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21.10.2017
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Die Installation "Wilde Jagd" soll mit Hilfe von Rehschädeln die Rückkehr der Seelen Verstorbener darstellen, die der Volksglauben in der Silvesternacht befürchtete.

Die Installation "Wilde Jagd" soll mit Hilfe von Rehschädeln die Rückkehr der Seelen Verstorbener darstellen, die der Volksglauben in der Silvesternacht befürchtete.

Sonderausstellung zum Thema "Aberglaube" in Telgte eröffnet

Zwischen Amulett, Rosenkranz und Hexenverfolgung

Telgte. Das Datum war bewusst gewählt: Ausgerechnet an einem Freitag, dem 13., nämlich dem 13.07.2012, ist im Museum "Religio" in Telgte eine Sonderausstellung zum Thema "Aberglaube" eröffnet worden. Sie läuft bis zum 23.09.2012 und setzt sich kritisch mit Themen wie Wahrsagerei, Reliquienhandel, Astrologie oder Horoskopen auseinander. Die Ausstellungsstücke stammen aus eigenem Bestand, aus Archiven und privaten Sammlungen.

"Das Besondere an der Ausstellung ist die Verbindung von historischen Stücken mit gegenwärtiger Kunst", beschreibt Museumsleiter Thomas Ostendorf gegenüber "kirchensite.de". Auf diese Weise komme das, was zum Aberglauben gehört, besser zum Ausdruck.

Beeindruckender "Hexenraum"

So gibt es beispielsweise den "Hexenraum", für Ostendorf "der intensivste Raum der Ausstellung". Dort ist unter anderem der "Hexenhammer" des Heinrich Institoris von 1511 zu sehen, ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung. Daneben findet sich die Gegenschrift "Cautio criminalis" des Friedrich Spee von Langenfeld – soweit die historischen Komponenten. Im selben Raum zeigen Ines Braun und Iris Stephan, zwei Künstlerinnen aus Köln, zwölf Handtaschen. Sie erinnern an zwölf Hexen, die in Köln  verbrannt wurden. Die Taschen sind aufgeschnitten und bergen verschiedene Symbole in sich: einen Engel als Symbol der Unschuld, eine verkohlte Puppe, die auf den Tod eines Mädchens hinweist. "Diese Frauen hatten gegen Staatsmacht und Aberglauben keine Chance", erklärt Braun. "Es war uns ein Anliegen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten."

Eindringlich wirkt auch die Installation mit dem Titel "Wilde Jagd". Braun und Stephan zeigen hier 200 Rehschädel und versuchen auf diese Weise die sogenannten "Rauhnächte" zwischen Weihnachten und Dreikönig lebendig darzustellen. Nach altem Volksglauben öffnete sich in der Silvesternacht das Totenreich und die Seelen der Verstorbenen kamen zurück. Stephan: "Beim Aberglauben geht es immer auch um die Ängste der Menschen."

Grenzbereich von Religion und Aberglaube

Auch den Grenzbereich zwischen religiöser Praxis und Aberglaube beleuchtet die Ausstellung – mit kleinen Berührungsreliquien etwa, mit Christophorusplaketten, die Schutz auf der Reise schenken sollen, oder mit Rosenkränzen. "Dinge, die in der Volksfrömmigkeit eine große Rolle spielen", sagt Ostendorf. Beim Aberglauben komme es immer auf den Standpunkt an. Weihwasser beispielsweise habe erst einmal nichts mit Aberglauben zu tun. "Es geht aber weit über den Glauben hinaus, wenn man es einsetzt, um aus eigener Kraft etwas bewirken zu wollen, krankes Vieh zu heilen oder ähnliches", erklärt der Museumsleiter. Der mittelalterliche Glaube, dass alles zusammenhängt und sich beeinflusst, dass Dinge aufeinander Wirkung haben, sei bis heute präsent. Das sei eine Erklärung dafür, dass Glücksbringer und Amulette so beliebt seien.

Ein weiterer der insgesamt elf Räume befasst sich deshalb mit Orakeln, Wahrsagerei und Hellsehen, ein anderer mit Glücksbringern wie Schornsteinfegern, Hufeisen oder Fliegenpilzen. "Aberglaube ist heute noch vielfältig", sagt Ostendorf. Ziel sei es, den Besuchern diese Breite zu zeigen, sie aber ebenso zu unterhalten.

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedMuseum"Religio" in Telgte wiedereröffnet (29.04.2012)
  2. Öffnet internen Link im aktuellen FensterKirche von A bis Z: Aberglaube

Mehr zum Thema im Internet:

  1. Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.museum-telgte.de

Text: Katharina Deuling | Foto: pd
13.07.2012

    1. Kirche von A bis Z: Aberglaube
    1. Aberglaube: Alchemie und Zauberei

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