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03.12.2016
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Münsterscher Soziologe: Zusammenhang mit Wirtschaftskrise

Klage über Kirchenaustritte in NRW und bundesweit

Münster / Bistum / Bonn. Die gestiegene Zahl der Austritte aus der katholischen Kirche in Deutschland hängt nach Ansicht des münsterschen Soziologen Detlef Pollack auch mit der Wirtschaftskrise zusammen. Die Ersparnis der Kirchensteuer sei ein "wesentliches Motiv", sagte er am Dienstag (22.09.2009). Das zeigten Umfragen der vergangenen Jahre. Die Austrittsrate steige, wenn die Finanzbelastung wachse. Das sei schon bei der Einführung des Konjunkturzuschlags in den 1970er Jahren und des Solidaritätszuschlags 1992 so gewesen, sagte Pollack mit Blick auf Zahlen, die die Deutsche Bischofskonferenz am Montag (21.09.2009) in Bonn vorlegte.

Danach haben im vergangenen Jahr 121.155 Bundesbürger der Kirche den Rücken gekehrt. 2006 waren es noch 84.389, ein Jahr später bereits 93.667. Der Trend gilt auch für die nordrhein-westfälischen Bistümer Münster, Aachen, Essen, Köln und Paderborn. Dort stieg die Zahl der Austritte von 24.098 im Jahr 2007 auf 30.295 im vorigen Jahr. Die Zahl der Wiederaufnahmen und Neueintritte sank im selben Zeitraum von 4.884 auf 4.440.

Als weiteren Grund für die negativen Zahlen nannte Pollack eine sinkende Religiosität. "Menschen, die austreten, haben zumeist die Beziehung zu Glauben und Kirche verloren." Die Wirtschaftslage sei dann nur "der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt". Da Männer meist besser verdienten als Frauen, bringe ihnen ein Austritt den höheren finanziellen Gewinn. Ihre Bindung zur Kirche bleibe dann oft über die Ehefrau bestehen. "Dies erlaubt es, die Kinder dann dennoch taufen zu lassen", sagte der Wissenschaftler vom Exzellenzcluster "Religion und Politik" der Universität Münster.

25,18 Millionen Katholiken in Deutschland

Insgesamt gehörten zum Jahresende 2008 rund 25,18 Millionen Bundesbürger der katholischen Kirche an, etwa 280.000 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Pfarreien und Seelsorgestellen ging von 12.265 auf 12.080 zurück. Für Nordrhein-Westfalen weist die Statistik 7,1 Millionen Katholiken im Jahr 2008 aus, rund 73.000 weniger als im Vorjahr.

Die Zahl der Wiederaufnahmen lag bundesweit 2008 bei 9.546. Im Jahr 2007 kehrten noch 10.207 Menschen in die Kirche zurück, 2006 waren es 10.823. Zugleich sank die Zahl der Neueintritte 2008 auf 4.388 im Vergleich zu 4.881 im Jahr davor. Kirchlich trauen ließen sich im vergangenen Jahr bundesweit 48.841 Paare; das waren 552 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl kirchlicher Beerdigungen hingegen stieg um mehr als 5.300 auf 256.735.

Der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Robert Zollitsch, bezeichnete die Zahlen als schmerzlich. Der Rückgang wirke sich auch auf die Kirchensteuer aus. Zollitsch rechnet mit 10 Prozent weniger Einnahmen.

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Text: Öffnet externen Link in neuem FensterKNA Katholische Nachrichtenagentur GmbH
22.09.2009

    1. Bistumshandbuch: Katholikenzahlen in Deutschland und im Bistum
    1. Kirche von A bis Z: Kirchenaustritt
    1. Kirche von A bis Z: Wiedereintritt

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