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24.05.2012
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Bistum Münster.

Das künftige Pastoralkonzept für das Bistum soll Schwerpunkte der seelsorglichen Arbeit nennen.

Diözesanrat diskutierte über Veränderungen in der Pfarreistruktur

Bistum Münster erhält ein neues Pastoralkonzept

Bistum. Die Arbeiten an einem Pastoralkonzept für das Bistum Münster haben begonnen. Das erklärte der neue Seelsorgeamtsleiter im Bischöflichen Generalvikariat in Münster, Pater Manfred Kollig, am vergangenen Wochenende (Freitag, 18.02.2011) vor dem unter Vorsitz von Bischof Felix Genn tagenden Diözesanrat.

Nach Darstellung des Hauptabteilungsleiters geht es zunächst darum, in einer Art Präambel Grundlegendes zur "Sendung der Kirche im Bistum Münster" zu sagen. Als überschaubare Kurzformel wird dieser einleitende Text bis zum Sommer erarbeitet, wie Kollig erläuterte. Darin sollen Ziel und Aufgabe der Seelsorge in der Diözese Münster beschrieben werden.

Grundlage für Pastoralpläne in Pfarreien

Das künftige Pastoralkonzept werde Schwerpunkte der seelsorglichen Arbeit nennen. Zugleich würden damit "Leichtpunkte" deutlich, also Felder, denen künftig weniger Beachtung zukomme werde, sagte Pater Manfred. Wesentlich für das Konzept sei es, wie es heute gelingen könne, die Frage nach Gott in der Gesellschaft wach zu halten. Kollig hofft, dass bis Anfang 2012 das Pastoralkonzept weitgehend vorliege, so dass es dann auch als Grundlage für entsprechende Pastoralpläne in Pfarreien dienen könne.

Die Diözesanratsmitglieder vertieften sich in das Thema durch einen Impuls von Pfarrer Meinold Winzeler (Rheine) zur Sendung der Kirche im Bistum Münster. Er habe sich vom Thema "sofort positiv elektrisiert" gefühlt, "denn dann kann das ja gar nicht anders gehen, als dass wir an der Sendung Jesu anknüpfen". Und: Wenn dies getan werde, "muss es ja richtig werden". Winzeler stellte heraus, dass jeder Christ gesandt sei in der Taufe: "Es gibt wohl eine Verschiedenheit des Dienstes, aber eine Einheit in der Sendung. Darum kann der Primat der Sendung viele Gegensätze überbrücken und Spannungen abbauen."

Rückblick auf Versammlungen zum Struktur- und Stellenplan

Schwerpunkt der Ratssitzung am vergangenen Wochenende war der Erfahrungsaustausch über die bislang durchgeführten Kreisdekanatsversammlungen zum neuen Struktur- und Stellenplan. Dabei berichteten Vertreter aus den Regionen über die Versammlungen und die anschließenden weiteren Diskussionen.

Positiv bewerteten die Regionenvertreter die Atmosphäre der bisherigen fünf Sitzungen. Gelobt wurden die Darstellungen durch den Personaldezernenten im Generalvikariat, Domkapitular Hans-Bernd Köppen. Fragen und Kritikpunkte seien in "ruhiger und freundlicher Art" behandelt worden, so ein Ratsmitglied. Von den Möglichkeiten zur Rückmeldung wolle man Gebrauch machen.

Einige waren "verwundert und schockiert"

Einige Pfarreien hätten bevorstehende Veränderungen geahnt. Zugleich wurde aber auch deutlich, dass sich andere Pfarreienvertreter von den Plänen "verwundert und schockiert" gezeigt hätten. Nicht jede beabsichtigte Strukturveränderung sei auch plausibel und müsse daher besser erläutert werden, meinte eine Kreisdekanatsvertreterin. Sie bat darum, die Anmerkungen ernst zu nehmen. Ein anderes Ratsmitglied sagte, die Pfarreienvertreter hätten die Versammlungen nicht als Anhörung, sondern als Präsentation fertiger Pläne empfunden. Überdies sei die Rückmeldefrist zu kurz und überfordere die Aktiven, weil sie im laufenden Gemeindeleben auch noch andere Aufgaben zu erfüllen hätten.

