
Sarkophag Pallottis in der Kirche San Salvatore in Onda in Rom.
Begründer des Laienapostolats
Vinzenz Pallotti (1795-1850)
Kurzvita:
Vinzenz Pallotti wuchs als Sprössling einer angesehenen katholischen Familie in Rom auf. Er wurde 1818 Priester und war in Rom als Seelsorger der Kranken, Gefangenen und Jugendlichen hoch geschätzt. 1835 gründete er die Gesellschaft des katholischen Apostolates, die im Kern aus einer Priestergemeinschaft bestand. 1843 kam eine Schwesterngemeinschaft hinzu, später rief er auch die Laien zur Mitarbeit im Apostolat auf. Er starb am 22. Januar 1850 in seiner Heimatstadt Rom.
Biographische Daten:
21.4.1795 - Geburt Vinzenz Pallottis in Rom.
Besuch der Piaristenschule San Pantaleo, anschließend des Collegium Romanum.
1814 - Aufnahme des Studiums der Sprachen, der Philosophie und Theologie an der Universität La Sapienza.
1815 - Versprechen eines Lebens in Armut, Gehorsam und Keuschheit.
10.9.1817 - Weihe zum Diakon.
1818 - Abschluss des Studiums, anschließend wissenschaftliche Lehraufgabe an der Universität.
16.5.1818 - Priesterweihe in der Lateranbasilika. Später Pfarrer von San Spirito in Trastevere.
1835 - Gründung der Gesellschaft des Katholischen Apostolates.
1843 - Gründung der Schwesterngemeinschaft der Pallottinerinnen.
22.1.1850 - Tod Vinzenz Pallottis in Rom.
1904 - Anerkennung der Gemeinschaften durch Papst Pius X.
22.1.1950 - Seligsprechung in Rom durch Papst Pius XII.
20.1.1963 - Heiligsprechung in Rom während des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XIII.
Vita:
Vinzenz Pallotti kam am 21. April 1795 als Sohn einer angesehenen römischen Kaufmannsfamilie zur Welt. Kindheit und Jugend waren von starker Frömmigkeit geprägt, so dass er keinen anderen Berufswunsch verspürte, als den, Priester zu werden.
Er besuchte zunächst die Piaristenschule von Pantaleo und ging anschließend auf das ursprünglich jesuitische, nun aber staatliche und von Weltpriestern geleitete Collegium Romanum, wo er seinen Schulabschluss machte. Im Jahr 1814 nahm er sein Studium an der römischen Universität La Sapienza auf. Ein Jahr später versprach er in der Beichte, sein Leben unter die drei monastischen Tugenden, Armut, Keuschheit und Gehorsam zu stellen. Noch während seines Studiums wurde er zum Diakon geweiht. Nach seinem Abschluss übernahm er zunächst mehrere Lehraufträge. Am 16. Mai 1818 wurde er in der Lateranbasilika zum Priester geweiht. Seine wissenschaftliche Arbeit führte er noch einige Zeit fort, ehe er zum Pfarrer von San Spirito im Stadtteil Trastevere bestellt wurde.
Ab diesem Zeitpunkt konzentrierte sich Pallotti mit großem Erfolg auf die Seelsorge. Er war ein gefragter Beichtvater, viele Menschen suchten ihn in innersten Nöten auf, auch um Arme, Kranke und Gefangene kümmerte er sich rührend. Mit seinem besonderen Charisma erreichte er auch insbesondere Jugendliche.
Pallotti lebte in der Zeit des italienischen "Risorgimento" (italienisch: Wiederstehung), in der viele Bürger – ähnlich wie in anderen europäischen Staaten - nach nationalstaatlicher Einheit strebten. Dies bedrohte nicht nur den Kirchenstaat als Territorium, sondern mit dem einhergehenden Liberalismus als Geisteshaltung auch den Glauben als geistige Grundlage der Kirche. Pallotti erkannte dies und überlegte, auf welche Weise er das Apostolat und die Förderung des Glaubens in Italien stärken könne. Zu diesem Zwecke gründete er 1835 die Gesellschaft des katholischen Apostolats, in deren Kern die Priestergemeinschaft der "Pallottiner" stand. Neben diesen band er aber bald auch Laien in seine seelsorgerische Arbeit mit ein und befähigte sie, den Glauben im Alltag zu leben und zu verkünden. Pallotti gilt somit als Begründer des Laienapostolats, als Urvater der "Katholischen Aktion" und letztlich des gesamten katholischen Verbändewesens.
Im Jahr 1843 gründete er die Gemeinschaft der Pallottinerinnen, die aus der Arbeit einer Gruppe engagierter Frauen in einem römischen Waisenhaus hervorging.
Mit seiner Idee, die Verkündigungsaufgabe auch den Laien zu übertragen, stieß Pallotti innerkirchlich auf Widerstand. Zwar unterstützte Papst Gregor XVI. die Arbeit des römischen Pfarrers, doch dessen Nachfolger Pius IX., der ab 1846 regierte, lehnte ein gemeinschaftlich durchgeführtes Apostolat von Priestern und Laien konsequent ab. Als Folge dieser Haltung wurden Pallottis Gemeinschaft und ihr Name verboten. Unter einem anderen Namen, ("Pia Societas Missionum, PSM") machten Pallotti und seine Anhänger jedoch weiter. Die volle Anerkennung des Vatikans erfolgte im Jahr 1904 durch Papst Pius X., seit dem Jahr 1947 trägt die Gemeinschaft auch wieder ihren ursprünglichen Namen.
Vinzenz Pallotti starb am 22. Januar 1850. Genau 100 Jahre später wurde er selig gesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte im Januar 1963 währen des Zeiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XIII.
Gebet zum Gedenktag Vinzenz Pallottis am 22. Januar:
Gott, du hast deiner Kirche im heiligen Vinzenz Pallotti einen Priester erweckt, der sich ganz dafür einsetzte, dass der Glaube und die Liebe in ihr lebendig sei. Lass uns nach seinem Vorbild deine Wahrheit vor den Menschen zum Leuchten bringen und allen in geschwisterlicher Liebe begegnen. Das gewähre uns durch unseren Herrn Jesus Christus, deinen Sohn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
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