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25.05.2016
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Anne Hakenes.

Anne Hakenes.

Anne Hakenes leitet den Trägerverein für Münster 2018

Die Katholikentags-Managerin

Münster. "Ja, ich freue mich auf die Aufgabe und empfinde es als große Ehre, dieses Ehrenamt übernehmen zu dürfen", sagt Anne Hakenes. Sie kann es auch Wochen nach ihrer Ernennung durch Bischof Felix Genn und der Bestätigung durch das Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken noch nicht fassen, dass gerade sie für die Aufgabe auserkoren wurde, den Trägerverein für den Katholikentag 2018 zu leiten.

"Ich habe mich nicht beworben", sagt die 69-Jährige und erinnert sich noch gut an jenen Tag, als Domkapitular Klaus Winterkamp, Beauftragter des Bistums Münster für den Katholikentag, um ein Gespräch bat und sie in ihrem Haus in Münster-Kinderhaus besuchte. Seine ersten Worte seien gewesen: "Ich suche eine Frau. Da ich habe ich mein Herz ganz weit aufgemacht, und Sie sind mir dann eingefallen." Bei Kaffee und Kuchen habe sie dem Gast geantwortet: "Wenn Sie meinen, dass ich das kann, will ich Ihnen keinen Korb geben."

Anne Hakenes wird sich mit Elan ihrer neuen Aufgabe im Trägerverein stellen, das Großtreffen organisatorisch vorzubereiten sowie rechtlich und finanziell abzusichern. Für jeden Katholikentag wird ein eigener Rechtsträger als eingetragener Verein gegründet. Traditionell darf der jeweils gastgebende Bischof den Vorsitzenden des Trägervereins vorschlagen.

Streit im Rat zum Teil "völlig daneben"

Die Debatten um den städtischen Zuschuss zum Katholikentag im Rat der Stadt hat Anne Hakenes aus nächster Nähe und teils kopfschüttelnd erlebt. "Einige Beiträge waren völlig daneben. Manchmal hätte ich am liebsten laut auf den Tisch gehauen", sagt die politisch engagierte Katholikin, die selbst bis 2014 dem Stadtrat ein Vierteljahrhundert angehörte. "Diejenigen, die gegen den direkten finanziellen Zuschuss waren, hätten wissen müssen, welchen Beitrag die Kirche für die Stadt leistet", sagt Anne Hakenes, seit 1979 SPD-Mitglied.

Viele Diskussionen über den Katholikentags-Zuschuss müssten im Licht der anstehenden Oberbürgermeisterwahl im September gesehen werden. "In den SPD-Gremien habe ich deutlich meine Meinung dazu gesagt." Die Mitfinanzierung der Stadt an der Großveranstaltung mit mehr als 30 000 Dauergästen sei aus ihrer Sicht mehr als gerechtfertigt gewesen.

Missachtet worden sei die ehrenamtliche kirchliche Arbeit. "Darüber kann ich mich jetzt noch aufregen", sagt die langjährige Ratsfrau. Nach dem neuerlichen Ratsbeschluss, dem Katholikentag Sachleistungen wie die Nutzung der Halle Münsterland zu gewähren, wolle sie nun nicht mehr "nachkarten".

Sitzungen zielführend leiten

Anne Hakenes bringt viele Voraussetzungen mit, das katholische Großtreffen mit auf den Weg zu bringen: Sie ist gelernte Einzelhandelskauffrau, verfügt über gute Verbindungen zu kirchlichen Einrichtungen und ist im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in Münster bis zum heutigen Tag ehrenamtlich aktiv.

Sitzungen zielführend zu leiten, bereitet ihr keine Mühe. Fünf Jahre leitete sie beispielsweise den Jugendhilfeausschuss. Für den Ausbau der Kindertagesbetreuung hat sie die notwendigen politischen Entscheidungen ihrer Stadt mitgeprägt. Im vergangenen Jahr wurde sie Vorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Münster, wiederum ein Ehrenamt, das sie gern ausübt: "Der SkF ist Träger von zwei Frauenhäusern, von Angeboten für wohnungslose Frauen, wir leisten Schwangerschaftsberatung und haben einen Adoptions- und Pflegekinderdienst", zählt Anne Hakenes einige Angebote des SkF auf.

