
Bischof Genn im Gespräch mit dem Moderator des Diözesanrates, Hugo Uebbing (l.), und der Geschäftsführerin des Gremiums, Ise Kamp.
Bischof Genn traf sich mit dem ehemaligen Diözesanrat
"Was ist unsere Sendung?"
Bistum. Guter Rat ist Bischof Felix Genn wichtig. Das wurde beim ersten Zusammentreffen mit dem Diözesanrat am Freitag (05.06.2009) im Franz-Hitze-Haus in Münster deutlich.
Doch eigentlich gibt es – rein rechtlich – den Diözesanrat derzeit gar nicht, da er nach dem Amtsverzicht von Bischof Reinhard Lettmann im vergangenen Jahr aufgehört hat zu existieren. Da aber die reguläre Neukonstituierung durch Wahlen (etwa den Pfarrgemeinderatswahlen im Herbst dieses Jahres) erst Mitte 2010 möglich ist, entschied Bischof Genn, bis dahin den Rat des ehemaligen Diözesanrates einzuholen. Ein offenkundiges Zeichen von Wertschätzung.
Laut Satzung ist der Diözesanrat "das oberste synodale Mitwirkungsgremium, durch das die Gläubigen des Bistums ihrer allgemeinen und besonderen Berufung entsprechend an der Leitung des Bistum durch den Bischof teilnehmen".
Die Gegenwart im Blick
Den Vertretern aus vielen Bereichen kirchlicher Arbeit zeigte Bischof Genn seine Vorstellung der künftigen Zusammenarbeit auf. Er machte dies in Anlehnung an ein Wort des französischen Theologen Henri de Lubac: Nicht die Zukunft zu erraten sei wichtig, sondern zu tun, was die Gegenwart erfordert.
In diesem Sinn ermunterte er die Vertreter der Regionen und Räte, aufmerksam die aktuelle Situation wahrzunehmen. Dazu gelte es, sensibel zu werden und sich darauf zu besinnen, was über den Tag hinaus von Bedeutung sei und Kraft schenke für das Morgen.
Persönliche Vorteile?
Genn führte den Gedanken von Kardinal de Lubac weiter: Es gehe nicht darum, seine Chancen zu berechnen, sondern seine Sendung zu bedenken. Im Rückblick auf seine Essener Zeit meinte er, für ihn persönlich wäre es leichter gewesen, die alten Gemeindestrukturen so zu belassen, wie er sie vorgefunden habe. Doch damit wäre er seiner Sendung nicht gerecht geworden. Darum habe man die Neugestaltung in Angriff genommen.
"Was ist unsere gemeinsame Sendung in der Kirche von Münster?" – Mit dieser Frage konfrontierte er die Ratsmitglieder. Mit Verweis auf die Beschlüsse des Diözesanforums (1994-2001) fragte er nach deren Relevanz für die Gegenwart: "Was steht davon heute noch an und was nicht mehr?"
Sich nicht gegenseitig beschäftigen...
Zur Arbeitsweise des Gremiums meinte der Bischof: Es gehe nicht darum, sich gegenseitig zu beschäftigen, um beschäftigt zu sein. Die Ergebnisse der Arbeit im Diözesanrat müssten Auswirkungen zeigen und Folgen für das Geschehen im Bistum Münster haben. Beschlüsse und Diskussionen müssten zu Konkretisierungen in den Gemeinden führen.
Lobend erwähnte Genn die 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugend: Sie hätte gezeigt, dass junge Menschen bereit seien zu Lern- und Gemeinschaftserfahrungen.
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Text: Norbert Göckener | Foto: Norbert Göckener
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