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24.05.2012
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Ansätze zur Hilfe in Ruanda gibt es viele. Der Verein Gisunzu-Ostbevern, der die Partnerschaft auf- und auszubauen und gleichzeitig humanitäre Hilfe leisten möchte, hat beispielsweise Wasserstellen und Quellen mit sauberem Trinkwasser erschlossen.

Gruppen aus dem Bistum Münster unterstützten Projekte in Ruanda

Partnerschaften mit Gesicht

Bistum. Einige Gruppen im Bistum Münster pflegen gute partnerschaftliche Kontakte nach Ruanda. An Witwen und Waisen in Ruanda richtet sich die Unterstützung von Mitgliedern der St.-Franziskus-Gemeinde in Ibbenbüren. Angeregt durch Felix Schnetgöke, den früheren Pfarrer von St. Ambrosius Ostbevern, der intensive Kontakte nach Ruanda pflegt, wurde im September 2003 zwischen der damals noch eigenständigen Gemeinde St. Marien in Uffeln und dem Bistum Nyundo in Ruanda eine Partnerschaft begründet.

Die Partnerschaft lebt von gegenseitigen Besuchen und der Begegnung miteinander. Im Jahr 2004 reiste Klaus Evers aus Uffeln nach Nyundo und konnte sich dort über das Leben der Menschen informieren. "Die Projekte werden vom Bischof ausgewählt. Er entscheidet, was am wichtigsten ist", sagt Klaus Evers.

Im Jahr 2007 überreichte die Gemeinde Bischof Alexis Habiyambere 6000 Euro für ein Ziegenprojekt. Mit dem Geld wurden Ziegen angeschafft und an Witwenfamilien verteilt. Sobald die Ziege Jungtiere bekommt, werden diese an die nächsten Frauen weitergegeben. "So entsteht ein Schneeball-Effekt", sagt Evers. Der Besitz einer Ziege gebe den Witwen Würde und Achtung sowie finanzielle Sicherheit.

Uffelner sammeln für Schulaufbau

An Palmsonntag 2008 reisten Felix Schnetgöke, Klaus Evers und seine Familie erneut nach Nyundo. Dort hatte es kurz vorher ein heftiges Erdbeben gegeben. Viele Häuser und soziale Einrichtungen wurden stark beschädigt, unter anderem auch die Kirche von Kibuye im Westen Ruandas und die Schule der Pfarrgemeinde, drei Räume des Kindergartens und sechs Klassenräume der Grundschule. Das Dach war zerstört, die Fenster demoliert, Steine hatten sich gelöst und waren in die Klassenräume gefallen. Die Kinder konnten die Schulräume nicht mehr nutzen. Die Kosten für die Wiederherstellung des Kindergartens und der sechs Klassenräume sollen rund 36.000 Euro betragen.

Bischof Alexis schlug der Gemeinde St. Franziskus vor, sich als nächstes Projekt am Wiederaufbau der Grundschule zu beteiligen. Die Kosten dafür liegen bei etwa 18.000 Euro. Da Klaus Evers bei seinem letzten Besuch schon eine erste Rate von 6.000 Euro überreichen konnte, verbleiben noch 12.000 Euro. Diesen Betrag möchte die Partnerschaftsgruppe in den nächsten beiden Jahren zusammenbringen.

Patenschaften aus Ahaus-Wessum

Die Ruandahilfe in Ahaus-Wessum unterstützt die Arbeit von Schwester Milgitha Kösser, die seit 1973 in Ruanda tätig ist. Nach einem Besuch von Pfarrer Walter Dertmann, Josef Harpering und Ludger Wissing in der Missionsstation der Clemensschwestern im Jahr 2002 entstand die Idee, das Engagement der Ordensfrau zu fördern.

Schwester Milgitha leitet eine Krankenstation in Kaduha, etwa 130 Kilometer von der Hauptstadt des Landes netfernt. Sie kümmert sich um die ambulante und stationäre Versorgung von Kranken, führt eine Mütterschule, schult Laien als Geburtshelfer und führt Impfprogramme durch. Auch die Betreuung von Kranken in Gefängnissen und Hilfen beim Anbau von Nahrungsmitteln gehören zu ihren Aufgaben.

Seit 1994 betreut die Clemensschwester ein Waisenhaus, in dem 48 Kriegs- und Aidswaisen leben. Außerdem verteilt sie Nahrung, Kleidung und Schulgeld für 250 Kinder, die in ruandische Familien vermittelt wurden. Die Ruandahilfe Wessum hat 80 Patenschaften für diese Waisenkinder vermittelt. Außerdem sammelte sie Spenden zum Kauf von Ziegen, die Schwester Milgitha an alleinstehende Mädchen, Frauen und Witwen in Ruanda verteilt.

Ostbevern feiert 20 Jahre Partnerschaft

Seit 20 Jahren bestehen partnerschaftliche und freundschaftliche Beziehungen zwischen der Gemeinde St. Ambrosius in Ostbevern und der Diözese Nyundo in Ruanda. Es gibt 1000 Patenschaften für Waisenkinder, für die Schuluniformen und Schulmaterial angeschafft werden. Außerdem hat die Gemeinde den Bau von Schulen und Klassenräumen unterstützt.

Die Partnerschaft lebt von regelmäßigen Besuchen, sowohl in Ostbevern als auch in Nyundo. So war 2003 eine Trommlergruppe aus Ruanda zu Besuch. Im Jahr darauf gab es einen ersten Jugendaustausch, und zum Weltjugendtag 2005 nahmen die Ostbeverner zwölf Teilnehmer aus Ruanda auf. Im Sommer 2006 war eine Gruppe von Jugendlichen und Erwachsenen zu Besuch in Nyundo.

Im Juni dieses Jahres war Alexis Habiyambere, Bischof von Nyundo, in Ostbevern, um das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zu feiern. Die nächste Reise könnte schon bald anstehen: Der Bischof lud eine Delegation nach Nyundo ein, um dort für die Partnerschaft zu danken.

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