
Das Kibiz hat die Betreuungssituation in den NRW-Kindergärten verändert.
Caritas-Referentin: Kindpauschalen müssen steigen
Gemischte Jahresbilanz zum Kibiz-Gesetz
Bistum. Eine gemischte Bilanz zieht die Caritas nach einem Jahr Kinderbildungsgesetz (Kibiz) in Nordrhein-Westfalen. Das teilte die Pressestelle des Diözesan-Caritasverbands am Montag (03.08.2009) mit. Positiv wertet Marita Haude, Caritas-Referatsleiterin "Kinder-, Jugend- und Familienhilfe", dass die Betreuung unter Dreijähriger ausgebaut worden sei. Weiter lobt Haude, dass Eltern nun den tatsächlichen Betreuungsbedarf und damit mehr Ganztagsplätze buchen können.
Problematisch seien ein mangelnder Mittelabfluss bei Investitionen für die Betreuung unter Dreijähriger und vor allem, dass nun die Träger das finanzielle Risiko tragen müssten. Angesichts von Tariferhöhungen müssten dringend die Kindpauschalen steigen, sagte Haude. Anderenfalls drohten Kürzungen bei den Betreuungszeiten.
Nach der Lohnerhöhung für kommunale Erzieherinnen befürchtet Haude, dass die übrigen Träger nachziehen müssen, um im Wettbewerb um Fachkräfte mithalten zu können. Schon jetzt zeichne sich in einigen Regionen ein Fachkräftemangel ab. Zwar sei geplant, die Kindpauschalen um 1,5 Prozent anzuheben. Dies habe aber schon im vergangenen Jahr nicht ausgereicht, um die Tarifsteigerungen auszugleichen.
Die Einführung der Kindpauschalen habe die Zahl der Arbeitsplätze für Erzieherinnen erhöht, aber unsicherer werden lassen. Nun hänge es von den Buchungen der Eltern ab, wie viele Betreuungsstunden – und wie viele Arbeitsplätze für Erzieherinnen – nötig seien. Das finanzielle Risiko liege beim Kindergartenträger. Allerdings hatten die Eltern im vergangenen Kindergartenjahr weit mehr Stunden gebucht als erwartet. Dieser Trend setze sich fort. So hätten in Kindergärten viele Halbtagsstellen auf Vollzeit aufgestockt werden können, hieß es.
Mehr zum Thema in kirchensite.de:
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Text: pd, jjo | Foto: Michaela Kiepe
03.08.2009
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