
Seit 1975 steht das Kreuz vor der Hofeinfahrt in Wesel-Bislich.
Mein Denkmal und ich (251): Das Hofkreuz in Wesel-Bislich
Mit den Vorfahren verbunden
Wesel-Bislich. Seit vielen Jahren wünschte sich Franz-Wilhelm Peters ein Kreuz für seinen Hof in Wesel-Bislich. Und damit wusste sich der Landwirt durchaus im Einklang mit seinem Vater August Peters. "Auch er wollte immer ein Hofkreuz haben", erinnert sich der 64-jährige Bislicher.
1975 teilte die Friedhofsverwaltung der Familie mit, dass die auf dem Familiengrab befindliche Stele mit dem Kreuz entfernt werden müsse, weil sie instabil geworden sei.
Für den Vater kam diese Nachricht damals wie gerufen. Er überlegte nicht lang: Auf das Familiengrab wurde als Ersatz ein Mühlstein einer früheren Windmühle gelegt, die auf den Ländereien der Familie gestanden hatte. Eine Marmorplatte, auf der der Familienname eingraviert ist, zeigt nun an, wer an diesem Ort begraben liegt. Und der große Grabstein mit dem Kreuz sollte vor dem Hofeingang aufgebaut werden. "Vater wollte damit ein religiöses Zeichen setzen", sagt Franz-Wilhelm Peters.
Der Sohn war allerdings mit der Entscheidung gar nicht einverstanden. "Einen Grabstein vor dem Hof fand ich unpassend", sagt er. Doch der Sohn fügte sich dem Willen des Vaters. Als das Hochkreuz dann vor dem Hofeingang aber aufgebaut werden sollte, fehlten Kreuz und Korpus. Der Steinmetz Klaus Giesen wurde beauftragt, beides zu rekonstruieren.
Franz-Wilhelm Peters. |
Seit vielen Jahrenzehnten steht dieses neue Hochkreuz nun vor dem Eingang des Hofs. Franz-Wilhelm Peters hat sich heute damit abgefunden. Der Glaube ist ihm wichtig, und seit vielen Jahren ist Peters in den Gremien der Kirchengemeinde engagiert. Als Landwirt ist er jedoch kein Freund großer Worte. Was für ihn selbstverständlich ist, will er nicht breittreten.
Aber eins ist ihm ein großes Anliegen: Auf dem Kreuz sind die Namen seiner Vorfahren seit 1777 eingraviert. Da dieses Kreuz nun unmittelbar in seiner Nähe steht, fühlt sich Peters den Verstorbenen der Familie noch intensiver verbunden. "Ich weiß, dass ich jetzt in die erste Reihe aufgerückt bin", sagt er. Er habe sich damit abfinden müssen, bald selbst auf dem Friedhof bei seinen Vorfahren zu liegen.
Das Kreuz dient gerade Fremden als religiöser Anlaufpunkt: zum Beispiel Radfahrern, die an diesem Ort innehalten, und Jugendlichen auf ihrem Kreuzweg nach Wesel-Bergerfurth.
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Text: Jürgen Kappel | Fotos: Jürgen Kappel in
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