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25.05.2016
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Papst Franziskus.

Papst Franziskus.

Überkonfessionelle Feiern in Münster und Phoenix

Papst: Bei der Ökumene nicht auf die Theologen warten

Vatikanstadt / Phoenix / Bistum. Die Einheit unter den Christen kann nach Überzeugung von Papst Franziskus nicht durch theologische Debatten entstehen. "Wenn wir glauben, dass die Theologen sich einmal einig werden, werden wir die Einheit nach dem Jüngsten Gericht erreichen", sagte er in einer Videobotschaft zum "Tag der Christlichen Einheit" in der US-Diözese Phoenix, deren Text der Vatikan am Sonntag (24.05.2015) veröffentlichte. "Theologen sind hilfreich, aber am hilfreichsten ist der gute Wille von uns allen, die mit offenen Herzen für den Heiligen Geist auf dem Weg sind", so Franziskus.

Die Trennung der Christen in viele Konfessionen bezeichnete der Papst als "Wunde im Körper der Kirche Christi". Sie sei das Werk des "Vaters der Lügen und der Zwietracht", der die Christen trennen wolle. Der Teufel wisse aber genau, dass sie im Glauben an Jesus Christus bereits vereint und Brüder seien. Deshalb überziehe er sie unterschiedslos mit Verfolgung. "Ihn kümmert es nicht, ob sie Evangelikale oder Orthodoxe, Lutheraner, Katholiken oder Apostolische Christen sind." Durch die Märtyrer existiere schon jetzt eine "Ökumene des Blutes", sagte der Papst.

Gemeinsam der christlichen Verantwortung stellen

Zum Weitergehen auf dem ökumenischen Weg hat am "Ökumenischen Pfingstmontag" in Münster (25.05.2015) Dompropst Kurt Schulte die Gläubigen verschiedener Konfessionen ermutigt. Die Predigt im Festgottesdienst im St.-Paulus-Dom hielt die Superintendentin des Evangelischen Kirchenkreises Münster, Meike Friedrich.

Sie rief dazu auf, das "ökumenische Navigationsgerät" mit einer neuen Zieleingabe zu versehen. "Wir finden Christus, wo Menschen Hilfe, Nächstenliebe und Solidarität benötigen: an den Grenzen Europas und in den Flüchtlingsunterkünften unseres Landes", sagte die Superintendentin. Nichts und niemand hindere die Kirchen daran, sich gemeinsam ihrer christlichen Verantwortung zu stellen. "Wenn wir Ökumene haben wollen, können wir nicht anders, als Wege zu öffnen und mit allen zu teilen", erklärte Friedrich.

Friedrich zum Thema Flüchtlinge: "Wir können so viel mehr tun"

Scharf kritisierte die Superintendentin die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union. "Das Mittelmeer ist ein Massengrab geworden. Das christliche Europa verweigert sich der Verantwortung", mahnte sie. "Wir können so viel mehr tun, als im Moment passiert: durch sichere Passagen, befristete Einreisevisa und eine faire Verteilung." Je länger die Kirchen es sich gestatteten, um angeblich endgültige Wahrheiten zu ringen, desto unglaubwürdiger würden sie.

Zum aktuellen Stand der Ökumene sagte Friedrich: "Wir geben uns im ökumenischen Dialog heute eher als Wissende denn als Fragende. Die Offenheit, zu bekennen, nicht zu wissen, wie es weitergehen soll, vermisse ich."

Kappes: "Aufbruch und Enthusiasmus nicht mehr spürbar"

Bei einem Podiumsgespräch im Priesterseminar Borromaeum zog Michael Kappes, Ökumene-Referent im Bischöflichen Generalvikariat Münster, ein positives Fazit der Entwicklung der letzten 50 Jahre: "Aus einem konkurrierenden Gegeneinander ist universale Geschwisterlichkeit geworden", stellte er fest. "Allerdings sind Aufbruch und Enthusiasmus nicht mehr spürbar, sondern Gleichgültigkeit und Selbstgenügsamkeit." Wachsende Identitätsängste in den Konfessionen hätten zu einer "Ökumene der Profile" geführt. "In Wirklichkeit ist es aber alternativlos, ökumenisch weiterzugehen", betonte Kappes. – Den Ökumenischen Pfingstmontag veranstaltet die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Münster alle zwei Jahre.

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Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, pbm, ms | Foto: Michael Bönte
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