Viele Ehrenämter

Dass sie noch dem Vorstand des Vinzenzwerks Handorf, eines Sozial- und Heilpädagogischen Heims für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, angehört und im Projekt "Soziale Stadt" in Kinderhaus-Brüningheide, mitarbeitet, ist für sie Ehrensache. Zwei Mal die Woche steht sie frühmorgens um sechs Uhr auf, um an einer Kinderhauser Grundschule das "Frühstück vor der Schule" vorzubereiten. Darüber hinaus sitzt sie im Aufsichtsrat des Altenzentrums Klarastift und in der Zweckverbandsversammlung der Sparkasse.

Dieses Engagement leistet sie, weil es ihr ein Anliegen ist, sich für andere Menschen einzusetzen, sagt die überzeugte Katholikin. Schon bei ihren Eltern habe sie beobachtet, wie sehr ein sozialer Einsatz das Leben bereichert. "In den Nachkriegsjahren organisierte mein Vater für unsere Siedlung in Kinderhaus die Kartoffellieferung. Er hat es auch getan, um den ärmeren Familien zu helfen", erwähnt Anne Hakenes beiläufig.

Kraftquelle Gottesdienst

Kraft für ihr Engagement findet sie in den Sonntagsgottesdiensten, die sie entweder in ihrer Kinderhauser Pfarrkirche St. Joseph oder im Dom mitfeiert. "Ich freue mich jedes Mal auf die Predigt. Ich höre gern zu, was der Priester sagt. Eucharistie und Predigt gehören zum Sonntag dazu", sagt Anne Hakenes.

Sie hat auch ein Bewusstsein für kirchliche Traditionen, die längst nicht mehr von allen praktiziert werden. So nahm sie selbstverständlich als Stadtverordnete jedes Jahr an der "Großen Prozession" teil, bei der Stadt und Kirche an die vielen Opfer der Pest von 1382 und an den verheerenden Stadtbrand ein Jahr später gemeinsam erinnern. Damals fassten Bürgerschaft und Geistlichkeit den Entschluss, jedes Jahr eine Buß- und Bittprozession zu halten, um Gott um Schutz vor Unglück zu bitten. "Eigentlich müsste jedes Ratsmitglied an der Prozession teilnehmen, egal welche Einstellung es zur Kirche hat", bezieht Hakenes eine klare Meinung zur Beobachtung, dass etliche Ratsmitglieder die Freizeit vorzögen, als an die Stadtkatastrophen zu erinnern.

Bisher noch keinen Katholikentag besucht

In den kommenden Monaten wird sich die Großmutter von vier Enkelkindern intensiv mit den vergangenen Katholikentagen beschäftigen, wobei sie noch nie einen solchen besucht hat. "Da bin ich wirklich unerfahren", bekennt sie. Sie empfindet dies aber nicht als Nachteil. Im Gegenteil: "Ich gehe unvoreingenommen, aber auch unabhängig an die Vorbereitung heran." Den Katholikentag im nächsten Jahr in Leipzig möchte sie intensiv erleben.

Danach würden auch die inhaltlichen Schwerpunkte für 2018 in Münster gesetzt. "Viele Themen liegen auf der Hand: Flüchtlingspolitik, multikulturelle Gesellschaft, die Stellung der Frau in der Kirche, Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Fragen der globalen Gerechtigkeit, Armut hierzulande und weltweit."

"Kirche muss sich öffnen"

Zu vielen Themen bezieht Anne Hakenes Positionen. Sie weiß ihr Wort zu machen, wenn Kontroversen geführt werden. Eines ist für sie jetzt schon klar: "Die Kirche muss sich öffnen. Sie darf nicht rückständig sein."

Der Katholikentag werde offen sein für alle, auch für die Zweifler und Distanzierten. "Ich wünsche mir Tage in Münster, die viele begeistern und neue Impulse für das persönliche Glaubensleben setzen."

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  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Katholikentag 2018 in Münster

Text: Johannes Bernard | Foto: Johannes Bernard in Kirche+Leben
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