
Bischof Felix Genn segnete die Jubelpaare im St.-Paulus-Dom.
Tag der Ehejubiläen mit 360 Paaren
Abbild des Bundes zwischen Gott und Mensch
Bistum. Vor einem Monat lag Heinrich Große-Berkenbusch nach einem Sturz noch auf der Intensivstation. Am Samstag (08.10.2011) strahlte der 90-Jährige gemeinsam mit Ehefrau Gertrud Bischof Felix Genn in Münsters Dom entgegen: Das Ehepaar aus Oelde war eines von 360 Jubelpaaren, die den "Tag der Ehejubiläen" in der Mutterkirche des Bistums mitfeierten.
Das Diamant-Hochzeitspaar saß in der ersten Reihen des vollbesetzten Domes neben den anderen neun Jubelpaaren, die sich vor 60 Jahren das "Ja-Wort" gegeben hatten. Doch auch 138 Goldhochzeits-Paare, 89 Rubin-Jubiläen (40 Ehejahre) und elf "Perlenhochzeiter" (30 Jahre verheiratet) waren unter den Besucherinnen und Besuchern – seit Jahren ist dieser "Tag der Ehejubiläen" rasch ausgebucht, sobald der Termin feststeht.
Bischof Felix Genn freute sich, mit den Paaren feiern zu können: "Die Kirche von Münster lädt Sie ein, über den familiären Rahmen hinaus hier im Kreis der anderen Glaubenszeugen Dank zu sagen und sich ermutigen zu lassen", so begrüßte er die Paare zur Eucharistiefeier, die Domorganist Thomas Schmitz und das Vokalensemble St. Paul aus Recklinghausen musikalisch festlich begleiteten.
Auf andere hin zu öffnen
In seiner Predigt legte der Bischof das Evangelium aus, in dem Jesus die Seligpreisung seiner Mutter durch eine Anhängerin auf alle Menschen ausweitet: "Selig ist, wer mein Wort hört und es bewahrt." Vielleicht habe es so manches Paar auch erlebt, dass man es für die erfolgreichen Kinder oder Enkel lobte – das sei gut zu erfahren. Doch wie bei Jesus gehe es dann darum, sich auf andere hin zu öffnen. "Ihr Dank für den Partner, für die Überwindung von Krisen und die Heilung von Wunden aus den Jahren des Zusammenseins hat heute großen Raum hier im Dom", sagte der Bischof. Aus diesem Dank wachse die Bitte um den Segen für die kommenden gemeinsamen Jahre.
"Welches Wort hat Sie gehalten in schweren Stunden?", so fragte Bischof Genn und war sicher, dass es neben dem nachhallenden "Ja-Wort" vom Beginn der Ehe auch Gottes Wort vom "Bund mit jedem einzelnen Menschen" gewesen sei. "Die christliche Ehe ist als Abbild dieses Bundes zu sehen", legte er den Gottesdienst-Besuchern aus, warum eine Hochzeit eben nicht allein eine weltliche Angelegenheit sei.
Persönlicher Segen
Mit einem persönlichen Segen für die vielen Paare endete die Eucharistiefeier. Heinrich und Gertrud Große-Berkenbusch waren unter den ersten, die Bischof Genn segnete und denen er mit einem kurzen, freundlichen Wortwechsel alles Gute wünschte. "Es war mein Ziel, das hier zu schaffen", freute sich der Diamant-Hochzeiter aufrichtig. Auch Tochter Maria Reismann, die selbst vor ein paar Jahren ihre Silberhochzeit bei einem Tag der Ehejubiläen in Münsters Dom gefeiert hatte, sah man die Freude an, dass für ihre Eltern dieser Wunsch in Erfüllung ging.
Während es für dieses Jubelpaar danach wieder nach Hause ging, nutzten die anderen Gäste die verschiedenen Angebote, die das Referat Ehe- und Familienseelsorge des Generalvikariats vorbereitet hatte: Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einem Festzelt an der Überwasserkirche konnten sie zwischen Vorträgen, Domführungen, Kabarett- und Musikangeboten wählen, ehe der Tag mit einer Abschlussandacht im Dom ausklang.
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Text: Heike Hänscheid | Foto: Heike Hänscheid
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