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24.05.2012
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Bischof Felix Genn

Bischof Felix Genn sieht im Weltjugendtag von Madrid ein "Zeichen des Friedens".

"Erfahrungen der Katechesen auch im Bistum nutzen"

Bischof Genn zieht Bilanz des Weltjugendtags in Madrid

Madrid. Trotz Mängeln in der Madrider Organisation zieht Bischof Felix Genn ein positives Fazit des Weltjugendtags. "Dass sich Abertausende aus aller Welt im Glauben zu einer Gemeinschaft zusammengefunden haben, ist ein Zeichen des Friedens, das nicht zu unterschätzen ist", sagte Genn am Sonntagabend (21.08.2011) vor münsterschen Journalisten in Madrid.

Besonders aus den Katechesen, die Bischöfe in Madrid für die jungen Pilger gehalten hatten, erwachse die geistliche Nahrung des Weltjugendtags. Diese Gespräche, bei denen viele Jugendliche offen Zeugnis ihres Glaubens ablegten, hätten ihn "sehr berührt", sagte der Bischof. Es sei wirklich über Substanzielles gesprochen worden. "Die Fragen sind bei den jungen Menschen da, die Sehnsucht nach Antworten und die Erwartung, dass jemand Zeugnis gibt", resümierte Genn. Die Erfahrungen mit der Form der Katechese müssten nun in der pastoralen Arbeit im Bistum und vor Ort nutzbar gemacht werden.

Treffen "stoßen an Grenzen"

Angesichts der Organisationsmängel meinte Genn, die Weltjugendtage stießen an Grenzen. Selbst wenn man den deutschen Anspruch ein wenig zurücknehme, blieben Fragen. "Die Jugendlichen halten viel aus, nehmen solche Probleme als Abenteuer und bleiben trotzdem guter Dinge. Aber der logistische Rahmen muss stimmen", sagte der Bischof. "Das könnte auf Dauer ein Problem werden." Für den Weltjugendtag 2013 in Rio rechnen Beobachter mit einer siebenstelligen Zahl von Teilnehmern allein aus dem Gastgeberland Brasilien.

Nachdem die Pilger aus dem Bistum Münster bei der Papst-Vigil am Samstag (20.08.2011) ihre vorgesehenen Plätze nicht erreichen konnten, da sie belegt waren, musste die Gruppe in den hinteren Teil des Flugfeldes "Cuatro Vientos" ausweichen. "Der war schlecht ausgeleuchtet, es waren kaum Rettungswege vorhanden und er war nicht für eine Übernachtung unter freiem Himmel vorbereitet", sagte Frank Rauhaus, Projektleiter im Weltjugendtagsbüro Bistum Münster. Daher habe sich die Gruppenleitung aus Sicherheitsgründen entschlossen, das Gelände nach der Vigil zu verlassen und bereits vor der Abschlussmesse die Heimreise anzutreten.

Bischof Genn bedauerte, dass die Jugendlichen die Eucharistie nicht mitfeiern konnten, er trug den Abreise-Entschluss aber mit. Er habe nicht alle Hintergründe gekannt, aber vertraue darauf, dass die Zuständigen richtig entschieden hätten. Genn äußerte die Erwartung, die Probleme würden im Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz, in dem sich die Diözesanbischöfe treffen, angesprochen werden. Neben den Münsteranern waren unter anderem auch die Pilger aus dem Erzbistum Köln nach der Vigil abgereist.

Proteste ohne Bedeutung

Der Bischof wies den Eindruck zurück, Proteste hätten den Weltjugendtag oder den Papstbesuch überlagert. "Selbst wenn es insgesamt 1.000 Demonstranten waren – bei den Katechesen hatten wir an vielen Orten 1.000 Teilnehmer und mehr", verglich er. Auch verwies er auf Bemerkenswertes wie die stille Anbetung der Hunderttausenden oder die große Anzahl von Beichten: "Ich bin selbst auf der Straße angesprochen worden, weil ich als Priester erkennbar war, ob ich Spanisch oder Englisch spreche und Beichte hören könne."

Genn zeigte sich beeindruckt, "eine Stadt zu sehen, die von singenden und friedlich feiernden Jugendlichen bevölkert wird". Die "Kraft des Glaubens", die sich so zeige, könne vielleicht auch der spanischen Kirche helfen, sich als politischer Faktor in Erinnerung zu rufen. Die Kirche streitet seit Jahren mit der sozialistischen Regierung über Liberalisierungen im Ehe- und Abtreibungsrecht.

Schließlich freute sich der Bischof über die vielen persönlichen Treffen in Madrid und bei den vorangegangenen "Tagen der Begegnung" im Erzbistum Pamplona. Gerade bei seiner Katechese am Freitag (19.08.2011), an der mehrere hundert Pilger aus dem Bistum Münster teilgenommen hatten, und beim anschließenden Picknick habe er wahrgenommen, dass ein Zusammengehörigkeitsgefühl der Jugendlichen aus dem Bistum gewachsen sei.

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Text: Jens Joest | Foto: Katharina Deuling
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