
Tausende zog es zu Mariä Himmelfahrt nach Warendorf, wo festlich erleuchtete Bögen zu Ehren der Gottesmutter errichtet worden waren.
Feiern zu Mariä Himmelfahrt in Warendorf
Der "Schwester im Glauben" zu Ehren
Warendorf. Dieses Flair ist in Warendorf einzigartig, und nicht pfiffige Marketingfachleute hatten die Idee, sondern Gläubige: Seit 257 Jahren zieht es die Menschen zu Mariä Himmelfahrt in die Kreisstadt. Nicht nur wegen der Kirmes. Viele kommen, um zu erleben, wie sich traditionelle Volksfrömmigkeit und Moderne verbinden. Darauf hat am Samstag (15.08.2009) der münstersche Dompropst Josef Alfers verwiesen.
Alfers war Hauptzelebrant des Festgottesdienses am Mariä-Himmelfahrts-Tag in der St.-Laurentius-Kirche. In seiner Predigt rückte der Dompropst die Gottesmutter in ein neues Licht. Zwar zeichnete auch er das Bild einer Frau, die offen für Gott und bereit war, sich auf ihre herausragende Aufgabe einzulassen. Doch nicht primär ihren Gehorsam und die daraus resultierende Erhabenheit stellte der Geistliche heraus. Stattdessen sprach er von Maria als "Schwester im Glauben" und rückte sie nahe an die Gläubigen.
Im Leid den Menschen besonders nahe
Maria habe es schwer gehabt, sagte Alfers. Sie habe sehen müssen, wie ihr Sohn Jesus im Lauf seines Lebens immer mehr ausgegrenzt, angegriffen, bedroht und schließlich verfolgt und getötet wurde: "Wer selbst Kinder hat, kann sich vorstellen, was dabei in einer Mutter vorgeht", sagte der Dompropst. Im Leid sei Maria den Menschen besonders nahe. Zu Recht gelte sie daher als "Trösterin der Betrübten".
Gleichzeitig habe der Herr an ihr vollendet, "was auf uns alle noch wartet: die ewige Begegnung mit Gott", sagte der Geistliche. Mariä Himmelfahrt sei mehr als ein bloßer Event, der schnell verpuffe. Alfers: "Aus dem Fest schöpfen wir Kraft und Hoffnung für den Alltag."
Unter Leitung von Kantor Bernhard Ratermann erklang in dem Festgottesdienst die "Missa Sancti Nicolai" für Soli, Chor und Orchester von Joseph Haydn. Es sangen der Kirchenchor St. Laurentius und Vertreter des "collegium musicum" an St. Laurentius. An der Orgel spielte Ulrich Grimpe.
Festlich erleuchtete Altstadt
Nach dem Gottesdienst strömten Tausende durch die mit Blumen und Bungen (rote Laternen) geschmückte Altstadt. Je dunkler es wurde, desto anheimelnder wurde die Atmosphäre. Die Menschen schlenderten durch die Straßen und genossen die Stimmung. In zahlreichen Häusern waren Marienbildnisse zu sehen. In den Straßen spielten Blaskapellen Marienlieder. Gesang und Musik gab es den ganzen Abend über auch in den Kirchen. Von klassisch bis modern reichte die Bandbreite.
Besondere Blickpunkte waren die Marienbögen, die die Bogengemeinschaften an verschiedenen Stellen aufgebaut hatten. Unter diesen Bögen hindurch zog am Sonntag (16.08.2009) die Große Prozession mit dem Gnadenbild der Glorreichen Jungfrau von Warendorf durch die Stadt.
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Text: Marita Galka | Foto: Andreas Lechtape
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