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29.07.2016
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Was Rom in den kommenden Monaten erwartet

Ein Heiliges Jahr mobilisiert die Massen

Vatikanstadt. Dass ein Papst vor dem Petersdom eine Bulle verliest, kommt seltener vor als ein Konklave. Mit einer solchen Urkunde wird traditionell ein Heiliges Jahr ausgerufen. Am Samstag (11.04.2015) ist es wieder soweit: Papst Franziskus proklamiert ein außerordentliches Heiliges Jahr.

Angekündigt hatte er es überraschend während eines Bußgottesdienstes im März. Am 8. Dezember soll das sogenannte "Jubiläum der Barmherzigkeit" beginnen, am 20. November 2016 enden. In diesen Monaten soll nach dem Willen des Papstes die theologische DNA seines Pontifikats im Mittelpunkt stehen: Barmherzigkeit.

Einladung der Gläubigen nach Rom

Kein Zufall, dass das Jahr ausgerechnet am 8. Dezember beginnt, genau 50 Jahre nach dem Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils. Das Heilige Jahr sei auch eine "Einladung, das mit dem Konzil begonnene Werk fortzusetzen", teilt der Vatikan mit. Der Papst wird nicht müde darauf hinzuweisen, dass wichtige Konzils-Anliegen noch nicht verwirklicht seien.

Ein Heiliges Jahr ist eine Massenveranstaltung. Es lebt von der Mobilisierungskraft kirchlicher Bewegungen und Vereine, vor allem aber von der Volksfrömmigkeit. Angesprochen sind die einfachen Gläubigen – jene, unter denen der Papst offensichtlich den stärksten Rückhalt hat. Katholiken sind im Heiligen Jahr mehr als sonst aufgerufen, nach Rom zu pilgern und in den dortigen Hauptkirchen Gottesdienst zu feiern und zu beten.

Konzils-Debatte "erden"

Dem Papst schwebt womöglich vor, die Debatte über das Konzil auf diese Weise zu "erden" und aus den Universitäten in die Pfarrsäle zu holen. Unter Benedikt XVI. war vor allem diskutiert worden, ob das Konzil als Bruch mit kirchlicher Tradition oder in Kontinuität gesehen werden muss.

Franziskus sind offenbar andere Punkte wichtiger. Oft spricht er etwa ausdrücklich oder sinngemäß vom "Glaubenssinn" der einfachen Katholiken. Davon, dass sie manchmal besser verstehen, worum es eigentlich in der christlichen Botschaft geht, als Bischöfe, Priester und Theologen.

Öffnung der Heiligen Pforte

Ein Heiliges Jahr lebt nicht zuletzt von Ritualen wie der feierlichen Verlesung der Bulle. Das bekannteste ist die Öffnung der sogenannten Heiligen Pforte des Petersdoms zu Beginn. Zuletzt ging Johannes Paul II. allerdings nicht mehr mit dem Hammer zu Werke, um die Mauer vor dem Bronzetor aufzubrechen. Paul VI. wären 1974 beinahe einige Ziegel auf den Kopf gefallen.

Wie das Programm des bevorstehenden Jahrs aussieht, ist noch offen. Heilige Jahre werden alle 25 Jahre begangen, regulär wieder 2025 – das bevorstehende ist das dritte außerordentliche seit ihrer Einführung.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedDie Geschichte der Heiligen Jahre (09.04.2015)
  2. undefinedPapst kündigt Heiliges Jahr an (14.03.2015)
  3. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht: Papst Franziskus

Text: KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
10.04.2015

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