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25.05.2012
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Ein Gemälde aus dem Euthymia-Zentrum in Münster.

Ein Gemälde aus dem Euthymia-Zentrum in Münster.

"Ein Sonnenstrahl, der alle Tage leuchtet"

Schwester Maria Euthymia (1914-1955)

Kurzvita:

Ein Sonnenstrahl zu sein, der alle Tage leuchtet, das wünschte sich Schwester Maria Euthymia. Als Krankenschwester widmete sie sich besonders den kranken Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs. Im Gebet fand die Clemensschwester aus Münster die Kraft dafür. Sie stirbt bereits mit 41 Jahren 1955, 2001 wurde sie selig gesprochen.

Biographische Daten:

8. April 1914 Emma Üffing wird in Hopsten-Halverde (heutiger Kreis Steinfurt) geboren
November 1931-April 1933 Ausbildung zur Hauswirtschafterin
23. Juli 1934 Eintritt in die Kongregation der Barmherzigen Schwestern (Clemensschwestern) in Münster
seit 1936 Ausbildung zur Krankenschwester, seit dem 30. Oktober arbeitet sie im St.-Vinzenz-Hospital in Dinslaken
Frühjahr 1945 Übernahme der Leitung der Wäscherei des St. Vinzenz Krankenhauses
14. Januar 1948 Rückkehr nach Münster, Leitung der Wäscherei des Mutterhauses und der Raphaelsklinik
9. September 1955 Schwester Maria Euthymia stirbt
7. Oktober 2001 Seligsprechung in Rom

Vita:

Emma Üffing aus Hopsten-Halverde ist gerade 20 Jahre alt, als sie sich darum bewirbt, in die Ordensgemeinschaft der Clemensschwestern in Münster aufgenommen zu werden. Seit  ihrem zweiten Lebensjahr leidet Emma Üffing an einer schweren Knochenkrankheit, was ihre körperliche Entwicklung stark beeinträchtigt. Deshalb haben die Clemensschwestern zunächst Zweifel, ob sie den körperlichen Anforderungen als Krankenschwester gewachsen sein würde. Die Schwestern sind seit der Gründung ihres Ordens 1808 besonders in der Krankenpflege aktiv, 1820 übernehmen sie die Pflege im Clemenshospital. Entgegen aller Bedenken tritt Emma Üffing jedoch am 23. Juli 1934 in die Ordensgemeinschaft der Clemensschwestern ein.

1914 als fünftes von sieben Geschwistern geboren hatte Emma Üffing bereits eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin absolviert. Als Schwester Maria Euthymia beginnt sie nun, auch den Beruf der Krankenschwester zu erlernen. Seit 1936 arbeitet sie im St.-Vinzenz-Hospital in Dinslaken. Dort widmet sie sich während des Krieges der Pflege ansteckend kranker Kriegsgefangener und Zwangsarbeiter. Auf der Isolierstation in einer Holzbaracke liegen die Kranken, die unter sehr ansteckenden Krankheiten leiden und denen Maria Euthymia sich besonders zuwendet. Obwohl von der SS verboten, versorgt sie hungrige Fremdarbeiter heimlich mit Broten. Ungeteilt für andere da zu sein, das hatte sich Schwester Maria Euthymia zur Aufgabe gemacht. Die Kranken in Dinslaken fühlen sich von ihr gestärkt: "Engel der Liebe" nennen sie die Krankenschwester.

Kraft für ihre Arbeit schöpft Maria Euthymia aus ihrer tiefen Frömmigkeit und dem Gebet: "Der Herr soll mich brauchen, ein Sonnenstrahl zu sein, der alle Tage leuchtet, das möchte ich lernen", so schreibt sie einmal. Nach Ende des Krieges wird der Clemensschwester die Leitung der Wäscherei des St.-Vinzenz-Hospitals übertragen, obwohl ihr Herz an der Krankenpflege hängt. 1948 kehrt sie zurück nach Münster, wo sie im Mutterhaus und im Clemenshospital ebenfalls die Wäscherei leitet. Neben der harten Arbeit in der Waschküche übernimmt Schwester Euthymia immer wieder freiwillig Nachtwachen am Bett von Sterbenden. 1955 erkrankt Maria Euthymia an Krebs, noch im selben Jahr stirbt sie am 9. September.

Was sich am Tag nach ihrem Tod ereignete, wird im späteren Verfahren zur Seligsprechung als Wunder anerkannt: Es wird berichtet, dass eine ihrer Mitschwestern sich am Tag nach dem Tod von Schwester Euthymia schwere Verbrennungen und Quetschungen zuzog, als ihre Hand in die Walzen einer Bügelmaschine geriet. Nachdem die verletzte Schwester am offenen Sarg Maria Euthymias um Fürsprache gebeten hatte, seien ihre Verletzungen innerhalb kürzester Zeit geheilt. 1959 wird der Seligsprechungsprozess für Schwester Maria Euthymia eingeleitet, am 7. Oktober wurde die Clemensschwester durch Johannes Paul II. selig gesprochen.

Stilles Gebet aus der Neun-Tage-Andacht:

Schenke mir ein Fünkchen deiner Liebe, damit ich allen Liebe geben kann, die mir begegnen, mag es Wort oder Tat oder nur ein liebender freundlicher Blick sein. Wenn seine Liebe sich doch in mir widerspiegelte. Der Herr soll mich brauchen, ein Sonnenstrahl zu sein, der alle Tage leuchtet. Das möchte ich lernen, Herr, dass ich bei allem, was du schickst, ganz strahlend, ganz verlangend vor dir stände. Und keine Worte, keine Antwort fände, als nur ein kinderfrohes: Ja! Würd's dich nicht freuen, Herr, wenn ich die Blumen- und Dornensträuße gleichfroh und fest in meine Hände nähme, und Lieb und Leid, weil es von dir kommt, - umfasse als ein kostbar Gut. O, tu 's doch, Herr. Gib mir den starken Willen und ein Vertrauen, kindergleich und froh auch die geheimsten Wünsche dir zu erfüllen. O, tu 's doch, Herr. Ich sehn mich so.

Gedenktag ist der 09. September.

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Text: Heike Harbecke | Foto: Archiv
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