
Das Gnadenbild der heiligen Mutter Anna. Dargestellt wird Mutter Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesusknaben. Gebräuchlich ist die Bezeichnung Anna selbdritt.
Geborgenheit bei Mutter Anna
Die St.-Anna-Kapelle in Hopsten-Breischen
Hopsten-Breischen. Wer Trost und Hilfe sucht, der geht zu Mutter Anna. Dieser Satz ist sprichwörtlich geworden für den in der Bauerschaft Breischen bei Hopsten gelegenen Wallfahrtsort. Viele Verbände und Gemeinschaften aus dem Ort und der Umgebung wallfahren zur St.-Anna-Kapelle, in der sich das Gnadenbild befindet. Jedes Jahr im August – während der Wallfahrtswoche – zieht es besonders viele Gläubige dorthin.
Ein Heiligtum der Handelsleute
Die Geschichte der Wallfahrtskapelle beginnt mit der Erzählung von dem in einer Eiche versteckten Gnadenbild der heiligen Anna. Im Jahr 1677 fällte ein Knecht die Eiche und entdeckte die Figur dabei.
Es wird vermutet, dass die Figur aus einer Kirche der Umgebung stammt und durch den Bildersturm in der Reformationszeit oder in den Wirren des Dreißigjährigen Kriegs in der Bauerschaft Breischen versteckt worden sein könnte.
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1728 wurde die St.-Anna-Kapelle errichtet. |
Aus Dank für die Errettung aus schwerer Seenot erbauten dann 1694 die Brüder Johann und Dietrich Teeken, die als Handelsleute ("Tüötten") in Holland unterwegs waren, ein Gebetshäuschen an der Stelle, an der einst diese Eiche stand. 1728 ließ die Witwe von Diederich Teeken dann dort vom Baumeister Neuhaus aus Rheine eine Kapelle errichten. Zum Gnadenbild pilgerten ab 1750 tausende Wallfahrer aus Hopsten und besonders aus den umliegenden Orten des Tecklenburger Lands und aus dem Lingener Raum. Zuvor erteilte der Bischof von Münster die Erlaubnis, das heilige Messopfer in der Kapelle, dem "Heiligtum der Tödden", zu feiern.
Gleichzeitig gestattete der Bischof, einmal im Jahr eine Prozession zu Ehren der heiligen Mutter Anna zu halten. Der Termin wurde festgelegt auf den Sonntag nach Mariä Himmelfahrt im August. Dann waren die Tödden während der Erntezeit zu Haus und konnten an der Prozession zu "ihrem Heiligtum" teilnehmen.
Mit Pfarrer Wilhelm Emmanuel von Ketteler, der von 1846 bis 1849 in Hopsten wirkte und später Bischof in Mainz und bedeutender Wegbereiter der katholischen Arbeiterbewegung wurde, begann eine Erneuerung des katholischen Lebens und der St.-Anna-Verehrung auf dem Breischen. 1849 wurde die Kapelle erweitert, ein weiterer Anbau entstand 1954. Der Kapellenplatz wurde 1971 angelegt, 1986 entstand eine Kreuzweganlage. Die 14 Stationen gestaltete der Künstler Edgar Gausling aus Stromberg.
An der St.-Anna-Woche nehmen heute rund 7500 Pilgerinnen und Pilger teil. Die Glaubenswoche hat jedes Jahr einen neuen Themenschwerpunkt. Insgesamt pilgern im Jahresdurchschnitt 17 000 Gläubige mit ihren Anliegen zur heiligen Mutter Anna. Die Pilger kommen zumeist aus dem Münsterland, dem Emsland und dem Ruhrgebiet.
Prozession und Andacht
Jedes Jahr im August zieht es besonders viele Gläubige in den Wallfahrtsort Hopsten-Breischen. Traditionell am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt (15. August) oder am Hochfest selbst, wenn es auf einem Sonntag fällt, beginnt die Anna-Woche. Sie steht in jedem Jahr unter einem besonderen Thema und wird mit einer Lichterprozession auf dem Kapellenplatz eröffnet. In der Woche finden täglich Gottesdienste statt, zu denen meist auswärtige Prediger eingeladen werden. Am Dienstagabend wird der Kreuzweg an der Anna-Kapelle gebetet, am Mittwochabend ist Eucharistische Anbetung. Die Anna-Woche endet am darauf folgenden Sonntag mit der Großen Prozession. Das Gnadenbild wird zunächst nach einer Statio am frühen Morgen in einer (kleinen) Prozession in die Hopstener Pfarrkirche St. Georg gebracht. Nach einer kurzen Messfeier in der Pfarrkirche wird unter großer Beteiligung der Hopstener das Gnadenbild betend und singend zur St.-Anna-Kapelle zurückgetragen. In einer Eucharistiefeier wird dann noch einmal um die Fürsprache bei ihrem Enkel Jesus und den Segen für ein weiteres gutes Jahr gebetet. – Weitere Auskünfte: Pfarramt St. Georg, Markstr. 4, 48496 Hopsten, Telefon 05458 / 7078.
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