
Domkapitular Dieter Geerlings.
Kirchliche Krankenhausverbände äußern sich
Geerlings: Patientenversorgung besser verzahnen
Berlin. Kirchliche Krankenhausverbände haben eine stärkere Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung in und an Kliniken gefordert. Zuständigkeitsgrenzen und unterschiedliche Finanzierungssysteme dürften bei der Versorgung von Patienten keine Rolle spielen, mahnte der Vorsitzende des Katholischen Krankenhausverbands Deutschland (KKVD), Dieter Geerlings, am Donnerstag (06.05.2010) beim Hauptstadtkongress Gesundheit in Berlin. Domkapitular Geerlings ist Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbands Münster.
Der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Krankenhausverbands (DEKV), Manfred Witkowski, betonte, Maßstab für einen Wettbewerb im Krankenhausbereich müsse stets die Verbesserung der Versorgungsqualität sein. Hinzu kämen Wirtschaftlichkeit, Trägervielfalt und Wahlfreiheit der Patienten. "Es geht um einen effizienten Einsatz von Ressourcen, um eine umfassende Versorgung in allen Regionen sicherzustellen", so Witkowski.
"Wirtschaftlichkeit ist nicht alles"
Weiter hieß es, bei Rationierungsplänen im Gesundheitswesen dürfe nicht die Patientenperspektive vernachlässigt werden. Dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit dürfe nicht alles untergeordnet werden, sagte der Geschäftsführer des KKVD, der aus Ahaus stammende Thomas Vortkamp. Zugleich betonte er, Wirtschaftlichkeit sei zweifellos ein wichtiger Faktor, da es im Krankenhausbereich keinen finanziellen Spielraum mehr für Verschwendungen gebe.
In einem gemeinsamen Positionspapier fordern KKVD und DEKV, die medizinische Versorgung am Behandlungsbedarf und nicht an Finanz- und Abrechnungsmodalitäten auszurichten. Die Verbände plädieren dabei für eine bessere Verzahnung etwa von ambulanten und stationären Diensten. "Die Vernetzungspotentiale sind noch nicht optimal ausgeschöpft", urteilte Vortkamp. Jedes dritte Krankenhaus in Deutschland ist in kirchlicher Trägerschaft.
Eine deutliche Absage erteilten die kirchlichen Krankenhausverbände politischen Überlegungen, die Ausbildung im Pflegebereich von den Trägereinrichtungen abzukoppeln und in Berufsschulen anzusiedeln. Federführend bei dieser Länderinitiative, mit der sich die Gesundheitsministerkonferenz im Juni beschäftigt, ist Baden-Württemberg. "Jeder zweite Ausbildungsplatz in der Pflege ist an ein christliches Krankenhaus gebunden und wir wollen diese gute Verbindung von Theorie und Praxis nicht aufgeben", betonte Vortkamp.
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Text:
KNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH, jjo | Foto: pd
06.05.2010
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