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Protestantentreffen in Dresden beendet
Kirchentag diskutiert Atomausstieg, Afghanistan und Ökumene
Dresden. Mit einem Festgottesdienst auf den Elbwiesen ist am Sonntag (05.06.2011) der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag in Dresden zu Ende gegangen. 120.000 Menschen versammelten sich auf beiden Seiten der Elbe. Die Abendmahlsliturgie leiteten der sächsische Landesbischof Jochen Bohl und Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt.
Göring-Eckardt betonte, die Christen ließen sich "nicht einreden, wir müssten entweder noch politischer oder aber noch frommer werden. Wir sind beides, und haben vor, es zu bleiben." Sie wollten "keine Von-Oben-Politik, sondern wir sind die Dafür-Republik", sagte Göring-Eckardt. Als "Botschaft" des Kirchentags formulierte sie Aufrufe zur Barmherzigkeit "mit der Schöpfung, denn sie erträgt nicht alles", mit den Fremden und Asylsuchenden, mit den Andersglaubenden, aber auch "mit Euch selbst: Gebt Gott Raum in Eurem Herzen!"
Einladung zum Katholikentag 2012
Am Ende des Gottesdienstes luden der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück, zum 98. Deutschen Katholikentag vom 16. bis 20. Mai 2012 nach Mannheim ein. Der nächste Evangelische Kirchentag findet 2013 in Hamburg statt. An dem Gottesdienst in Dresden nahmen auch die Ministerpräsidenten von Sachsen und Thüringen, Stanislaw Tillich und Christine Lieberknecht (beide CDU), teil. Viele, vor allem jüngere Besucher suchten bei der Hitze während des Gottesdienstes am Elbufer Abkühlung im Fluss.
Zu dem Treffen in Dresden seit Mittwoch (01.06.2011) waren rund 120.000 Dauerteilnehmer gekommen sowie täglich mehrere tausend Menschen aus der Region. Neben Vertretern der Religionen beteiligten sich zahlreiche Politiker wie Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Auf dem Programm standen rund 2.350 Veranstaltungen.
Merkel bekräftigt Atom-Beschluss
Ein zentrales Thema war der Atomausstieg. Merkel bekräftigte am Samstag (04.06.2011) den Beschluss der Regierung für einen Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022. Es mache jedoch keinen Sinn, wenn dafür Atomstrom aus dem Ausland importiert werden müsse. Wer den Ausstieg wolle, müsse auch den Bau neuer Hochspannungsleitungen zum Transport etwa von Windenergie akzeptieren, sagte Merkel. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier sicherte der Kanzlerin in Dresden die Unterstützung seiner Partei beim Atomausstieg zu. Es müsse dazu jedoch noch der richtige Weg gefunden werden.
Eine Absage erteilte die Bundeskanzlerin einer großzügigen Aufnahme von Flüchtlingen aus der Mittelmeerregion, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Europa wollten. Wer jedoch vor Krieg und Verfolgung fliehe, solle auf Schutz zählen können.
"Langer Atem" in der Ökumene
Überschattet wurde der Kirchentag von einem weiteren tödlichen Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, forderte eine breite gesellschaftliche Debatte über die Bundeswehreinsätze. Darüber dürfe nicht allein die Politik entscheiden. Verteidigungsminister Thomas de Maiziere (CDU) rief dazu auf, trotz der Anschläge am Kurs in Afghanistan festzuhalten. Wenn die Truppen jetzt zurückwichen, sei das Vertrauen der Afghanen erneut erschüttert und die extremistischen Taliban hätten leichtes Spiel, sagte der Minister.
Weiteres Thema des Kirchentags war die Hoffnung auf Fortschritte bei der Ökumene. Erzbischof Zollitsch plädierte für einen "langen Atem", ohne die Dinge auf die lange Bank zu schieben. Es gehe weiter um die theologischen Kernfragen von Amt und Kirchenverständnis. Auch der EKD-Ratsvorsitzende Schneider warnte vor einem zu großen Tempo bei der Annäherung beider Kirchen. Die Christen sollten alles miteinander tun, was schon möglich sei – "und noch ein bisschen mehr". Es gehe darum, miteinander gute Erfahrungen zu machen.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: pd
05.06.2011
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