Person in den Mittelpunkt.

"Ich habe diese Oper nicht ausgewählt, weil auch diese Musik tröstlich ist", erklärte Thissen, "ich habe sie gewählt, weil sie reiche Seelenlandschaften entwirft, innere Empfindungen zum Ausdruck bringt, und so uns anregen kann, dass wir unseren eigenen inneren Empfindungen nachspüren."

Regung des Herzens

Eine durchgängige Erkenntnis der geistlichen Tradition besage, dass der Mensch umso eher den Trost des Glaubens erfahren könne, je mehr er die Regungen seines Herzens wahrnehme. "Das Vertrautsein des Menschen mit sich selbst ist eine wichtige Brücke zum Vertrautsein mit Gott", betonte Thissen. Angeregt durch die seelischen Erschütterungen, die in der Oper Ausdruck fänden, könnten die Zuhörer ihren eigenen seelischen Regungen nachgehen. "So werden wir bereit für den Trost, der uns angeboten ist", erklärte Thissen.

Mit der Prostituierten Violetta stehe eine Personengruppe im Fokus der Oper, die auch Jesus im Blick gehabt habe, sagte er mit Blick auf Jesu Begegnung mit einer Ehebrecherin. Dass Jesus nicht verurteile, sei ein Trost aller Betrübten. "Ich kann immer zu Jesus zurückkommen, auch wenn ich noch so weit vom Weg abgekommen bin", verdeutlichte Thissen. Gott überbiete Gerechtigkeit, die allein nicht genüge, mit Barmherzigkeit. So erfahre auch Violetta, unabhängig vom traurigen Ausgang der Oper, zuvor "eine Oase der Barmherzigkeit".

Wechselfälle des Lebens

Solchen Trost bräuchten Menschen in den Wechselfällen des Lebens. Basis dafür sei immer "menschliche Zuwendung". Der emeritierte Erzbischof betonte, dass Trost immer "Begegnungscharakter" habe. "Deshalb kann Trösten für beide tröstlich sein, für den Trost Spendenden wie für den Trost Empfangenden", sagte er. Besondere Tiefe gewinne Trost, wenn die Dimension des Glaubens ausdrücklich ins Spiel komme. "Denn dann", erklärte Thissen, "kann der Trost auch von der unauslöschlichen Sinnhaftigkeit menschlichen Daseins erfüllt sein. Diese verweist auf den Trost durch Gott."

Für den emeritierten Erzbischof war seine Predigt im St.-Paulus-Dom übrigens "wie nach Hause zu kommen". "Hier ist der geistliche Wurzelgrund für das, was ich tue", sagte er gleich zu Beginn. Thissen hatte 1966 in Münster das Sakrament der Priesterweihe empfangen und war hier 1999 durch Bischof Reinhard Lettmann selbst zum Bischof geweiht worden.

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Text: pd | Foto: Michael Bönte
10.03.2016

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