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31.05.2016
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Baby.

In Nordrhein-Westfalen werden 20 vertrauliche Geburten pro Jahr erwartet.

Am 1. Mai tritt das Gesetz zur vertraulichen Geburt in Kraft

Herkunft per Briefumschlag

Berlin / Bistum. Rund 100 "anonyme Geburten" gibt es laut Statistik jährlich bundesweit. Zwei Drittel finden in Krankenhäusern statt, beim  übrigen Drittel der Geburten werden die Kinder in sogenannte Babyklappen gelegt. Beide Angebote sind umstritten und befinden sich in einer rechtlichen Grauzone.

Nachdem mehrere Versuche einer gesetzlichen Regelung scheiterten, einigte sich der Bundestag im vergangenen Jahr auf ein Gesetz, das eine so genannte "vertrauliche Geburt" ermöglicht. Es sichert der betroffenen Schwangeren eine anonyme Entbindung zu. Zugleich wird aber gewährleistet, dass das Kind ab dem 16. Lebensjahr den Namen seiner Mutter erfahren kann. Das Gesetz tritt am Donnerstag (01.05.2014) in Kraft.

Es sieht vor, dass die Daten der Frau in einer Herkunftsurkunde festgehalten werden. Diese werden versiegelt im Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben aufbewahrt. Das Kind – und niemand außer ihm – kann sie dann ab dem 16. Lebensjahr einsehen.

Fehlende Standards bei anonymen Geburten

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) erklärte am Dienstag (29.04.2014), das von ihrer Vorgängerin Kristina Schröder (CDU) auf den Weg gebrachte Gesetz versuche, einen Spagat zu leisten. Es berücksichtige sowohl die Notsituation der Frau und ihren Wunsch, vorerst anonym zu bleiben, als auch das Recht des Kindes auf Wissen um seine Herkunft. Die Kosten, die durch die vertrauliche Geburt entstehen, übernehme der Bund.

Bei den bislang nur geduldeten anonymen Geburten wurde das Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft ignoriert. Auch hatte eine Studie des Deutschen Jugendinstituts fehlende Standards bei anonymen Geburten beklagt. Viele Träger meldeten die in ihren Krankenhäusern geborenen Kinder erst verspätet oder überhaupt nicht an staatliche Stellen. Besonders monierte das Institut, dass die Krankenhäuser über den Verbleib vieler Kinder keine Angaben machen konnten, sie also nicht wussten, ob die Kinder etwa wieder bei ihrer leiblichen Mutter sind oder adoptiert wurden.

Babyklappen werden weiter geduldet

Das Gesetz bedeutet vorerst nicht das Aus für die derzeit rund 100 Babyklappen. Sie werden weiter geduldet. Es würden allerdings bestimmte Standards für sie entwickelt, zudem sollten sie überprüft und bewertet werden.

Geregelt ist auch, dass die Mutter bei einer vertraulichen Geburt ihre Anonymität nur in sehr begründeten Fällen auch nach dem 16. Lebensjahr des Kindes aufrechterhalten kann. So muss sie dann nachweisen, dass ihr durch die Einsicht des Kindes "eine Gefahr für Leben, Gesundheit, persönliche Freiheit oder ähnliche schutzwürdige Belange erwachsen kann".

Bisher keine Handlungsanweisungen für Beratungsstellen

Der Studie des Deutschen Jugendinstituts zufolge, die die bisherigen Zahlen der abgegebenen Kinder in Babyklappen und der anonymen Geburten ausgewertet hat, werden in Nordrhein-Westfalen 20 vertrauliche Geburten pro Jahr erwartet. Regine Höscher-Mulzer vom Bundesverband des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Dortmund erwartet allerdings eine höhere Nachfrage, da mit dem Inkrafttreten des Gesetzes eine Informationskampagne gestartet wird.

Das Gesetz sieht einen Ausbau der Hilfen vor. So wird ab Donnerstag (01.05.2014) ein bundesweites Hilfetelefon geschaltet, bei dem Frauen rund um die Uhr Auskunft darüber erhalten, an wen sie sich in einer Notsituation wenden können. Dazu zählen nach Ministeriumsangaben rund 1.600 Schwangerschaftsberatungsstellen, unter anderem von Caritas und SkF. Diese bemängeln jedoch in einer Pressemitteilung des Diözesan-Caritasverbands Münster, dass es bisher an Handlungsanweisungen aus dem Familienministerium fehle.

Das neue Gesetz sieht eine wissenschaftliche Begleitung vor. Die Erfahrungen, die mit der vertraulichen Geburt sowie mit dem erweiterten Hilfsangebot gemacht werden, will ein Expertenteam auswerten. In rund drei Jahren will die Bundesregierung dann einen Bericht zu dieser Evaluierung vorlegen.

Weitere Informationen:

Ab Donnerstag (01.05.2014) ist das Hilfetelefon unter der Nummer 0800-4040020 erreichbar. Die Informationsseite im Internet www.geburt-vertraulich.de wird am 1. Oktober freigeschaltet.

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