
Das Adveniat-Signet.
50-jähriges Bestehen des Hilfswerks
Adveniat eröffnet Aktion in Armenviertel von Sao Paulo
Sao Paulo. Mit einem Gottesdienst in einem Armenviertel von Sao Paulo in Brasilien hat Adveniat am Sonntag (27.11.2011) seine Spendenaktion 2011 eröffnet. Erstmals in der 50-jährigen Geschichte des Hilfswerks fand die Eröffnung in Lateinamerika statt. Die Aktion, die an Heiligabend und am ersten Weihnachtstag mit der Kollekte in allen katholischen Gottesdiensten in Deutschland endet, steht im Jubiläumsjahr unter dem Motto "Dein Reich komme".
In seiner Predigt dankte Sao Paulos Kardinal Odilo Scherer für die "beispielhafte Großzügigkeit", mit der Adveniat in 50 Jahren die Kirche in Lateinamerika unterstützt und ermutigt habe. Zu den Zelebranten des Gottesdienstes gehörten der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, der Essener Bischof und Vorsitzende der Bischöflichen Kommission Adveniat, Franz-Josef Overbeck, und Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka.
Scherer betonte, mit 200.000 Förderprojekten für mehr als 2,3 Milliarden Euro habe Adveniat in 50 Jahren sehr viel für die Kirche und die Menschen in Lateinamerika erreicht. Tausende Priester, Ordensleute und Laien seien fortgebildet, unzählige Pfarreien gefördert, Kirchen und Gemeindezentren gebaut worden. Viele soziale Projekte seien unterstützt worden, "um Armut und soziale Ausgrenzung der örtlichen Bevölkerung zu lindern", sagte Scherer. Er hoffe, dass die Kirche Lateinamerikas der Kirche in Deutschland die vielen erhaltenen Gaben zurückgeben könne: "Nehmt unsere Gebete, Zeugnis unseres Glaubens und der Freude unserer Hoffnung!"
Zollitsch: Aus Patenschaft wurde Partnerschaft
Zollitsch nannte Adveniat ein gegenseitiges Geschenk für Lateinamerika und Deutschland. Es sei in 50 Jahren gelungen, dass sich beide Seiten über Leben und Glauben austauschten und damit beschenkten. Aus der anfänglichen Patenschaft sei eine echte Partnerschaft geworden. Der Erzbischof unterstrich, Lateinamerika zeige beispielhaft, wie Freude am Glauben anstecke. Es sei imponierend, wie intensiv trotz weniger Strukturen Glaube gelebt werde. "Das könnten wir auch in Deutschland lernen – uns untereinander mehr mitzuteilen und uns in unserem Glauben gegenseitig zu stärken", sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende.
Zollitsch bezeichnete es als "Gefahr von uns Deutschen, zuerst in Strukturen zu denken" und zu wenig zu fragen, wem diese Strukturen dienen. Er räumte aber ein, wenn nachhaltig geholfen werden solle, brauche es auch Strukturen. An Brasiliens Politiker appellierte er, die Menschen und dabei besonders die Schwächsten in den Mittelpunkt zu stellen. Als aufstrebende Wirtschaftsmacht sollte sich das Land bewusst werden, "dass man den großen Teil der Menschen nicht vergessen darf".
Bischof Overbeck dankte Scherer für die Einladung nach Sao Paulo. Allen Spendern in Deutschland dankte er für die großherzige Unterstützung. 50 Jahre Adveniat bedeuteten auch 50 Jahre Partnerschaft, Austausch, Lebens- und Lerngemeinschaft der deutschen Kirche mit den Ortskirchen in Lateinamerika: "In diesen 50 Jahren haben wir voneinander viel gelernt. Denn niemand ist so reich, dass er nichts zu empfangen hätte, und niemand ist so arm, dass er nichts zu geben hätte." Hilfe durch Adveniat sei auch in Zukunft notwendig. Sie zeige, dass die Kirche "weltweit Solidarität, Nächstenliebe und geschwisterliches Miteinander" übe.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Archiv
27.11.2011
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