
Die Statue der Fruchtbarkeitsgöttin auf der Plaza de Cibeles in Madrid – beim Eröffnungsgottesdienst umringt von Hunderttausenden, die an den einen, wahren Gott glauben.
Gottesdienst im Gedenken an Johannes Paul II.
Weltjugendtag mit großer Eucharistiefeier eröffnet
Madrid. Mit einer Eucharistiefeier mit mehreren hunderttausend Teilnehmern hat am Dienstagabend (16.08.2011) der Weltjugendtag in Madrid offiziell begonnen. Der gastgebende Erzbischof, Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, zelebrierte die Messe auf der Plaza de Cibeles in Madrid. Rund 400 Bischöfe und 2.500 Priester aus aller Welt nahmen teil. Für den Gottesdienst waren mehrere Hauptstraßen mit bis zu acht Fahrspuren nahe des Platzes gesperrt, dennoch standen die Pilger auch in Nebenstraßen – dort ohne Sichtkontakt zu Großleinwänden oder zum Altar selbst.
Kardinal Stanislaw Rylko, Präsident des für die Weltjugendtage zuständigen Päpstlichen Rats für die Laien, begrüßte die Weltjugendtags-Teilnehmer im Namen des Vatikan. Rylko nannte das Nachdenken über den Glauben den zentralen Bestandteil des Treffens. Der Glaube an Gott sei "eine Wurzel, die sich vom Wort Gottes und den Sakramenten ernährt". Er sei der Fels, auf dem das Leben erbaut sei, und er helfe, die Größe und Schönheit des Lebens zu entdecken. Rylko dankte den Weltjugendtags-Pilgern für ihr klares "Ja" in alle Welt, dass es heute möglich sei, Glauben zu leben.
Kardinal Antonio Maria Rouco Varela von Madrid, hier im Pressezentrum des Weltjugendtags, zelebrierte den Eröffnungsgottesdienst. |
Dank für den "Erfinder der Weltjugendtage"
Im Tagesgebet dankte Varela Gott für den jüngst selig gesprochenen Papst Johannes Paul II., dem der Gottesdienst gewidmet war. Gott möge geben, dass – gestärkt durch das Beispiel des Seligen – der Glaube in den Herzen der Menschen und der Dank für das Erlösungswerk Jesu wachse. Während des Pontifikats Johannes Pauls II. hatten die ersten Weltjugendtage stattgefunden. Eine Blutreliquie des Seligen war in das Evangelienbuch eingearbeitet.
Besondere Tiefe erhielt die Liturgie durch die Musik. 250 freiwillige Helfer des Weltjugendtags hatten sowohl einen Chor als auch ein Sinfonieorchester gebildet. Zum echten Gänsehaut-Moment geriet der Halleluja-Ruf vor dem Evangelium. Die bereits von früheren Weltjugendtagen bekannte Komposition des Iren Fintan O'Carroll wogte im Dreivierteltakt tänzerisch über die Menge. Auch der Gesang der Jugendlichen kam in Wellen am Altar an – der große Platz sorgte für Verzögerungen beim Schall.
Fürbitte zum Thema Abtreibung
Fürbitte hielten die Hunderttausenden für die Jugendlichen der Welt, besonders für jene, denen das Nötigste zum Leben fehlt, die noch Sinn und Ziel ihres Leben suchen, für jene, die verfolgt werden oder als Glaubende in der Minderheit leben, für Opfer von Krieg und Gewalt, und für die jungen Familien. Zudem baten die Teilnehmer um die Bewahrung der Schöpfung, um geistliche Berufungen, um die Befreiung der Welt von Drogen, Alkoholismus und anderen "falschen Paradiesen".
Auch wurde für jene gebetet, die unter den Folgen einer Abtreibung oder anderer "Attentate gegen das menschliche Leben" litten. In Spanien hatten sich in den vergangenen Jahren die katholische Kirche und die linksgerichtete Regierung über die Liberalisierung von Abtreibungs- und Ehegesetzen heftig zerstritten.
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Text: Jens Joest | Fotos: Marie-Theres Himstedt, Jens Joest
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