
ZdK-Präsident Alois Glück.
ZdK-Präsident: Fehler "kann ich nicht erkennen"
Glück verteidigt Vorgehen der Bischöfe im Fall Mixa
Berlin. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, hat das Vorgehen katholischer Bischöfe im Fall Mixa verteidigt. "Dass hier Fehler gemacht worden sein sollen, kann ich nicht erkennen", sagte er in einem Interview der Berliner Tageszeitung "Die Welt", das am Samstag (19.06.2010) erscheint. Die Erzbischöfe Robert Zollitsch und Reinhard Marx hätten sich intensiv bemüht, durch Gespräche eine Lösung zu finden.
"Die Dynamik in dem bedauerlichen Fall hat sich durch das Verhalten von Bischof Mixa entwickelt", sagte Glück. Er sprach von einer "tiefen menschlichen und persönlichen Tragödie". Jetzt sei es vor allem die Sache Roms, sehr rasch eine abschließende Regelung zu finden. Nur so könne einer Legendenbildung vorgebeugt werden. "Und gegen Legenden- und Mythenbildung hilft nur Transparenz."
Keine Richtungsdebatte in der Kirche
Der ZdK-Präsident wandte sich zugleich gegen die Deutung, es handele sich im Fall Mixa um eine Richtungsdebatte innerhalb der Kirche. Zugleich mahnte er aber mit Blick auf die Missbrauchsfälle eine Reform und Erneuerung der Kirche an. Dabei gehe es nicht um einen "Machtkampf" zwischen Laien und Priestern. "Es muss über Strukturen geredet werden können, die Zusammenarbeit und Transparenz fördern." Es fehle beispielsweise an Regeln und Verfahren in Konflikten, es fehle auch eine unabhängige Verwaltungsgerichtsbarkeit. "Die sind die wirksamsten Mittel gegen Gruppenbildung und vergiftete Situationen."
Als Schlüsselthema bezeichnete es Glück, eine bessere Vertrauenskultur in der Kirche zu schaffen – "zwischen Klerus und Laien und innerhalb der Hierarchie, wie es sie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Gemeinsamen Synode von Würzburg gegeben hat". Konflikte sind dabei nach Einschätzung des ZdK-Präsidenten nicht ausgeschlossen. "Das muss kein Unglück sein. Beim Ringen um die Wahrheit hat es immer unterschiedliche Meinungen gegeben, und es muss sie auch geben."
Beteiligung der Laien bei Bischofs-Ernennungen
Als Beispiel für eine Vertrauensbildung nannte Glück eine Beteiligung der Laien bei der Ernennung von Bischöfen. Zwar gebe es dabei in Bayern rein rechtlich keine Möglichkeiten, weil der Papst freie Hand habe. Trotz Bayernkonkordat sei aber kein Domkapitel daran gehindert, informelle Wege zu gehen, um die Meinung von Priester- und Laienräten zu erkunden.
Zugleich muss die Kirche nach Auffassung des ZdK-Präsidenten jenseits von Strukturfragen ihre "spirituelle Strahlkraft" zurückgewinnen. "Noch nie waren so viele Menschen suchend nach Sinn für ihr Leben unterwegs." Es sei ein Alarmzeichen, dass sie dies nicht innerhalb der Kirchen suchten.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
Wirbel um Umstände des Rücktritts von Bischof Mixa (16.06.2010)
Kirche von A bis Z: Zentralkomitee der deutschen Katholiken
Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH | Foto: Michael Bönte
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