Einige Weihbischöfe nahmen ebenfalls Stellung zu den Versammlungen. Weihbischof Dieter Geerlings (Region Coesfeld-Recklinghausen) forderte dazu auf, nicht nur die Zahlen zur Kenntnis zu nehmen, sondern eine Sensibilität für die Veränderungen in der Gesellschaft zu entwickeln. Er  habe eine Vielzahl "guter, bedenkenswerter Eingaben" bekommen, aber auch "eine ganze Reihe böser Briefe" mit Kritik an den Plänen erhalten. Geerlings betonte nachdrücklich, dass eine Unterscheidung der Situation von Stadt und Land nötig sei, um den unterschiedlichen Anforderungen vor Ort gerecht zu werden.

"Leserbriefe schaden einem echten Dialog"

Weihbischof Christoph Hegge (Region Borken-Steinfurt) sagte mit Blick auf die Arbeit von Laien, dass inhaltlich zu füllen sei, was das Ehrenamt heute leisten könne. Zudem müsse eine noch größere Bereitschaft entwickelt werden, im Alltagsleben Zeuge des Glaubens zu sein. Man beginne zudem erst, die Entwicklung von der Volkskirche zu einer "Kirche im Volk" zu verstehen. Kritisch merkte er an, Diskussionen zum Strukturplan nicht über Zeitungsartikel und Leserbriefe zu führen. Dies gefalle meist vor allem denen, die kein wirkliches Interesse am kirchlichen Leben hätten, während es einem echten Dialog eher schädlich sei.

Generalvikar Norbert Kleyboldt hob hervor, dass der Vorstellung der Pläne nun eine Anhörung folge. Natürlich habe man sich nach bestem Wissen und Gewissen damit auseinander gesetzt, aber es seien vielleicht nicht in jedem Fall alle Besonderheiten der Verhältnisse vor Ort berücksichtigt worden. "Wir sind zum Dialog bereit", hob Kleyboldt hervor. Auch Bischof Felix Genn hörte den Ausführungen der Regionenvertreter aufmerksam zu: Er versprach, sich mit den aufgeworfenen Fragen etwa nach dem Zeitplan, der Frage des Einsatzes von Priestern der Weltkirche und der Bedeutung des Ehrenamtes zu beschäftigen.

"Eheberatung besser finanzieren"

Auf ein positives Echo stieß der Bericht des Leiters der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster, Norbert Wilbertz. Er berichtete über die Arbeit der 36 Beratungsstellen. "Während weite Teile der Bevölkerung die kirchliche Lehre von Unauflöslichkeit der Ehe als antiquiert zurückweisen, erlebt die von der selben Kirche angebotene Ehe- und Partnerschaftsberatung bundesweit eine stetig boomende Nachfrage." Dies gelte im Besonderen für das Bistum Münster: Fast 13.000 Ratsuchende erhielten nach Angaben des EFL-Leiters im vergangenen Jahr mehr als 51.000 Beratungsstunden von den 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Wilbertz kritisierte die geringe öffentliche Bezuschussung der nachweislich erfolgreichen Paarberatung durch staatliche Stellen: "Die rund 20 Millionen Euro, die Kommunen und Länder bundesweit für Ehe- und Partnerschaftsberatung ausgeben, entsprechen weniger als 0,5 Prozent der inoffiziell geschätzten jährlichen Scheidungsfolgekosten wie Sozialhilfe und Wohngeld in Folge von Trennung." Wilbertz forderte von den politisch Verantwortlichen Verbesserungen in diesem Bereich; dem schloss sich der Diözesanrat mit breiter Mehrheit an. - kirchensite.de wird demnächst ausführlicher über die Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster berichten.

Zitiert:

Die Liebe zweier Menschen ist stets auch ein Geheimnis, das alle Regeln und alles Machbare transzendiert.
Norbert Wilbertz, Leiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL) im Bistum Münster

Mehr zum Thema in kirchensite.de:

  1. undefinedImpuls von Pfarrer Winzeler zur Sendung der Kirche (21.02.2011)
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterBistumshandbuch: Diözesanrat
  1. Öffnet internen Link im aktuellen FensterÜbersicht Gemeindekooperation

 Text: Norbert Göckener
20.02.2011

 

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