
Erzbischof Robert Zollitsch.
Abschluss der Herbstvollversammlung
Bischöfe fordern Abbau der Staatsverschuldung
Fulda. Kurz vor der Bundestagswahl haben die katholischen deutschen Bischöfe einen Abbau der Staatsschulden gefordert. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, sagte am Freitag (25.09.2009) in Fulda, es hätten sich Schulden von rund zwei Billionen Euro "aufgetürmt".
Die Bischöfe wollten nicht kritisieren, "dass in der Finanzmarktkrise gehandelt worden ist." Sie seien aber in großer Sorge angesichts der Höhe der Staatsverschuldung. Gerade mit Blick auf die nachkommenden Generationen seien die Belastungen ungerecht verteilt. Die neue Bundesregierung müsse dringend dagegen angehen.
Klare Vorgaben für Banken
Zum Abschluss ihrer Herbstvollversammlung forderten die Bischöfe von den Staats- und Regierungschefs der G-20-Staaten klare Vorgaben für Banken und für Bonuszahlungen an Manager. Zollitsch sagte, der Gipfel im US-amerikanischen Pittsburgh müsse konkrete Ziele formulieren. Er äußerte sich dankbar für das Engagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bewältigung der Krise.
In einem ungewöhnlichen Schritt wies der Freiburger Erzbischof den Eindruck zurück, er habe sich in dieser Woche in einem Radio-Interview für oder gegen eine konkrete Partei ausgesprochen. "Wir wollen, dass die Bürger als mündige und erwachsene Menschen selber entscheiden, wen sie wählen", meinte er und verwies auf den Anfang September vorgelegten Wahlaufruf der Bischöfe. "Die ideale Partei, die immer alle Vorstellungen umsetzt, wird es dabei nicht geben", meinte er.
Weiter sprach sich die Bischofskonferenz für neue Impulse auf dem Arbeitsmarkt aus. Arbeitslose müssten möglichst schnell wieder in Lohn und Brot kommen und damit am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Zollitsch bedauerte, dass die Themen Familie und Bildung im Wahlkampf zu wenig zur Sprache gekommen seien. Dies seien vorrangige politische Fragen.
Schicksal der Heimkinder aufklären
Die Bischöfe bekräftigten überdies ihre Bereitschaft, das Schicksal von Heimkindern in den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik aufzuklären. Unter anderem erwägen sie eine eigene bundesweite Hotline für Betroffene aus katholischen Einrichtungen. Der Sekretär der Konferenz, Pater Hans Langendörfer, sagte, der Aufbau der Hotline sei vermutlich in zwei bis drei Monaten möglich. Notwendig sei ausreichend qualifiziertes Personal. "Die katholische Kirche ist erreichbar, ist ansprechbar", betonte er.
Zollitsch wandte sich gegen Forderungen von Lebensschutz-Gruppen, die Konferenz solle einen eigenen Bischof für Lebensschutz ernennen. "Bei uns ist jeder Bischof so sehr am Schutz des Lebens interessiert, dass ich gar nicht wüsste, an wen ich das delegieren sollte", meinte er.
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Bischofskonferenz befasst sich mit kirchlichen Hilfswerken (24.09.2009)
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Kirche von A bis Z: Deutsche Bischofskonferenz
Übersicht: Erzbischof Zollitsch
Text:
KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH | Foto: Dirk Bauer
25.09.2009
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