
1964 errichtete die Familie Reckmann die Herz-Jesu-Statue an ihrem Haus.
Mein Denkmal und ich (218)
Aus Dankbarkeit errichtet
Nordkirchen-Capelle. Eine schwere Zeit haben Gertrud Reckmann und ihr 2003 verstorbener Ehemann Josef hinter sich. Daran erinnert sie der Bildstock an der Einfahrt zu ihrem Haus in Nordkirchen-Capelle. Aber er erinnert nicht nur an das Leid, sondern auch daran, dass diese Zeit ein glückliches Ende nahm. "Unsere Tochter wurde 1956 geboren und ist im Alter von drei Jahren sehr schwer an Mumps erkrankt. Oft sah es aus, als würde sie sterben", erzählt die 83-Jährige. Das Leben des Mädchens hing am seidenen Faden. "Die Ärzte hatten unsere Hildegard schon aufgegeben. Keiner machte uns Hoffnung", erzählt Reckmann weiter.
Sie hat für ihre Tochter gebetet. "Aber immer nur kurz, ich musste mich ja um Hildegard kümmern." Auch in Münster am Grab von Schwester Euthymia hat die Familie Fürbitte für das kranke Kind gehalten. "Und wir haben versprochen, dass wir aus Dankbarkeit einen Bildstock vor unser Haus aufstellen, wenn sie wieder gesund wird", berichtet sie.
Gertrud Reckmann, Capelle. |
Nach drei Jahren verbesserte sich der Gesundheitszustand des Mädchens. Heute ist die inzwischen 54-Jährige verheiratet, Mutter zweier Söhne und arbeitet als Arzthelferin. "Ein Sohn ist Arzt geworden, der andere hat eine Ausbildung zum Rettungssanitäter gemacht. Die Zeit hat sie geprägt", berichtet Reckmann.
Und natürlich erfüllte die Familie ihr Gelübde und ließ eine Heiligenfigur fertigen. Der Bildhauer Norbert Ahlmann aus Lüdinghausen arbeitete eine Herz-Jesu-Statue aus Anröchter Sandstein. "Die Figur ist sehr schlicht und die Gesichtszüge sind sehr kindlich gehalten. Ich denke, dass er dies so gearbeitet hat, da er unsere Geschichte kannte", sagt Reckmann. In einer kleinen Feier wurde der Bildstock 1964 gesegnet.
Heute gehört die Herz-Jesu-Figur zur Familie dazu. Der älteste Sohn wohnt mit seiner Familie ebenfalls auf dem Hof und führt den Gartenbaubetrieb seines Vaters weiter. Er unterstützt seine Mutter bei der Pflege des Bildstocks. "Was ich kann, mache ich noch selbst. Aber es wird weniger", sagt sie.
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Text: Michaela Kiepe | Fotos: Michaela Kiepe in
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