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10.12.2018
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Pater Franz Meures SJ

Pater Franz Meures SJ hielt beim Studientag der Ordensleute im Bistum Münster ein geistliches Wort.

Studientag für Ordensleute im Bistum Münster

"Apostolat der leeren Hände"

Bistum. "Hat uns die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens nach dem II. Vatikanischen Konzil weiter gebracht?" Diese Frage hat Pater Franz Meures SJ am Samstag (10. 11.2012) beim "Studientag 2012" der Ordensleute im Marienhaus in Münster gestellt. Er appellierte an die rund 150 Ordenchristen aus dem Bistum die Konzilstexte "breiter und tiefer" zu verstehen.

Nach der Konzilskonstitution "Lumen Gentium" sei das Ordensleben eine Lebensform, "um reichere Frucht aus der Taufgnade empfangen zu können". "Durch die Verpflichtung auf die evangelischen Räte" könne der Christ "von Hindernissen […] frei werden und wird dem göttlichen Dienst inniger geweiht", zitierte Meures die Beschlüsse des Konzils.

Seither habe es viele Veränderungen in den Ordensgemeinschaften gegeben. Etwa beim Zusammenleben und der Kommunikation im Konvent, beim geistlichen Leben, dem Stundengebet, den Gesängen und der Liturgie. Aber auch beim äußeren Erscheinungsbild, der Beziehung zur Welt, der Präsenz in der Öffentlichkeit und in den Medien. "Haben alle diese Veränderungen geholfen, den Kern unserer Berufung besser zu leben?", fragte Meures.

Inneren "Lehrraum" schaffen

Letztlich sei das Ordensleben "das Apostolat der leeren Hände", so der Pater weiter. Daher müssten die Orden immer wieder indifferent gegenüber dem Willen Gottes sein, jeder für sich einen "Leerraum" im Innern schaffen, um freier für das Göttliche zu werden. "Nur wenn wir glauben, dass der Herr das Entscheidende selbst tut, bleiben wir in seinem Dienst." Zudem hieße, in einem Orden zu leben, zu glauben, dass man mit einem Oberen mehr finde, was der Wille Gottes ist, als ohne ihn.

Das Gelübde der Keuschheit etwa bedeute nicht nur den Verzicht auf Sexualität und Intimität, sondern ein Verzicht auf eine "affektive Beheimatung". Der Ordenschrist müsse bereit sein, immer wieder Abschied zu nehmen, im persönlichen wie im institutionellen Bereich. Auch die "riesigen Werke", die in den letzten 150 Jahren aufgebaut wurden, müssten im Zweifelsfall aufgegeben werden, forderte Meures. "Sobald wir uns auf etwas, was wir sind, einbilden, sind wir schon neben der Spur."

"Neben der Spur"

An den lebendigen, geistlichen Vortrag von Pater Franz Meures mit vielen Beispielen aus seiner eigenen Ordenspraxis schloss sich ein Austausch unter den Ordenschristen an. Schwester Dr. Regina Pacis Meyer vom Ordensrat im Bistum Münste  dankte für die "Erinnerung an das, was wir eigentlich leben wollen, wofür wir uns entschieden haben".

Nachfragen bezogen sich unter anderem auf das Erkennen des Willen Gottes. "Wir glauben daran, dass der Wille Gottes durch seinen Heiligen Geist am Werk ist", so Meures. Um den Willen zu erkennen, bedürfe es der Regeln der Unterscheidung, wie sie etwa Benedikt oder Ignatius gelehrt hätten. Dazu gehöre auch Demut und Bescheidenheit. Grundsätzlich sei aber der Wille Gottes nicht vom eigenen Willen abzukoppeln. Wenn aus der "inneren Kenntnis Gottes" unterschieden werde, könne der Wille Gottes "einigermaßen" verstanden werden. Sich darauf zu verlassen, hieße, "anzufangen, im Vertrauen auf die Barmherzigkeit des Herrn zu leben", so Pater Meures abschließend.

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Text: Christoph Kirchhoff | Foto: Christoph Kirchhoff
11.11.2012

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